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Hamburg's Bürgerschaft Debates Olympic Referendum Reactions
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Hamburg's Bürgerschaft Debates Olympic Referendum Reactions

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#Olympics#referendum#Hamburg#Bürgerschaft#CDU#Linke#AfD#SPD
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Die Zeit
Yayıncı
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Liebe Leserin, lieber Leser,

man muss keine Paartherapeutin sein, um zu wissen, woran Gespräche scheitern. Die typischen Fallstricke: Da hört jemand nicht zu, sondern wartet darauf, selbst zu reden. Da wird ein einzelner Satz herausgegriffen, weil er leichter zu bekämpfen ist als die eigentliche Aussage. Da hört man nur noch das, was die eigene Sicht bestätigt. Da reagiert man beleidigt und will vor allem recht haben.

Gestern war Bürgerschaftssitzung. Gleich zu Beginn ging es um das Olympiareferendum. Verzeihen Sie, dass ich wieder mit dem Thema komme – aber über die Reaktionen der Parteien haben wir noch nicht gesprochen.

Die Opposition, also CDU, Linke und AfD, sieht im Olympia-Nein einen Denkzettel für den Senat. Die Hamburgerinnen und Hamburger hätten das Vertrauen verloren, sagte CDU-Fraktionschef Dennis Thering. Seine Partei war für Olympia, Thering hatte aber vor dem Referendum öfter beklagt, nicht an der Kampagne beteiligt zu sein, was den Senat Stimmen kosten könnte. Eine praktische Hintertür für den Fall einer Niederlage? Dieses Manöver kam im Parlament nicht gut an. »Man kämpft zusammen und verliert zusammen«, schimpfte Sportsenator Andy Grote. »So einen Spieler wie Sie möchte keiner in der Mannschaft haben!«

Heike Sudmann von den Linken vermisste Selbstkritik des Bürgermeisters. »Sagen Sie doch mal: Wir haben die Stimmung in der Stadt falsch eingeschätzt!« Peter Tschentscher sah dazu keinen Anlass. »Wir haben uns nicht verschätzt, wir wussten, dass die Skepsis groß ist.« Dass Menschen je nach Alter und sozialer Lage sehr unterschiedlich abgestimmt haben, nehme der Senat aber ebenso ernst wie die Sorge vor steigenden Mieten.

Dann kam es zum Schlagabtausch, SPD und Grüne warfen der Linken Miesmacherei vor. Die Linke hielt dagegen, wer ein Referendum ansetze, müsse mit Gegenargumenten rechnen. Die Grünen fragten, woher nun die Milliarden kommen sollen, die das IOC beigesteuert hätte. Die Linke entgegnete, viele Kosten wären bei der Stadt geblieben. (Beim Geld geht es oft durcheinander. Wer welche Kosten getragen hätte, lesen Sie hier (Z+).)

Im Saal wurde gerufen, gejohlt und manche Zwischenfrage mit einem »Nein, jetzt rede ich!« weggebügelt. »Sie sind wohl empfindlich, Frau Sudmann, weil ich mal gesagt habe, Sie zählen zur Koalition der schlechten Laune!«, sagte Andy Grote. »Wer austeilt, muss auch einstecken können!« Was Sudmann weglächelte.

Nun ist eine Bürgerschaftsdebatte kein Paargespräch. Die Fallstricke sind dieselben.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag!

Ihre Annika Lasarzik

Wollen Sie uns Ihre Meinung sagen, oder wissen Sie etwas, über das wir berichten sollten? Dann schreiben Sie uns eine E-Mail an [email protected].

WAS HEUTE WICHTIG IST

Im Vergleich zu anderen Bundesländern brauchen Hamburgs Finanzämter länger für ihre Steuerbescheide. Nach einer Auswertung des Bundes der Steuerzahler dauerte die Bearbeitung der Einkommensteuererklärungen des Veranlagungsjahres 2024 im Schnitt 44,5 Tage – vier Tage mehr als im Vorjahr. Im bundesweiten Ranking fiel Hamburg damit vom 3. auf den 6. Platz.

Acht bedeutende See- und Binnenhäfen, darunter die Hamburg Port Authority und Niedersachsen Ports, gründen die Allianz »Deutsche Seehäfen«. Die Hafenbetreiber wollen mit dem Zusammenschluss erreichen, dass die Häfen als Infrastruktur von nationaler Bedeutung anerkannt werden.

Beim Hamburger Außenwirtschaftstag der Handelskammer hat Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard (SPD) dafür geworben, die Handelsbeziehungen innerhalb Europas zu vertiefen und deren Potenzial mehr zu nutzen. Diversifizierung sei anlässlich der schwierigen Weltlage das Gebot der Stunde. Die Exporte Hamburgs stiegen 2025 im Jahresvergleich um 1,2 Prozent.

Der Bahnverkehr auf der sanierten Strecke zwischen Hamburg und Berlin läuft wie von der Deutschen Bahn zuvor angekündigt ab dem 14. Juni wieder an. Sie ist eine der wichtigsten Pendlerstrecken in Deutschland mit täglich rund 30.000 Fahrgästen und 470 Zügen.

Die Polizei hat am Montag in Wilhelmsburg 80 Kilogramm Kokain sichergestellt. Die Polizisten stellten sechs Männer, von denen mehrere zu flüchten versuchten. Ein Beamter habe einen Warnschuss in die Luft abgegeben; verletzt wurde niemand.

AUS HAMBURG

Der Märchenerzähler

F. C. Gundlach machte Hamburg zum Zentrum der internationalen Fotografie. Im Juli wäre er 100 Jahre alt geworden. Eine Würdigung von ZEIT-Autorin Miriam Amro; lesen Sie hier einen Ausschnitt.

Vermutlich gibt es für jede Künstlerin und jeden Künstler dieses eine Werk, in dem sich das ganze Leben und die ganze Kunst verdichtet, das eine, über das er oder sie am Ende sagt: Das bin ich. Für den Fotografen F. C. Gundlach war das vermutlich ein Bild, das er 1966 in Ägypten aufgenommen hatte: zwei Models mit Swimmingpool-blauen Badekappen, ihre Gesichter nur im Profil zu sehen, im Hintergrund ragt die Cheopspyramide in den wolkenlosen Himmel von Giseh. Weibliche Formen trafen auf kantige Geometrie.

Dieses Bild war kein Schnappschuss, Gundlach hatte es Stück für Stück wie ein Architekt entworfen und sich Gedanken über den Ort, die Position der Köpfe, den gesellschaftlichen Kontext gemacht. Es war eine Zeit, in der, wie Gundlach es selbst damals sagte, die Nähmaschine das beliebteste Geschenk für die deutsche Hausfrau war. Das Bild wurde Teil einer Bademodestrecke in der Frauenzeitschrift Brigitte mit dem amüsanten Titel »Den ganzen Tag am Strand«, dabei war da nirgendwo Strand. Es wurde Gundlachs bekanntestes Foto.

F. C. Gundlach, der am 16. Juli 100 Jahre alt würde, war ein Modefotograf. Aber einer, der die Mode nicht einfach nur ablichtete – er gab ihr eine Geschichte. Gundlach verstand sich als Erzähler, als Sammler, Galerist, Bewahrer der Fotografie als Kulturgut, und er förderte junge Fotografinnen und Fotografen. Von Hamburg aus prägte er die deutsche und internationale Fotokultur wie kaum ein anderer.

Geboren wurde er als Franz Christian Gundlach 1926 im hessischen Heinebach. Mit zehn Jahren bekam er von einem Onkel seine erste Kamera geschenkt, eine Agfa-Box – kastenförmig, robust und leicht zu bedienen. Mit ihr lernte er die Grundlagen der Fotografie: genau hinsehen, den richtigen Ausschnitt finden, Geduld haben. Schon als Jugendlicher richtete er sich im Elternhaus eine Dunkelkammer ein. Den Vergrößerungsapparat, erzählte Gundlach 2018 in einem Interview mit der ZEIT, hatte er selbst konstruiert, aus einer Zigarrenkiste mit einer eingebauten Kamera. Damals schon wollte er Fotograf werden – oder Architekt. »Man musste nehmen, was man kriegte«, sagte er.

Wie er in der Fotografie Fuß fasste, lesen Sie weiter in der ungekürzten Fassung. → Zum Artikel (Z+)

Morgen startet die 9. Triennale der Photographie. In deren Rahmen zeigt das Bucerius Kunst Forum vom 8. Mai bis zum 16. August die Ausstellung »You’ll never watch alone« mit F. C. Gundlachs ikonischen Werken.

SCHON GELESEN?

Frau Hohmann gegen Vonovia

Als das Immobilienunternehmen Vonovia, das auch in Hamburg immer wieder in der Kritik von Mietervereinen steht, ihre Miete erhöhen wollte, widersprach die Rentnerin Monika Hohmann aus Dortmund – und gewann vor Gericht. Was Mieter aus ihrem Fall lernen können, hat ZEIT-Redakteurin Celine Schäfer aufgeschrieben. → Zum Artikel (Z+)

DARAUF KÖNNEN SIE SICH FREUEN

»Wissen vom Fass« bringt Forschung an ungewöhnliche Orte, nämlich in Kneipen und Bars der Stadt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Hamburg und vom Desy stellen ihre Themen in kurzen, unterhaltsamen Vorträgen vor, mit Raum für Fragen und Gespräch.

»Wissen vom Fass«, 4. Juni; heute Abend gibt es etliche Veranstaltungen an unterschiedlichen Orten, Sie finden das Programm hier.

MEINE STADT

HAMBURGER SCHNACK

Morgens in der S1. Zwei junge Frauen auf dem Weg zur Uni unterhalten sich. »Und, was habt ihr gestern gemacht?« – »Wir sind nach Hause gefahren, haben eingekauft und gekocht.« – »Krass! Einkaufen ist krass! Ich gehe nie einkaufen.«

Gehört von Juliana Volkmar

This article was originally published by Die Zeit.

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