Luis de la Fuente: Der bescheidene Weltmeister-Macher
L'essentiel
- Nach dem Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft wird Spaniens Nationaltrainer Luis de la Fuente für seine Bescheidenheit und seinen unermüdlichen Fokus auf den Teamgedanken gelobt.
- Er bleibt seinen Prinzipien treu, betont das „Wir“ und genießt den Erfolg ohne überbordende Emotionen.
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Pourquoi c'est important
Luis de la Fuente, Trainer der spanischen Nationalmannschaft, wird nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft für seine bescheidene Art und seinen Fokus auf den Teamgedanken gewürdigt. Er hat viele seiner Spieler seit deren Jugend trainiert und verkörpert traditionelle Fußballwerte.
Im Moment seines größten Erfolgs war Luis de la Fuente der Mann, der er immer ist. Souverän, in sich ruhend, beantwortete er nach dem 1:0 gegen Argentinien höflich jede Frage eines deutlich aufgeregteren Reporters. Keine überbordenden Gefühle, kein Tränchen, das verdrückt werden musste nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft. Stattdessen sagte er: „Ein großes Lob an die Mannschaft, meinen Trainerstab und alle, die mitgeholfen haben, unseren großen Traum wahr werden zu lassen.“
Wer Luis de la Fuente in den vergangenen fünf Wochen regelmäßig zugehört hatte, der erkennt die immer gleichen Motive. Kein Tag, an dem er nicht das „Wir“ in den Vordergrund stellte, die Gruppe hervorhob oder dem Teamgedanken huldigte. De la Fuente kann da herrlich altmodisch sein. In Zeiten, in denen der Fußball immer individualistischer wird, in denen Hochglanzsuperstars das Publikum begeistern, bleibt das Spiel für ihn ein Mannschaftssport.
„Wir sind alle privilegiert“
Spaniens Nationaltrainer ist immer wieder für seine Bescheidenheit gelobt worden. Während einer WM, die das Höher, Schneller, Weiter der Branche noch einmal multiplizierte, wirkte de la Fuente wie ein Korrektiv. „Wir sind alle privilegiert, wir sollten jeden Tag genießen.“ Auch diesen Satz wiederholt er gern.
Luis de la Fuente ist vor 65 Jahren in Haro zur Welt gekommen, einer kleinen Gemeinde in der Region La Rioja, die bekannt ist für ihren Rotwein und die Beharrlichkeit ihrer Bewohner. De la Fuente ist in dieser Hinsicht ein Bilderbuchrepräsentant seiner Heimat. Er schätzt ein gutes Glas Wein und rückt nie von seinen Prinzipien ab, zu denen auch zählt, sein Privatleben streng geheim zu halten. Er ist verheiratet und hat drei Kinder, von denen eines seinem Trainerstab angehört. Mehr ist kaum bekannt.
De la Fuente wirkt wie ein Brückenbauer zwischen den Generationen. Als Spieler brachte er es auf knapp 300 Einsätze in Spaniens Profiligen, als Trainer trainierte er nie höher als dritte Liga, ehe er zum Verband wechselte. Dort trainierte er verschiedene Junioren-Nationalmannschaften. Viele der Spieler, mit denen er nun in den USA Weltmeister wurde, kennt er seit deren Jugendtagen.
Seine Grundsätze haben alle verinnerlicht. Wie ein Vater wacht de la Fuente über die Spieler, verteidigt sie nach außen und kritisiert intern. Beim Training kann er pedantisch sein. Oft müssen die Spieler einfache Übungen wiederholen, weil ihm Details nicht gefallen. Außerhalb des Platzes lässt er Großzügigkeit walten, das wissen alle zu schätzen. Wie sehr sie ihren Trainer verehren, zeigt allein das ungewöhnliche Versprechen gleich mehrerer Profis. Vor dem Finale kündigten sie an, sich im Falle eines Sieges ein Tattoo mit dem Konterfei de la Fuentes stechen zu lassen.




