»Eklatante Verstöße gegen das Völkerrecht« Vermittlerstaaten verurteilen Israels jüngste Angriffe im Gazastreifen
L'essentiel
- Vermittlerstaaten Katar, Türkei und Ägypten verurteilen Israels jüngste Angriffe im Gazastreifen als Verstöße gegen das Völkerrecht, fordern Schutz der Zivilbevölkerung und Einhaltung der Waffenruhe.
- Mehr als 15 Palästinenser wurden getötet, darunter Frauen, Kinder und zwei Ehepaare.
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Seit Oktober 2025 gilt offiziell eine Waffenruhe im Gazakrieg, doch kommt es wiederholt zu tödlichen Konfrontationen. Die Entwaffnung der Hamas bleibt umstritten.
»Eklatante Verstöße gegen das Völkerrecht« Vermittlerstaaten verurteilen Israels jüngste Angriffe im Gazastreifen
Das israelische Militär hat erneut Ziele im Gazastreifen angegriffen, unter den Todesopfern sollen Frauen und Kinder sein. Die Vermittler Katar, Türkei und Ägypten wenden sich mit einem gemeinsamen Appell an Israel.
04.08.2026, 05.03 Uhr
Die Vermittlerstaaten im Krieg zwischen Israel und der islamistischen Hamas haben die jüngsten Angriffe Israels im Gazastreifen scharf verurteilt. In einer in der Nacht veröffentlichten gemeinsamen Erklärung Katars, Ägyptens und der Türkei heißt es, »diese eklatanten Verstöße gegen internationales Recht und das humanitäre Völkerrecht« gefährdeten den Weg zur Deeskalation und verschärften das Leid der Zivilbevölkerung.
Die Länder kritisierten vor allem »gezielte Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen und Infrastruktur sowie die Opfer unter der Zivilbevölkerung, darunter Frauen und Kinder«. Israel müsse seinen Verpflichtungen aus dem Völkerrecht nachkommen und die Bedingungen des Waffenruheabkommens einhalten, um dessen Umsetzung nicht zu untergraben.
Zudem forderten die Vermittler erneut einen umfassenden Schutz der Zivilbevölkerung, medizinischer Einrichtungen und von Helferinnen und Helfern. Außerdem müsse die Lieferung humanitärer Hilfe und medizinischer Güter im gesamten Gazastreifen gewährleistet sein.
Israel hatte am Wochenende erneut Ziele im Gazastreifen angegriffen. Dabei wurden mehr als 15 Palästinenser getötet. Palästinensischen Berichten zufolge traf eine Rakete eine Wohnung in der Stadt Gaza. Dabei sei auch ein Kind getötet worden. Wie Mediziner mitteilten, starben bei den israelischen Angriffen unter anderem zwei Ehepaare und zwei Kinder.
Die israelische Armee bestätigte Angriffe. Dabei seien ranghohe Kommandeure der Hamas getötet worden, hieß es.
Im Gazakrieg gilt seit Oktober 2025 formell eine Waffenruhe. Dennoch gibt es immer wieder tödliche Konfrontationen und Angriffe. Als Knackpunkt bei den Friedensgesprächen galt vor allem die in dem Friedensplan von US-Präsident Donald Trump vorgesehene Entwaffnung der Hamas, die von den Extremisten bislang abgelehnt wird. Auch nach der Vereinbarung der Waffenruhe im Oktober kontrolliert Israel weiterhin mehr als die Hälfte des Gazastreifens.
Trump hatte noch am Donnerstag gesagt, die Hamas und andere bewaffnete Gruppen hätten einer Entwaffnung zugestimmt; außerdem werde sich die israelische Armee zurückziehen. Damit hatte er Hoffnungen auf eine Wende in dem Konflikt geweckt.
Der Gazakrieg wurde durch den Terroranschlag der Hamas und anderer extremistischer Gruppen am 7. Oktober 2023 ausgelöst. Dabei wurden rund 1200 Menschen in Israel getötet und mehr als 250 Geiseln in den Gazastreifen verschleppt.
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