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Luftverkehr in Deutschland: "Kühne" Strategie der Bundesregierung stößt auf Skepsis
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FAZ10.06.2026Business2 dk okumaGermany

Luftverkehr in Deutschland: "Kühne" Strategie der Bundesregierung stößt auf Skepsis

L'essentiel

  • Deutschlands Luftverkehr hinkt dem Vorkrisenniveau hinterher.
  • Die Bundesregierung hat eine neue Luftfahrtstrategie beschlossen, die Deutschland als "führende Luftfahrtnation" etablieren soll.
  • Kritiker bemängeln jedoch vage Formulierungen und fehlende konkrete Maßnahmen zur Kostensenkung und Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit.

Résumé généré par IA

Pourquoi c'est important

Der deutsche Luftverkehr verzeichnet ein geringeres Passagieraufkommen als vor der Corona-Pandemie und liegt im europäischen Vergleich zurück. Die Bundesregierung hat eine neue Luftfahrtstrategie verabschiedet, um Deutschland als führende Luftfahrtnation zu etablieren.

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Der Luftverkehr in Deutschland hinkt mit dem Passagieraufkommen den Vor-Corona-Zahlen hinterher und zählt zu den Schlusslichtern Europas. Da mutet es geradezu kühn an, dass die Bundesregierung nun sicherstellen will, dass Deutschland als „führende Luftfahrtnation“ erfolgreich „wird und bleibt“, wie es in der frisch beschlossenen Luftfahrtstrategie heißt.

Skepsis ist angebracht. Schon 2014 hatte die damalige Regierung Merkel der Branche eine „besondere strategische Rolle“ zugeschrieben. Das hat die drastischen Kostensteigerungen der vergangenen Jahre bei Steuern und Gebühren nicht verhindert, die das Wachstum bremsen. Nun hat man Probleme und Herausforderungen der deutschen Luftfahrt wieder akkurat aufgeschrieben. Doch dafür hätte es genügt, den Unternehmen der Branche genau zuzuhören. Sie monieren seit Langem Kostennachteile im internationalen Wettbewerb in einer Dauerwiederholungsschleife. Dennoch passierte politisch lange nichts. Der deutsche Rückstand auf den Rest Europas in der Verkehrsentwicklung wuchs, und es wurden sogar noch Zusatzkosten draufgesattelt.

Bundesregierung legt vage Kursbestimmung vor

Jetzt ist zumindest der Wille zur politischen Wende formuliert. Einen konkreten Plan mit Zeitmarken gibt es aber nicht. Die beschlossene Senkung der Ticketsteuer wird zum Teil der Strategie erklärt. Dabei haben Airlines längst angemerkt, dass 2,50 Euro Entlastung für Europaflüge zu wenig und eher 15 Euro nötig seien, um im Wettbewerb zu Nachbarländern aufzuschließen. Was der Bund tun will, um die angestrebte Führungsrolle als Luftfahrtnation zu erreichen, lässt er offen.

Begrüßenswert, aber ebenso vage, sind die Bekundungen, deutschen Werken solle eine Führungsrolle beim nächsten Airbus-Mittelstreckenjet zukommen. Wie man das erzwingen will, steht nicht in dem Papier. Und nach dem Aus für das deutsch-französische Kampfjetprojekt FCAS ist offen, welche Formen die bis 2040 geplante Alternative unter „maßgeblicher“ deutscher Beteiligung haben wird. Ein Erkenntnisproblem in Sachen Luftfahrt hat die Bundesregierung nicht. Umso bedauerlicher ist es, dass sie sich nicht durchringen konnte, mehr als diese vage Kursbestimmung vorzulegen.

À surveiller

Perspective IA — des possibilités, pas des certitudes

  • Die Luftfahrtbranche wird weiterhin Kostennachteile im internationalen Wettbewerb erfahren.

    Probable · Moyen terme

  • Deutschland wird seine angestrebte Führungsrolle als Luftfahrtnation nicht erreichen, wenn keine konkreten Maßnahmen folgen.

    Possible · Long terme

Questions ouvertes

  • Welche konkreten Maßnahmen wird die Bundesregierung ergreifen, um die Kosten für die Luftfahrtbranche zu senken?
  • Wie wird die angestrebte Führungsrolle als Luftfahrtnation konkret erreicht?
  • Welche Formen wird die geplante Alternative zum deutsch-französischen Kampfjetprojekt FCAS annehmen?
  • Wann werden die Maßnahmen der Luftfahrtstrategie umgesetzt?

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This article was originally published by FAZ.

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