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Topökonom kritisiert Pistorius für verfehlte Investitionspolitik
Politique
Spiegel WirtschafthierPolitique1 min de lectureGermany

Topökonom kritisiert Pistorius für verfehlte Investitionspolitik

Der Präsident des IfW Kiel, Moritz Schularick, wirft Verteidigungsminister Boris Pistorius falsche Akzente bei Rüstungsinvestitionen vor und fordert einen zentralen Koordinator im Kanzleramt.

L'essentiel

  • IfW-Präsident Moritz Schularick kritisiert Verteidigungsminister Boris Pistorius scharf für dessen Rüstungsinvestitionen.
  • Statt in veraltete Technologien wie Panzer zu investieren, müsse der Fokus auf KI, Drohnen und den Aufbau von Produktionskapazitäten liegen.

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Für die Modernisierung der Bundeswehr stehen bis 2030 rund 700 Milliarden Euro zur Verfügung.

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Dieser Ausdruck wurde am 10.08.2026 erstellt und ist ausschließlich für den persönlichen Gebrauch lizenziert.

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»Veraltete Technologien« Topökonom kritisiert Pistorius für verfehlte Investitionspolitik

Verteidigungsminister Boris Pistorius gilt als einer der beliebtesten Politiker der aktuellen Bundesregierung, doch die kritischen Stimmen mehren sich. Das hat mit seiner Einkaufspolitik zu tun.

10.08.2026, 10.03 Uhr

Der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW), Moritz Schularick, wirft Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) falsche Akzente bei Rüstungsinvestitionen vor. Der Topökonom fordert die Einsetzung eines zentralen Koordinators für die militärische Beschaffung im Kanzleramt.

Der »Süddeutschen Zeitung« sagte Schularick , statt die 700 Milliarden Euro – die bis 2030 für die Modernisierung der Bundeswehr zur Verfügung stünden – gezielt in Waffensysteme der Zukunft zu investieren, gebe Pistorius einen Großteil des Geldes weiter für Panzer, Fregatten und andere veraltete Technologien aus. Das weitgehend kreditfinanzierte Milliardenprogramm, mit dem man bei richtiger Verwendung auch das Wirtschaftswachstum ankurbeln könnte, drohe deshalb weitgehend zu verpuffen.

»Was wir nicht haben, sind Hunderttausende Menschen, die in Panzer steigen und an die Front fahren möchten.«

»Wir haben viel Kapital, viel industrielles Know-how und in Teilbereichen auch immer noch hochmoderne Technologien«, sagte der IfW-Chef mit Blick auf Deutschlands Stärken. »Was wir nicht haben, sind Hunderttausende Menschen, die in Panzer steigen und an die Front fahren möchten. Das heißt: Statt auf mehr Soldaten, mehr bemannte Fahrzeuge und mehr Kasernen müssen wir – wo immer möglich – auf KI, Robotik, Drohnen und Satellitentechnik setzen.«

Ein einzelnes und zudem »sehr langsames« Ministerium ist aus Sicht des Wirtschaftswissenschaftlers mit der Neuorganisation der deutschen und europäischen Verteidigungsstrategie überfordert. Stattdessen sei jemand nötig, »der mit politischer Macht ausgestattet ist, Industrie, Start-ups und Ministerien zusammenbringt, Friktionen ausräumen kann und alles auf ein Ziel konzentriert«. Er könne sich beispielsweise den früheren Telekom-Vorstandschef René Obermann oder Ex-Airbus-Chef Tom Enders als einen solchen Koordinator im Kanzleramt vorstellen, sagte der Ökonom.

Aus Sicht Schularicks müssen sowohl die Bundesregierung als auch die Industrie ihre Herangehensweise bei der Rüstungsbeschaffung vollständig umstellen. Es reiche nicht, viel Geld auszugeben und die Bestände der Bundeswehr aufzufüllen. »Vielmehr müssen wir von Beginn an mitdenken, wie die wirtschaftlichen Prozesse aussehen müssen, damit die nötigen Waffensysteme im Fall der Fälle auch wirklich rasch und in ausreichender Menge nachproduziert werden können«, sagte er.

Statt hochkomplexe, maßgefertigte Panzer in kleiner Stückzahl oder 200 Flugabwehrraketen zu ordern, müsse es also darum gehen, Produktionskapazitäten aufzubauen. »Anders ausgedrückt: Wir bestellen nicht mehr das einzelne Gerät, sondern die ganze Fabrik, die dann im Ernstfall sehr rasch 2000 statt 200 Raketen pro Jahr produzieren kann«, sagte Schularick. Weil sich das Vorhalten einer solchen Fabrik in Friedenszeiten für ein Unternehmen nicht rechne, müsse der Staat eine Prämie dafür zahlen.

Questions ouvertes

  • Wird die Bundesregierung einen Rüstungskoordinatoren im Kanzleramt einsetzen?
  • Wie reagiert das Verteidigungsministerium auf die Kritik?

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This article was originally published by Spiegel Wirtschaft.

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