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NSDAP-Mitgliederkartei: Streit um Online-Zugang und Datenherkunft
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FAZ21.05.2026Media2 dk okumaGermany

NSDAP-Mitgliederkartei: Streit um Online-Zugang und Datenherkunft

L'essentiel

  • Nachdem "Die Zeit" die NSDAP-Mitgliederkartei zugänglich machte, zogen "Spiegel", Correctiv und "Katapult" nach.
  • Correctiv und "Katapult" mussten ihre Suche jedoch wieder offline nehmen, da ihre Daten möglicherweise auf "Zeit"-Daten basierten.

Résumé généré par IA

Pourquoi c'est important

Das US-Nationalarchiv stellte die NSDAP-Mitgliederkartei online, was zu einem Ansturm auf die Daten führte. Verschiedene deutsche Medien versuchten, den Zugang zu vereinfachen und die Daten auszuwerten. "Die Zeit" war die erste, die eine aufbereitete und statistisch ausgewertete Version für Abonnenten anbot.

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Die „Zeit“ hatte eine geniale Idee, um die viele in der Branche die Redaktion beneiden. Sie hat die NSDAP-Mitgliederkartei zugänglich gemacht, die das US‑Nationalarchiv Mitte März online stellte. Die Seite des Archivs war unter dem Ansturm der Anfragen tagelang zusammengebrochen, die „Zeit“ wusste vierzehn Tage später einen Weg.

Sie sichtete den Datensatz, bereitete ihn auf und wertete ihn statistisch aus. Mehr als zwölf Millionen Karteikarten sind hier nun für die Suche verfügbar. Wer sich fragt, ob der eigene „Vater, Ihre Großmutter oder Ihr Ur-Opa in der NSDAP“ waren, kommt als Abonnent der „Zeit“ seit Anfang April weiter.

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Anfang Mai zog der „Spiegel“ mit einer eigenen, KI-gestützten Karteikartensuche nach. Zuletzt sprangen die Journalistengruppe Correctiv und das Magazin „Katapult“ auf den Zug auf und meinten, sie könnten „Zeit“ und „Spiegel“ eine Nase drehen. Bei ihnen, hieß es angeberisch, gebe es die Ahnenforschung für alle – ohne Bezahlschranke.

Nur ein vermeintlicher Coup

Der vermeintliche Coup war allerdings keiner. Am 12. Mai gingen Correctiv und „Katapult“ mit ihrer NSDAP-Karteikartensuche online und am 14. wieder offline. Nach einem Hinweis der „Zeit“ hatte sich nämlich herausgestellt, wie Correctiv selbst schreibt, dass die von einem externen Entwickler stammenden Daten „möglicherweise“ auf der Sammlung der „Zeit“ basieren. „Nach umfassender Prüfung“ habe sich der Verdacht als „berechtigt“ erwiesen. Man habe die Datenbank „vorläufig“ offline genommen, halte aber „an dem Anspruch fest, Recherchen zu NSDAP-Mitgliedschaften öffentlich zugänglich zu machen“, und arbeite „an einer Lösung, die eine saubere und bequeme Bereitstellung der Informationen aus dem US-Nationalarchiv (NARA) in einer kostenlosen Suche ermöglicht“.

Aus diesem Selbstbekenntnis spricht dieselbe Hybris, mit der Correctiv seit Jahr und Tag seine theatralische, vor Gericht durchlöcherte „Recherche“ zum „Geheimtreffen“ in Potsdam verteidigt.

Correctiv meint, wie der Name schon verrät, es besser zu machen als alle anderen und wedelt bei jeder Gelegenheit mit seiner vermeintlichen Gemeinnützigkeit. In Wahrheit ist dieser Verein drittklassig. Die Ministerien in Bund und Ländern, die dieses Medienhaus mit Förderzuwendungen in Millionenhöhe pampern, sollten sich endlich überlegen, ob das Geld der Steuerzahler hier gut angelegt ist.

Questions ouvertes

  • Wie genau wurden die Daten von Correctiv und "Katapult" von denen von "Die Zeit" übernommen?
  • Welche Konsequenzen hat dieser Vorfall für die Förderungen von Correctiv?
  • Wird Correctiv eine neue, eigene kostenlose Suche anbieten können?
  • Wie wird das US-Nationalarchiv auf die Nutzung seiner Daten durch deutsche Medien reagieren?

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This article was originally published by FAZ.

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