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Verfassungsschutzbericht 2025: Rechtsextremismus größte Bedrohung
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Tagesschau Inland30.06.2026Politique6 dk okumaGermany

Verfassungsschutzbericht 2025: Rechtsextremismus größte Bedrohung

L'essentiel

  • Der Verfassungsschutzbericht 2025 stuft Rechtsextremismus als größte Bedrohung ein.
  • Das Personenpotenzial stieg auf 58.700, darunter 15.600 Gewalttäter.
  • Die AfD wird als gesichert rechtsextremistisch eingestuft, beobachtet werden auch junge Radikalisierte und linksextremistische Gewalt.

Résumé généré par IA

Pourquoi c'est important

Der Verfassungsschutzbericht 2025 hebt Rechtsextremismus als größte Bedrohung hervor und verzeichnet einen Anstieg des Personenpotenzials sowie der Gewalttaten. Neue Beobachtungsobjekte gab es nicht, jedoch wurde der Sender AUF1 hochgestuft.

Taille de police

Der Rechtsextremismus bleibe die "größte Bedrohung" für die freiheitliche demokratische Grundordnung, schreibt Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) im Vorwort des Verfassungsschutzberichts 2025. Es ist eine Einordnung, die dort im vergangenen Jahr gefehlt hatte.

Das rechtsextremistisches Personenpotenzial ist aus Sicht des Verfassungsschutzes auf 58.700 Personen gestiegen (2024: 50.250), darunter 15.600 gewaltorientierte Personen (2024: 15.300). Die Zahl der rechtsextremistischen Gewalttaten stieg im Vergleich zum Vorjahr um 8,9 Prozent.

Neue Beobachtungsobjekte sind nicht dazu gekommen. Allerdings wurde der österreichische Sender "AUF1", der auch in Deutschland ein Studio betreibt, hochgestuft. Er werde seit Februar 2026 als gesichert rechtsextremistische Bestrebung bearbeitet.

AfD-Beobachtung

28.000 Rechtsextremisten rechnet der Verfassungsschutz der AfD zu, deren Mitgliederzahl 2025 auf 70.000 Personen gewachsen sei. Der Verfassungsschutz geht davon aus, dass angesichts der steigenden Mitgliederzahl auch die Zahl extremistischer Personen innerhalb der Partei zugenommen habe. Ein Abrücken der Partei von verfassungsschutzrelevanten Standpunkten sei nicht festzustellen.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz hatte die AfD im vergangenen Jahr als "gesichert rechtsextremistisch" eingestuft. Dagegen ging die AfD juristisch vor - und bekam im Eilverfahren vorerst Recht. Der Verfassungsschutz führt sie aber weiter als "Verdachtsfall". Das Gerichtsverfahren in der Hauptsache läuft noch.

Folgen einer möglichen AfD-Regierung

In Sachsen-Anhalt hat die AfD derzeit Chancen, nach der Landtagswahl im September die Regierung zu stellen. Ein AfD-Innenminister wäre ein "Sicherheitsrisiko", hatte Thüringens Innenminister, Georg Maier, dazu am Sonntag im "Bericht aus Berlin" gesagt. Man müsse Sorge haben, dass Informationen über Rechtsextreme oder über Spionagetätigkeiten Russlands abfließen.

"Die entsprechenden Institutionen machen sich Gedanken darüber", versicherte ein Sprecher der Bundesregierung am Montag. Er kündigte an, sie würden dazu "eine Analyse vornehmen, inwieweit solche Gefährdungen absehbar sind."

Das ist mehr, als die Regierung bislang dazu gesagt hat. Innenminister Dobrindt war der Frage bislang stets ausgewichen.

Junge Radikalisierte

Der Verfassungsschutz beobachtet außerdem zunehmend "junge und teilweise minderjährige Personen", die "oftmals bereits eine ausgeprägte Gewaltbereitschaft" erkennen ließen, heißt es in dem Bericht.

Die rechtsextremistische Szene arbeite "systematisch an der Radikalisierung der nächsten Generation", so Dobrindt. Über Familienfeste, Kultur- und Brauchtumsveranstaltungen sowie Kinder- und Jugendlager würden häufig bereits im frühen Kindesalter rechtsextremistische Ideale vermittelt.

Im Blick haben die Verfassungsschützer etwa die Gruppe "Letzte Verteidigungs Welle". Sie verfolge das Ziel, mit Brand- und Sprengstoffanschlägen auf Unterkünfte für Asylbewerber und Einrichtungen politisch linker Organisationen "einen Zusammenbruch des demokratischen Systems" herbeizuführen.

Auch das linksextremistische Personenpotenzial schätzt der Verfassungsschutz als größer ein als noch im Vorjahr. Es ist um 4.200 Personen auf 42.200 (2024: 38.000) angewachsen. Die Zahl der gewaltorientierten Linksextremisten habe mit 11.600 (2024: 11.200) einen neuen Höchststand erreicht. Straftaten richteten sich insbesondere gegen tatsächliche und als solche ausgemachte Rechtsextremisten und gegen die Polizei.

Radikalisierungsprozesse in den vergangenen Jahren hätten dazu geführt, dass im Linksextremismus von einer "hohen Gewaltbereitschaft" ausgegangen werden müsse.

Das belegten vor allem Brandanschläge auf Kritische Infrastrukturen - etwa im September 2025 auf zwei Hochspannungsmasten in Berlin und im Januar, ebenfalls in der Hauptstadt, auf Kabelbrücke, was zu einem tagelangen Stromausfall geführt hatte. Mit solchen Angriffen müsse auch künftig gerechnet werden, warnt der Verfassungsschutz.

Spionage, Sabotage und Cyberangriffe

Einen Fokus legt der Verfassungsschutz in diesem Jahr auf die "Auswirkungen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine". Die Gefahren durch Spionage, Sabotage, Desinformation und Einflussnahme seien seit Beginn des russischen Kriegs gegen die Ukraine "anhaltend hoch".

"Staatlich gesteuerte Sabotage" russischer Akteure sei in der Vorgehensweise darauf angelegt, dass sich nicht unterscheiden ließe, ob ein Vorfall tatsächlich Sabotage sei oder doch ein Unfall, eine Tat von Extremisten oder Kriminellen. "Teil der Strategie ist es, Verunsicherung hinsichtlich hybrider Aktionen Russlands zu schüren sowie von einer aufgeregten öffentlichen Debatte zu profitieren", so der Bericht.

Russland investiere seit Jahren "erheblich" in die illegitime Einflussnahme auf die öffentliche Meinung in Deutschland - konzentriere sich dabei insbesondere auf die politischen Ränder.

Reisen deutscher Politiker könnten dabei propagandistisch genutzt werden. Übernahme von Reise- und Unterbringungskosten sowie exklusive Treffen mit hochrangigen russischen Politikern könnten Abhängigkeiten schaffen. Zuletzt hatten Reisen von AfD-Politikern - auch innerhalb der Partei - für Diskussionen gesorgt.

Islamismus

Auch die Gefährdung durch den islamistischen Terrorismus sei "anhaltend hoch". Insbesondere die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), Al-Kaida und diesen nahestehende Organisationen versuchten weiterhin Anschläge zu verüben. Von besonderer Relevanz sei der IS-Ableger ISPK, der etwa mit Anschlägen auf das Oktoberfest gedroht habe.

Auch in diesem Bereich setze sich der Trend fort, dass Akteure immer jünger werden, teilweise unter 14 Jahre und damit nicht strafmündig.

Antisemitismus

In einem Sonderkapitel widmet sich der Verfassungsschutzbericht auch den Auswirkungen des Nahost-Konflikts und dem Antisemitismus in Deutschland. Unterschiedliche extremistische Akteure riefen zu Hass und Gewalt gegen Jüdinnen und Juden oder den Staat Israel auf oder verneinten dessen Existenzrecht, heißt es. Regelmäßig komme es bei Demonstrationen im Zusammenhang mit dem Nahost-Konflikt zu antisemitischen Vorfällen.

Auch die Gefahr möglicher Terroranschläge gegen als jüdisch oder israelisch wahrgenommene Ziele sei weiter als konstant hoch einzuschätzen. Hinzu komme Hetze in Sozialen Medien.

Geplante Reform

Die umstrittene Kategorie verfassungsschutzrelevante Delegitimierung des Staates, die 2021 während der Pandemie eingeführt worden war, wird nicht mehr aufgeführt. Entsprechende Inhalte auf der Website des Bundesamts für Verfassungsschutz waren bereits entfernt worden.

À surveiller

Perspective IA — des possibilités, pas des certitudes

  • Die Bundesregierung wird eine Analyse zu den Sicherheitsrisiken einer möglichen AfD-Regierung vornehmen.

    Probable · En quelques mois

Questions ouvertes

  • Wie wird die Bundesregierung auf die Analyse möglicher Gefährdungen durch eine AfD-Regierung reagieren?
  • Welche konkreten Maßnahmen werden gegen die Radikalisierung junger Menschen ergriffen?
  • Wie wird die Bedrohung durch islamistischen Terrorismus konkret eingedämmt?

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This article was originally published by Tagesschau Inland.

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