Jedes fünfte Stellenangebot in Deutschland bietet Homeoffice – große Ungleichheit bei Berufen und Regionen
Bertelsmann-Studie: 20 Prozent der Online-Stellenanzeigen ermöglichen Fernarbeit, aber nur 4 Prozent für Helferberufe und 13 Prozent in frauendominierten Jobs
L'essentiel
- Eine Studie der Bertelsmann Stiftung zeigt, dass 20 Prozent der deutschen Online-Stellenangebote im vergangenen Jahr Homeoffice ermöglichten – ein deutlicher Anstieg von 3,7 Prozent im Jahr 2019.
- Die Verteilung ist jedoch stark ungleich: Männlich dominierte Berufe (22 Prozent) bieten mehr Fernarbeit als frauendominierte (13 Prozent).
- Akademiker haben zu 35 Prozent Homeoffice-Chancen, Helferberufe nur zu 4 Prozent.
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Pourquoi c'est important
Die Studie analysierte 79 Millionen Online-Stellenanzeigen. Vor der Pandemie 2019 lag der Homeoffice-Anteil bei nur 3,7 Prozent. Seit 2024 hat sich die Quote bei rund 20 Prozent eingependelt.
Trotz der schlechten Wirtschaftslage bleibt das Angebot von Homeoffice in Deutschland einer Studie zufolge auf hohem Niveau – ist aber sehr ungleich verteilt. Demnach enthielt im vergangenen Jahr jedes fünfte Online-Stellenangebot die Möglichkeit zur Fernarbeit, wie die Bertelsmann Stiftung am Mittwoch mitteilte. »Wer geglaubt hat, dass in wirtschaftlich schwierigen Zeiten alle wieder ins Büro zurückkehren müssen, hat sich getäuscht«, sagte Gunvald Herdin, Arbeitsmarktexperte der Stiftung. »Das Homeoffice ist gekommen, um zu bleiben.« Allerdings gilt dies vor allem für männerdominierte Berufe, insbesondere die IT. Denn die Studie zeigt eine deutliche Ungleichheit bei der Verteilung der Angebote. Während bei männerdominierten Berufen 22 Prozent der Stellen mit Homeoffice ausgeschrieben werden, sind es bei frauendominierten nur 13 Prozent. Bei Hochqualifizierten ist der Unterschied noch größer. »Homeoffice ist ein wichtiges Vereinbarkeitsinstrument«, erklärte Arbeitsmarktexpertin Michaela Hermann mit Blick auf Eltern, Alleinerziehende und Menschen, die andere Personen pflegen. »Wir brauchen auch Vereinbarkeitsangebote in Berufen mit engem Kontakt zu Menschen – etwa in Erziehung, Pflege und Gesundheit.« Stuttgart ist »Homeoffice-Hauptstadt« Zudem gibt es ein starkes Gefälle nach Qualifikation und Region. Während rund ein Drittel der Akademiker (35 Prozent) auf ein Homeoffice-Angebot hoffen kann, sind es bei Arbeitskräften auf Helferniveau nur vier Prozent. Auch zwischen Stadt und Land zeigen sich große Unterschiede. In Großstädten liegt die Quote demnach bei gut 28 Prozent. Als »Homeoffice-Hauptstadt« identifizierte die Studie Stuttgart mit einem Anteil von 38 Prozent, gefolgt von Düsseldorf und Frankfurt am Main. In ländlichen oder dünn besiedelten Regionen wie Mecklenburg-Vorpommern ist das Angebot deutlich geringer. Für die Analyse ihres »Jobmonitors« wertete die Bertelsmann Stiftung rund 79 Millionen Online-Stellenanzeigen aus den Jahren 2019 bis 2025 aus. Vor der Corona-Pandemie 2019 lag der Anteil der Angebote mit Homeoffice-Möglichkeit der Studie zufolge bei 3,7 Prozent. Bis 2022 stieg die Quote auf 16,8 Prozent und hat sich seit 2024 bei rund 20 Prozent eingependelt.
Questions ouvertes
- Welche konkreten Maßnahmen könnten die Ungleichheit bei Homeoffice-Angeboten reduzieren?
- Wie entwickelt sich das Angebot in frauendominierten Berufen in den nächsten Jahren?
- Welche Rolle spielen Tarifverträge bei der Homeoffice-Verteilung?


