Deutsche Stahlproduktion im ersten Quartal um neun Prozent gestiegen
Brancheverband sieht keine Trendwende – Lage bleibt angespannt
L'essentiel
- Die deutsche Stahlproduktion stieg im ersten Quartal 2026 um neun Prozent auf 9,3 Millionen Tonnen.
- Der Branchenverband WV Stahl sieht darin keine Trendwende, sondern lediglich Lageraufbau der Kunden.
- Die Branche bleibt unter der kritischen Schwelle von 40 Millionen Tonnen Jahresproduktion.
Résumé généré par IA
Die Stahlproduktion in Deutschland sinkt seit Jahren. Nun deutet sich zumindest ein Ende der Talfahrt an. In den ersten drei Monaten gossen die Hüttenwerke mehr. Allerdings sei dies keine Trendwende. Kunden stockten eher die Lager auf. Die Hüttenwerke in Deutschland haben im ersten Quartal mehr Rohstahl produziert als im Vorjahreszeitraum. Insgesamt lag die Produktionsmenge von 9,3 Millionen Tonnen neun Prozent höher. Diese "leichte Erholung" sei jedoch kein Grund zur Entwarnung, teilte der Branchenverband Wirtschaftsvereinigung Stahl (WV Stahl) mit. "Trotz der Zuwächse bei der Produktion bleibt die Lage in der Stahlindustrie weiter angespannt", erklärte Verbands-Hauptgeschäftsführerin Kerstin Maria Rippel. Auf das Jahr hochgerechnet ergebe dies eine Menge von 37 Millionen Tonnen. Damit bleibe man weiterhin unter der Schwelle von 40 Millionen Tonnen, was das Minimum für eine gesunde Kapazitätsauslastung der Branche sei. 2025 war die Rohstahlproduktion hierzulande mit 34,1 Millionen Tonnen nach Angaben der WV Stahl "historisch" niedrig ausgefallen. "Vergleichbare Werte wurden zuletzt während der globalen Finanzkrise 2009 erreicht", hieß es. Der Verband sprach von einer seit Jahren anhaltenden strukturellen Nachfrageschwäche. "Seit 2017 ist die Stahlnachfrage in Deutschland rückläufig und hat bis 2025 rund 30 Prozent verloren – etwa 12 Millionen Tonnen." Auch 2025 sei die Nachfrage in allen wichtigen Abnehmerbranchen wie etwa Automobilindustrie oder Maschinen- und Anlagenbau gedämpft geblieben. "Eine zuletzt beobachtete Stabilisierung der Marktversorgung basiert überwiegend auf Lageraufbau und nicht auf einer nachhaltigen Belebung der Nachfrage." Zusätzlich verschärfe ein anhaltend hoher Importdruck die Situation. Hintergrund seien wachsende globale Überkapazitäten im Stahlsektor. Deutschland erzeugt in Europa den meisten Stahl. Größter Stahlstandort in Deutschland ist Duisburg, wo die Unternehmen Thyssenkrupp Steel und HKM Stahl erzeugen.






