Regenbogenflagge weht über dem Reichstagsgebäude anlässlich des Internationalen Tags gegen Homophobie
L'essentiel
- Der Bundestag hisst die Regenbogenflagge am Reichstagsgebäude in Berlin zum Internationalen Tag gegen Homophobie.
- Bundestagspräsidentin Julia Klöckner begründet dies mit der Rehabilitierung homosexueller NS-Opfer und der Neutralitätspflicht, was zu Debatten mit Kanzler Friedrich Merz und der Queer-Beauftragten Sophie Koch führte.
Résumé généré par IA
Pourquoi c'est important
Anlässlich des Internationalen Tags gegen Homophobie hisst der Bundestag die Regenbogenflagge über dem Reichstagsgebäude. Dies geschieht am Jahrestag der Rehabilitierung homosexueller Opfer der NS-Justiz. Die Entscheidung von Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, die Flagge nur an diesem Tag und nicht wie ihre Vorgängerin am Christopher Street Day (CSD) zu hissen, hat zu Debatten geführt.
Einmal im Jahr wird es bunt auf dem Reichstag: Anlässlich des Internationalen Tags gegen Homophobie hat Bundestagspräsidentin Julia Klöckner entschieden, die Regenbogenflagge zu hissen – anders als beim CSD.
17.05.2026, 14.44 Uhr
Der Bundestag hat über dem Reichstagsgebäude in Berlin für einen Tag die Regenbogenflagge gehisst. Anlass ist der Internationale Tag gegen Homophobie, der zugleich der Jahrestag der vom Parlament 2002 beschlossenen Rehabilitierung homosexueller Opfer der NS-Justiz ist.
Es gebe daher einen klaren parlamentarischen Anlass – anders als beim Berliner Christopher Street Day (CSD), hatte das Büro von Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) zuvor erklärt. Im vergangenen Jahr hatte es Streit gegeben, weil Klöckner sich geweigert hatte, die Regenbogenflagge auch am CSD zu hissen – so wie das ihre Amtsvorgängerin Bärbel Bas (SPD) getan hatte.
Klöckner hatte entschieden, dass die Flagge einmal gehisst werde, und zwar am Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit. Sie hatte dies mit der Neutralitätspflicht der Bundestagsverwaltung begründet und betont, die Bundesflagge in Schwarz-Rot-Gold stehe für Freiheit, Menschenwürde und Gleichheit vor dem Gesetz – das umfasse auch das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte das Vorgehen verteidigt und gesagt: »Der Bundestag ist ja nun kein Zirkuszelt«, auf dem man beliebig Flaggen hisse. Auch das hatte Kritik hervorgerufen, unter anderem von der Queer-Beauftragten der Bundesregierung, Sophie Koch (SPD). Im ARD-»Interview der Woche« sagte Koch jetzt, Symbole wie die Flagge seien »wichtig für die Community«. Debatten darüber dürften aber nicht von relevanten Themen wie Sicherheit von queeren Menschen ablenken.
Seit einem Jahr ist Julia Klöckner Präsidentin des Deutschen Bundestags, in dem so viel gepöbelt, gejammert und befürchtet wird wie selten zuvor. Ja, die Zeiten sind ernst. Klöckner setzt mit guter Laune dagegen. Hier lesen Sie mehr .
svs/dpa
Questions ouvertes
- Wie wird die Queer-Community auf die Entscheidung reagieren?
- Wird es zukünftige Änderungen in der Praxis des Flaggenhissens geben?




