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BackChristoph Kramer: Vom Fußballweltmeister zum Buchautor und TV-Experten
Christoph Kramer: Vom Fußballweltmeister zum Buchautor und TV-Experten
Sport
FAZ19.06.2026Sport7 dk okumaGermany

Christoph Kramer: Vom Fußballweltmeister zum Buchautor und TV-Experten

L'essentiel

  • Christoph Kramer, Weltmeister von 2014, hat seine Fußballkarriere beendet und ist nun als TV-Experte und Autor tätig.
  • Er spricht über seine neuen Bücher, seine veränderten Essgewohnheiten durch Intervallfasten und seine Gedanken zur aktuellen gesellschaftlichen Debattenkultur.

Résumé généré par IA

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Christoph Kramer ist ein ehemaliger deutscher Fußballnationalspieler, der 2014 Weltmeister wurde. Nach seiner aktiven Karriere arbeitet er als TV-Experte und hat begonnen, Bücher zu veröffentlichen.

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Die Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien hat den deutschen Fußballfans viele unvergessliche Momente beschert. Einen davon schuf Christoph Kramer. Im Finale gegen Argentinien rückte der gebürtige Solinger durch eine Verletzung Sami Khediras in die deutsche Startelf. Nach 17 Spielminuten zog er sich bei einem Zusammenprall eine Gehirnerschütterung zu. Wenig später fragte er den Schiedsrichter, wo er hier eigentlich genau sei, und wurde daraufhin ausgewechselt. Weltmeister wurde er trotzdem.

Kramer hat 271 Bundesligaspiele absolviert, die meisten davon für Borussia Mönchengladbach. Zwölfmal war er für die Nationalmannschaft im Einsatz. Seit 2018 arbeitet der Fünfunddreißigjährige als Fernsehexperte für das ZDF, auch die WM 2026 begleitet er für den Sender wieder mit Per Mertesacker. Im März 2025 erschien Kramers Debütroman „Das Leben fing im Sommer an“. Sein neues Buch „Wolkenberührpunkt“ folgt im Herbst.

Was essen Sie zum Frühstück?

Ich bin nach meiner Karriere richtig auf den Gesundheitstrip gekommen. Aktuell esse ich gern Avocado mit pochierten Eiern und Schwarzbrot. Aber das ändert sich immer mal wieder. Eigentlich bin ich auch eine Süßmaus, ich esse gern Bowls und ähnliches. Das Frühstück hat sich bei mir etwas nach hinten verschoben, weil ich, seit ich mit dem Fußball aufgehört habe, 16:8-Intervallfasten mache.

Wo kaufen Sie Ihre Kleidung ein?

Unterschiedlich. Im Moment am liebsten bei Uniqlo. Ich habe lange Beine und lange Arme, da ist es nicht so einfach mit Klamotten. Aber die treffen meinen Geschmack und passen mir gut.

Was ist das älteste Kleidungsstück in Ihrem Schrank?

Ich kann mich schwer von Sachen trennen. Ich probiere schon immer wieder, meine Wohnung auszumisten, weil das irgendwie befreit, und weil ich weiß, dass Besitz eher unglücklich als glücklich macht. Aber es gibt ein paar Kleidungsstücke, von denen kann ich mich nicht trennen. Wahrscheinlich sind die ältesten aus der Zeit um 2014, meine Schlafshirts.

Wann haben Sie zuletzt handschriftlich einen Brief verfasst?

Vorgestern. Ich schreibe viele Briefe handschriftlich, an viele Menschen. Ich habe auch ein Tintenfass.

Welches Buch hat Sie im Leben am meisten beeindruckt?

„Hard Land“ von Benedict Wells. Seit ein paar Jahren habe ich meine Leidenschaft für Bücher entdeckt. Ich finde es erstaunlich, dass so wenige Menschen lesen. Ich habe es früher auch nicht getan, aber Lesen ist besser als jede Serie, man muss sich nur die Zeit und die Ruhe dafür nehmen. In einer Zeit, in der wir so viel auf den Bildschirm gucken, kann ich nur zum Lesen ermutigen und animieren. Es ist wahnsinnig schön und bereichernd.

Wie informieren Sie sich über das Weltgeschehen?

Ich versuche, täglich die „Tagesthemen“ zu schauen, was ich zeitlich leider nicht immer schaffe. Die Nachrichten-Apps auf meinem Handy habe ich bewusst reduziert, weil ich für mich festgestellt habe, dass eine ständige Informationsflut mir nicht guttut und ich dann dazu neige, mir über Dinge Sorgen zu machen, auf die ich ohnehin keinen Einfluss habe.

Was ist Ihr bestes Smalltalk-Thema?

Leider Fußball. Obwohl ich mich darüber nicht gern unterhalte, weil ich eh schon so viel über Fußball rede. Da muss es beim Smalltalk nicht auch noch darum gehen. Ich rede über viele Dinge gern, ich bin da breit aufgestellt.

Bei welchem Film haben Sie zuletzt geweint?

Ich bin nah am Wasser gebaut, aber mittlerweile eher bei Büchern als bei Filmen.

Sind Sie abergläubisch?

Ja. Ich habe viele Ticks. Es ist ein bisschen besser geworden, seit ich nicht mehr spiele, aber wenn man das einmal drin hat, wie den linken Schuh zuerst anziehen, dann kriegst du das auch im Privatleben nicht mehr raus. Das sind Dinge, die sind bei mir so automatisiert im Kopf, dass sie einfach nicht anders passieren. Unter dem Strich weiß ich, dass das Quatsch ist, aber es stört mich nicht. Von daher lasse ich es unbehandelt.

Worüber können Sie lachen?

Über ganz viel. Ich lache sehr gern, über jegliche Art von Humor. Auch über Momente, bei denen man gar nicht mehr hinschauen möchte, weil sie so cringe und so peinlich sind.

Ihr Lieblingsvorname?

Habe ich keinen.

Machen Sie eine Mittagspause?

Ich schlafe tagsüber eine Stunde, immer irgendwann zwischen zwölf und vier.

In welchem Land würden Sie gerne leben?

Deutschland. Ich liebe es, in Deutschland zu leben, ich liebe auch die deutsche Mentalität. Ich bin nicht so einer, der sagt: Boah, ich war jetzt wieder im Ausland, da ist alles viel cooler. Ich weiß schon, was ich an unserem Land habe. Aber ich finde auch, seit zwei Jahren hat sich der Ton in unserer Gesellschaft verändert. Es gibt oft gar keine Diskussion mehr, sondern nur noch ein Gegeneinander, was ich schade finde. Wir sprechen viel von Toleranz, aber diese Toleranz merke ich nicht mehr in unserer Gesellschaft. Ich würde mich freuen, wenn es wieder, so banal es klingt, mehr Miteinander gibt. Das Internet und die sozialen Medien haben viel dazu beigetragen, dass wir keine andere Meinung mehr akzeptieren. Dass man andere Meinungen hat und sie vertritt, muss so sein, auch im Sinne der Demokratie. Aber wir sollten schauen, dass wir zusammen eine Lösung finden und uns nicht immer mehr entzweien. Sonst wird es schwierig, eine Lösung zu finden, egal für was.

Was fehlt nie in Ihrem Kühlschrank?

Da fehlt wirklich alles. Wasser habe ich immer da, aber das ist es schon. Wenn du bei mir an den Kühlschrank gehst, denkst du dir: Nee, oder? An meinem Kühlschrank erlebe ich viele Gesichter, die ihn traurig wieder zumachen.

Fühlen Sie sich mit oder ohne Auto freier?

Ich fühle mich mit Auto freier, weil mobiler. Tatsächlich nutze ich mein Auto aber gar nicht mehr so viel, ich gehe viel zu Fuß und genieße das.

Was ist Ihr größtes Talent?

Ich glaube, ich bin relativ kreativ. Und ich kann gut mit Bällen. Ich merke das jetzt wieder beim Padel-Tennis, dass ich eine große Affinität zu Bällen habe.

Was tun Sie, obwohl es unvernünftig ist?

Wahrscheinlich esse ich viel zu gerne und viel zu oft und viel zu viele Süßigkeiten. Tatsächlich beschäftige ich mich aber in meinem Leben nicht so viel mit der Frage nach der Vernunft. Wenn du nicht immer zu viel nachdenkst, ob etwas nun vernünftig ist oder nicht, ist das Unvernünftige gar nicht so schlimm. Und wenn du dir noch über die kleinsten Dinge Gedanken machst, ist sogar das Vernünftige schlimm. Also probiere ich, möglichst fünf gerade sein zu lassen.

Welcher historischen Person würden Sie gerne begegnen?

Ich würde gerne einmal einen waschechten Pharao sehen. Ich fände es interessant, einen Kaffee zu trinken mit Leuten, die andere Epochen und andere Zeiten erlebt haben. Oder mit Weltherrschern wie Cäsar oder Napoleon, das waren ja auch interessante Persönlichkeiten. Allein jemand, der noch nicht wusste, dass die Erde eine Kugel ist: Setz dich mit dem heute in ein Café, zeig ihm alles, und du hast bestimmt ein unterhaltsames Gespräch.

Tragen Sie Schmuck? Und eine Uhr?

Eine Uhr nicht. Als Schmuck ein Armband mit meiner Trikotnummer dran, der Sechs. Das habe ich schon beim Fußball immer umgehabt.

Haben Sie einen Lieblingsduft?

Der Duft, wenn es nach einem langen, heißen Sommertag anfängt, zu regnen. Er heißt Petrichor.

Was war Ihr schönstes Ferienerlebnis?

Ich erinnere mich gern an die Zeiten, in denen ich mit meinen Eltern auf Mallorca war und mir immer ein Trikot aussuchen durfte. Es waren Sommerferien, es lief eine WM oder eine EM, und ich habe in Spanien mit anderen Kindern Fußball gespielt in den neuen Trikots. Das ist hängengeblieben.

Auf welchem Konzert waren Sie zuletzt?

Bei Herbert Grönemeyer, vor anderthalb Jahren. Ich denke immer, du müsstest mal wieder mehr auf Konzerte gehen. Aber man tut's dann doch irgendwie nicht.

Was fehlt Ihnen zum Glück?

Questions ouvertes

  • Was ist Kramers Lieblingsvorname?
  • Was fehlt ihm zum Glück?

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This article was originally published by FAZ.

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