Newsgather
Back|USA verweigert iranischer Frauenrechtlerin die Einreise zur WM
USA verweigert iranischer Frauenrechtlerin die Einreise zur WM
MondeAI
FAZ·3 sa önce·🇩🇪Germany·Monde

USA verweigert iranischer Frauenrechtlerin die Einreise zur WM

3 dk okuma·%70 önem·550 kelime
#Fußball-Weltmeisterschaft#Einreiseverbot#Frauenrechte#FIFA#USA#Iran#GianniInfantino#Visum
F
FAZ
Yayıncı
Taille de police

Die Vereinigten Staaten von Amerika verweigern Fußballfans mit Verweis auf die durch Präsident Trump ausgesprochenen Einreiseverbote die Reise zur Fußballweltmeisterschaft. Der F.A.Z. liegt die Ablehnung des Visumantrags vor, mit der die Botschaft der Vereinigten Staaten in Brüssel einer iranischen Aktivistin für Frauenrechte das Visum zur Reise in die Vereinigten Staaten verweigert.

Die Iranerin Sara, die tatsächlich anders heißt, setzt sich seit Jahrzehnten für das Recht von Iranerinnen auf Stadionbesuch ein, die F.A.Z. hatte von ihren Erfahrungen bei Besuchen der Fußballweltmeisterschaften 2018 in Russland und 2022 in Qatar berichtet. Sie hatte gehofft, zwei Spiele der iranischen Nationalmannschaft in den Vereinigten Staaten besuchen zu können. Für beide Partien hat sie nach eigener Aussage Eintrittskarten.

F.A.Z.-Artikel häufiger in Ihren Suchergebnissen sehen

F.A.Z. bei Google bevorzugen

Infantino kann sein Versprechen nicht halten

An ihrem Fall zeigt sich nun exemplarisch, dass Gianni Infantino, der Präsident des Internationalen Fußball-Verbands FIFA, sein Versprechen („Jeder wird willkommen sein“) nicht halten kann. Auch der FIFA-Claim „Football unites the World“, Fußball vereint die Welt, stellt sich damit ein weiteres Mal als hehre Absichtserklärung heraus.

Mit Verweis auf die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten scheitert der Anspruch der FIFA am Willen des amerikanischen Präsidenten, der das Einreiseverbot am 4. Juni 2025 verhängt hatte; zudem ist damit belegt, dass auch Personen, die sich unter erheblicher Gefahr für Leib und Leben in der Islamischen Republik Iran für mehr Freiheiten einsetzen, von der amerikanischen Regierung als Gefahr eingestuft werden. Seit Februar führen die Vereinigten Staaten gemeinsam mit Israel Krieg gegen Iran.

„Es ist traurig und unfair“, sagte Sara der F.A.Z. „Mir ist nicht ganz klar, wieso der Besuch im Fußballstadion gegen die nationalen Interessen der USA verstoßen soll.“ Für sie zeige sich eine bittere Parallele: „Trumps Amerika und die Islamische Republik Iran sind sich offenbar einig, dass der Stadionbesuch unter bestimmten Umständen zu gefährlich sein kann, als dass er erlaubt werden darf. Allerdings: Für einen Gastgeber einer Weltmeisterschaft ist das in bestimmter Hinsicht noch schlimmer.“

Eine Anfrage der F.A.Z. an die FIFA, inwieweit man sich in diesem oder anderen Fällen für Antragsteller einsetze, um dem eigenen Anspruch und Infantinos Versprechen zu genügen, blieb bislang unbeantwortet. Nachdem der Widerspruch zwischen den von Trump verhängten Einreiseverboten und Infantinos Versprechen längst offensichtlich war, ist damit in der Praxis geklärt, welche Instanz am längeren Hebel sitzt. Einreiseverbote bestehen umfänglich auch gegenüber Haitianern und teilweise gegenüber Bürgern Senegals und der Elfenbeinküste.

Eine Woche vor Beginn des Turniers hat das iranische Team bislang nur für Mexiko Visa erhalten. Dort soll die Mannschaft in Tijuana ihr Quartier beziehen. Für die Vereinigten Staaten und Kanada liegen weiterhin keine Visa vor. Die iranische Mannschaft soll am 15. Juni gegen Neuseeland und am 21. Juni gegen Belgien im kalifornischen Inglewood spielen, am 26. Juni gegen Ägypten in Seattle.

In ihrem Ablehnungsschreiben an Sara verweist die US-Botschaft in Brüssel darauf, dass sich das amerikanische Außenministerium eine Ausnahmeregelung vorbehalte, teilt aber mit: „Das kann ein langer Prozess sein.“

This article was originally published by FAZ.

Related Stories