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Trumps "Diktatfrieden" und die "Kir Royal"-Methode
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FAZ19.06.2026Politique4 dk okumaGermany

Trumps "Diktatfrieden" und die "Kir Royal"-Methode

L'essentiel

  • Der Artikel kritisiert Trumps angebliche "Diktatfrieden" mit dem Iran und vergleicht seine Verhandlungsmethoden mit der "Kir Royal"-Serie.
  • Er hinterfragt die Wirksamkeit von finanziellen Anreizen statt Sanktionen und deutet an, dass amerikanische Steuerzahler die Kosten tragen könnten.

Résumé généré par IA

Pourquoi c'est important

Der Artikel kommentiert Trumps angebliche Friedensverhandlungen mit dem Iran und vergleicht seine Methoden mit der deutschen Fernsehserie "Kir Royal". Es wird die Wirksamkeit von finanziellen Anreizen statt harter Sanktionen hinterfragt.

Taille de police

Na, da hat unser Kanzler den Präsidenten ganz schön überrumpelt! Trump konnte, als Merz ihm das deutsche Trikot aufdrängte, nur noch murmeln: „It’s great.“ Wie hätte er auch etwas anderes sagen sollen, schließlich stand sein Name drauf und die Nummer seiner Präsidentschaft.

Allerdings ist nicht bekannt geworden, welches Schicksal unserem Nationalleibchen nach der Schenkung beschieden war. Hat Trump unsere Farben schon mit Stolz getragen, wenigstens heimlich? Oder mit dem Trikot gemacht, was Ronald Koeman damals mit dem Hemd von Olaf Thon tat?

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Offenbar plagte diese Befürchtung auch unseren Kanzler, denn sonst hätte er Trump ja nicht auch noch extra ins Stammbuch (X) geschrieben, dass er, der oberste Ami, und wir doch zum selben Team gehörten. Wir haben allerdings immer noch leichte Zweifel daran, dass Trump das so sieht. Aus seiner Sicht sind wir ja ein Loser-Land, die USA aber Meister aller Klassen und Disziplinen. Und man muss schon sagen: Wie er und Netanjahu den Iranern zeigten, wo der Barthel den Most holt, das war einzigartig.

Versailles war ein würdiger Ort für Trumps Diktatfrieden

Uns wundert, dass Trump den iranischen Präsidenten nicht nach Compiègne befahl und ihn zwang, in dem bekannten Salonwagen die bedingungslose Kapitulation Irans zu unterzeichnen. Aber Versailles ist ja durchaus auch ein würdiger Ort für einen Diktatfrieden. Der aktuelle fiel im Vergleich zu den Vorortverträgen vor einem Jahrhundert freilich so milde aus, dass man sich fragen muss: Wow, hat vielleicht sogar Trump etwas aus der Geschichte gelernt?

Denn obwohl wieder glasklar feststeht, wer die Alleinschuld an dem Krieg hatte, muss Iran weder Gebiete an die Siegermächte abtreten noch Reparationen für die Schäden zahlen, die seine Angriffe in Israel und in den Golfstaaten anrichteten. Die Amis verlangen nicht einmal Schadenersatz für den gestiegenen Spritpreis.

Weil es Trump nicht gelang, die Mullahs mit der Peitsche gefügig zu machen, versucht er es jetzt mit Zuckerbrot. Er stellt den Iranern Investitionen in Höhe von sage und schreibe 300 Milliarden Dollar in Aussicht, dazu noch Mauteinnahmen in einer Größenordnung, von denen nicht einmal Andy Scheuer zu träumen gewagt hätte.

Trump bombardiert die Iraner jetzt mit Geld

Ist „Kir Royal“ auch in Amerika ausgestrahlt worden? Die Methode, einen Widerspenstigen statt mit Raketen mit Geld zu bombardieren, hat Trump sich doch ganz klar von Generaldirektor Haffenloher abgeschaut (wie so manches andere auch, das fällt uns jetzt wie Schuppen von den Augen). Der hatte dem Schimmerlos ja detailliert dargelegt, wie er dessen Widerstand brechen werde. An diese Sternstunde des deutschen Fernsehens muss hier wenigstens mit ein paar Sätzen erinnert werden, auch wenn jedenfalls wir Boomer sie auswendig können: „Ich kauf dich einfach. Ich kauf dir ’ne Villa, da stell ich dir noch ’nen Ferrari davor ... Ich schieb es dir vorne und hinten rein. Ich scheiß dich so was von zu mit meinem Geld, dass du keine ruhige Minute mehr hast. Ich schick dir jeden Tag Cash im Koffer. Das schickste zurück, einmal, zweimal ... Aber irgendwann nimmste es. Und dann hab ich dich. Dann gehörst du mir.“

Den einzigen Unterschied, den wir zwischen Haffenloher und Trump sehen, ist, dass Trump natürlich niemals sein eigenes Geld nehmen würde, um damit die Mullahs ... Muss er auch nicht, weil es ja genügend milliardenschwere Fans gibt, die es dem Präsidenten vorne und hinten reinschieben, na ja, die jedenfalls behaupten, das zu tun.

Für Trumps angeblich nur mit Spenden finanzierten goldenen Ballsaal, der ihm nach seinem Besuch in Versailles bestimmt noch viel zu bescheiden vorkommt, müssen nun wohl doch auch die amerikanischen Steuerzahler bluten. Und auch Trumps „Friedensrat“ ist immer noch ziemlich klamm. Aber wenigstens Infantino wird sich als verlässlicher Freund erweisen. Der schaut nach der WM sicher bei Trump vorbei, um sich bei ihm für das wunderbare Fußballgeschäft zu bedanken, und das bestimmt nicht nur mit einem Trikot.

Questions ouvertes

  • Wer finanziert Trumps Iran-Investitionen?
  • Wie wird Iran auf das Angebot reagieren?
  • Was ist das Schicksal des geschenkten Trikots?

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This article was originally published by FAZ.

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