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Andritz muss wegen schwacher Autonachfrage weiter Stellen abbauen
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Handelsblatt7/2/2026Business3 min readGermany

Andritz muss wegen schwacher Autonachfrage weiter Stellen abbauen

Quick Look

  • Der österreichische Industriekonzern Andritz plant weitere Restrukturierungen, insbesondere bei der Tochter Schuler in Deutschland, wegen der schwachen Nachfrage aus der Automobilindustrie.
  • Über 500 Stellen sollen abgebaut werden.
  • Langfristig zeigt sich der Konzernchef optimistisch für Elektromobilität und grüne Technologien.

AI-generated summary

Why It Matters

Der österreichische Maschinen- und Anlagenbauer Andritz muss wegen der schwachen Nachfrage aus der Automobilindustrie im laufenden Jahr weiter restrukturieren. Bei der deutschen Tochter Schuler sollen über rund 500 weitere Stellen abgebaut werden.

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Wien. Der österreichische Maschinen- und Anlagenbauer Andritz muss wegen der schwachen Nachfrage aus der Automobilindustrie im laufenden Jahr weiter restrukturieren. Dies gelte „insbesondere bei Schuler und in Deutschland“, sagte Konzernchef Joachim Schönbeck in einem am Donnerstag veröffentlichten Reuters-Interview zum 25-jährigen Börsenjubiläum des Konzerns. Bei der deutschen Tochter sollen im laufenden Jahr über rund 500 weitere Stellen abgebaut werden. Randbereiche wie Werkzeugbau und Pilotproduktionen würden voraussichtlich eingestellt.

Bei dem Göppinger Pressenhersteller, der die Autoindustrie mit Anlagen zur Metallumformung sowie für die Batterieproduktion beliefert, fielen in den vergangenen fünf Jahren mehr als 2000 Stellen weg. Ziel sei eine Aufstellung, mit der das Unternehmen auch bei einem geringeren Marktvolumen sehr profitabel agieren könne. Zwar steige die Profitabilität, doch Schönbeck betonte: „Aber wir sind halt nicht dort, wo wir sein möchten.“ Im Bereich Metals, zu dem Schuler gehört, soll die operative Rendite (Ebita-Marge) bis 2027 von 6,1 auf 7,0 Prozent steigen.

Für die Nachfrage zeigte sich der Manager vorsichtig optimistisch: „Wir haben durchaus die Hoffnung, dass sich gegen Ende dieses Jahres oder Anfang nächsten Jahres die Marktlage wieder etwas bessern wird und die Investitionsneigung etwas zunehmen wird.“ Langfristig werde sich die Elektromobilität auch in Europa durchsetzen, sobald die Fahrzeuge günstiger würden und sich die Reichweitenproblematik löse. Statt staatlicher Kaufprämien forderte Schönbeck niedrige Strompreise, weniger Bürokratie und mehr Vertrauen in Marktkräfte.

Der Konzern mit rund 30.000 Beschäftigten in über 80 Ländern liefert Anlagen unter anderem für die Zellstoff-, Papier- und Metallindustrie, Wasserkraftwerke sowie den Umweltsektor. Dabei positioniert sich Andritz zunehmend als Ausrüster für den klimafreundlichen Umbau der Industrie. Für 2026 peilt das Unternehmen einen Umsatz von 8,0 bis 8,3 Milliarden Euro sowie eine Ebita-Marge von 8,7 bis 9,1 Prozent an.

Zum Börsenjubiläum zog Schönbeck eine positive Bilanz: Seit dem Börsengang habe sich der Umsatz verachtfacht und die Belegschaft versiebenfacht. Die Gesamtrendite für Aktionäre liege bei über 6000 Prozent. Einen Wechsel an einen anderen, liquideren Börsenplatz schloss er aus: „Wir schätzen den Börsenplatz in Wien sehr und fühlen uns dort wohl.“

Rückenwind kommt derzeit aus dem Wasserkraftgeschäft, wo Andritz das stärkste Wachstum erwartet. Die Umstellung auf erneuerbare Energien und die Dekarbonisierung der Wirtschaft seien ein Trend, „bei dem der Weg zwar nicht immer gerade ist“, der aber unumkehrbar sei, so Schönbeck. Auch der steigende Strombedarf durch Rechenzentren sorge für zusätzliche Nachfrage, was in den kommenden Jahren anhalten dürfte. Hoffnungen setzt Andritz zudem auf neue Technologien wie grünen Wasserstoff, E-Fuels oder die CO2-Abscheidung.

Auch in der Zellstoff- und Papierindustrie rechnet der Konzern mit Wachstum. Druck von Investoren, sich aus diesem Bereich zurückzuziehen, spürt Andritz nicht. „Unsere gesamten Aktivitäten im Bereich Papier und Zellstoff sind ja zu einem ganz großen Teil im Kern sehr grüne Aktivitäten.“ Holz sei klimaneutral, ersetze Kunststoffe und setze bei der Umwandlung in Zellstoff gewaltige Mengen grüner Energie frei. „Ich glaube, das grüne Potenzial dieser Industrie ist noch gar nicht richtig ausgeschöpft“, so der Manager.

Größtes Risiko sei eine Abschottung des Welthandels. „Der grassierende Protektionismus“ stelle die größte Gefahr dar, sagte Schönbeck. Das Geschäftsmodell basiere auf dem Export von Gütern und Dienstleistungen: „Wir sind auf den freien Handel angewiesen.“ Gegen geopolitische Risiken sieht sich Andritz vergleichsweise gut gewappnet.

Die Lieferketten seien seit der Corona-Pandemie stärker lokalisiert worden, zudem machten Energiekosten weniger als ein Prozent der Gesamtkosten aus. Mit Blick auf die USA erklärte der Manager, das Geschäft laufe dort zwar gut, die Investitionen der Kunden blieben jedoch hinter den Erwartungen zurück. Ob dies an der Zollpolitik liege, sei unklar. Die durch US-Importzölle verursachten Mehrkosten würden die Kunden jedenfalls tragen.

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Marktlage verbessert sich gegen Ende 2024 oder Anfang 2025.

    Likely · Within months

  • Operative Rendite (Ebita-Marge) im Bereich Metals steigt auf 7,0% bis 2027.

    Likely · Within years

Open Questions

  • Wie wirken sich die Restrukturierungen auf die Profitabilität aus?
  • Wann genau wird sich die Marktlage verbessern?
  • Welche konkreten grünen Technologien werden priorisiert?

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This article was originally published by Handelsblatt.

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