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Victor Willis, Mitschöpfer von „Y.M.C.A.“, gestorben
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Süddeutsche Zeitung4 g önceCulture3 dk okumaGermany

Victor Willis, Mitschöpfer von „Y.M.C.A.“, gestorben

L'essentiel

  • Victor Willis, Mitbegründer der Village People und Mitschöpfer des Welthits „Y.M.C.A.“, ist im Alter von 74 Jahren gestorben.
  • Willis spielte die Rolle des Polizisten und war als Sänger und Texter tätig.
  • Er kämpfte um seine Urheberrechte und distanzierte sich zuletzt von der Interpretation des Songs als Schwulen-Hymne.

Résumé généré par IA

Pourquoi c'est important

Victor Willis war ein Gründungsmitglied der Village People, bekannt für seine Rolle als Polizist und seine Beteiligung an Hits wie „Y.M.C.A.“. Er kämpfte um seine Urheberrechte und war eine prägende Figur der Disco-Ära.

Taille de police

Es muss an diesem Tag, an dem der Tod des Sängers verkündet wurde, natürlich, noch mal um „Y.M.C.A.“ gehen. Im Jahr 1978 erstmals gesungen von der irre tollen, irre blöden, irre irren und, ja, schon auch irre bedeutenden Kostüm-Discotruppe Village People. Willis, 1951 in Dallas, Texas, geboren, war der Polizist. Er war für ein paar Jahre außerdem der Frontmann der Band. Ein Sänger, der mehr Soul hatte, als die Produktionen das zu jeder Zeit preisgaben. Und er war – hier biegt man, was das Rechtliche betrifft, langsam auf Schotterstraßen ab – einer der Autoren des Textes von „Y.M.C.A.“. Oder auch der alleinige Autor. Oder auch nur derjenige, der die ursprünglich halb französisch hingesäuselten Strophen der Musikproduzenten Jacques Morali und Henri Belolo in skandierbares Englisch brachte. Hing etwas davon ab, wen man fragte.

Relativ gesichert ist, dass Willis der Klagefreudigste der Village People war. Wenn es um die Rechte an den Songs ging, ohnehin. 1980 hatte er die Urformation verlassen, eine Kokainsucht entwickelt und zeitweilig in einem Trailerpark gelebt. Nachdem er nüchtern geworden war, erstritt er sich einen Anteil an den Autorenrechten von 20 Village-People-Liedern.

Willis war aber auch umtriebig, was die Wirkung des Songs betraf. Es ist nun mal so: Das Lied war und ist gigantisch, absolut unverschnittene, reinste Pop-Herrlichkeit. Gar nicht unbedingt, was Komposition, Produktion, Text und so weiter betrifft. Aber dafür umso mehr, was es in die Welt trug, auch als ewiggültiger Schlachtruf der Ausgelassenheit. Aber mehr schon noch als eine Art trojanisches Pferd der queeren Community. Also je nachdem wen man fragt.

Willis: Wer „Y.M.C.A.“ für eine Schwulenhymne halte, solle sich „die schmutzigen Gedanken aus dem Kopf waschen“

Die Village People, das schrieb etwa der Musik-Promotor Peter Shapiro einst, seien die „subversivste Gruppe in der Geschichte der modernen Musik“. Sie hätten es schließlich geschafft, den Rednecks aller Länder die weltgrößte Schwulenhymne unterzujubeln. Tolles Fazit.

Der Song über den Christlichen Verein junger Männer schaffte es in 14 Ländern auf Platz eins der Charts. In Deutschland stand er dort elf Wochen lang. Es gibt eine Version mit der wenigstens offiziell immens heterosexuellen Fußballnationalmannschaft, aufgenommen 1994. Und es gab und gibt Politiker, die ihn nutzten. Colin Powell hat ihn als US-Außenminister gesungen, mit gelbem Bauarbeiterhelm. Und Donald Trump zeigt zu der Musik immer wieder, nun ja, Tanzbewegungen auf irgendwelchen Bühnen. Was, bitte, kann ein Song in diesem bunten Zirkus namens Pop denn mehr erreichen? Man könnte über die historische Dimension des Ganzen doch sehr begeistert sein.

Leider teilte Willis Shapiros Einschätzung, mindestens zuletzt, nicht. Vor ein paar Jahren ließ er auf Facebook wissen, das Stück sei nie als Hymne an den schwulen Lebensstil zu verstehen gewesen. „Wer das behauptet, soll sich die schmutzigen Gedanken aus dem Kopf waschen.“ Dann kündigte er an, jedes Medium zu verklagen, das „Y.M.C.A.“ als Song der Gay-Community bezeichnet.

Weil Künstler von einer gewissen Dimension an aber eben nicht mehr in der Hand haben, wie die Welt ihr Werk rezipiert, kann man – frei von Schadenfreude oder Hohn, dafür mit ehrlicher Trauer – dies festhalten: Am Dienstag ist Victor Willis, Mitschöpfer einer der größten Hymnen der Gay-Community, gestorben. Er wurde 74 Jahre alt.

Questions ouvertes

  • Wie wird die Musikwelt auf Willis' Tod reagieren?
  • Wird der Streit um die Urheberrechte weitergehen?

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This article was originally published by Süddeutsche Zeitung.

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