Bundesbehörden ermitteln bei Hackerangriff auf Berliner Verwaltung
Quick Look
- Bundesbehörden wie BSI, BKA und BfV unterstützen die Ermittlungen zum Cyberangriff auf Berliner Senatsverwaltungen, bei dem die Hackergruppe Rhysida zwei Millionen Euro Lösegeld in Bitcoin forderte und Daten drohte zu veröffentlichen.
- Regierender Bürgermeister Kai Wegner bestätigte Erpressungsversuch und isolierte Netzwerke, lehnte Zahlung ab und betonte tägliche Cyberangriffe auf staatliche Netzwerke in ganz Deutschland.
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Why It Matters
Die Hackergruppe Rhysida forderte zwei Millionen Euro Lösegeld in Bitcoin und drohte mit der Veröffentlichung von 5,7 Terabyte erbeuteten Daten. Die Senatsverwaltungen für Stadtentwicklung sowie Mobilität waren aufgrund des Angriffs vom Landesnetz isoliert, wodurch Dienstleistungen wie Wohngeldauszahlungen unterbrochen wurden.
Die Bundesbehörden haben sich bei den Ermittlungen zum Hackerangriff auf Teile der Berliner Verwaltung eingeschaltet. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), das Bundeskriminalamt (BKA) und das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) seien beteiligt, teilte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mit. Die detaillierte Auswertung finde aktuell durch die zuständigen Sicherheitsbehörden des Landes Berlin statt.
»Im Gemeinsamen Cyberabwehrzentrum werden alle Erkenntnisse zusammengetragen und geteilt«, so der Sprecher. Die Gruppierung Rhysida, die für den Leak verantwortlich gemacht wird, sei den Sicherheitsbehörden bekannt und seit Mitte 2021 aktiv. »Sie gilt grundsätzlich als kriminell und finanziell motiviert.«
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) sagte der Bild, nach der Veröffentlichung der sensiblen Daten sei jetzt das Ziel, mögliche Betroffene »schnellstmöglich zu erreichen«. Berlin sei »Opfer einer schweren Straftat geworden«, sagte er weiter. Wegner hatte zunächst gesagt, es gebe keine Hinweise auf den Abfluss sensibler Informationen. Nun sagte der Regierende Bürgermeister der Bild, »der Erkenntnisstand heute« sei »ein anderer«. Welche Informationen genau abgeflossen sind, konnte Wegner aber noch nicht sagen: »Da sind wir in der Prüfung.«
Bund und Land werten Datenabfluss aus
Auch die Bundesregierung »führte eine intensive Prüfung der eigenen Datensysteme durch«, wie ein Regierungssprecher sagte. Diese seien »nach bisherigem Kenntnisstand« aber nicht betroffen.
Derzeit werten die zuständigen Sicherheitsbehörden von Bund und Land die Informationen zu dem Datenabfluss aus, wie der Regierungssprecher weiter mitteilte. Zwischen den beteiligten Behörden würden die Informationen kontinuierlich abgeglichen, auch über das Nationale Cyberabwehrzentrum. »Nach der Analyse potenzieller Sicherheitsrisiken werden entsprechende Maßnahmen zur Wahrung der Militärischen Sicherheit eingeleitet.«
Die Hackergruppe hatte vor der Veröffentlichung der Daten von der Berliner Senatsverwaltung rund zwei Millionen Euro Lösegeld in Bitcoin gefordert – anderenfalls würden 5,7 Terabyte an erbeuteten Daten veröffentlicht. Die Summe sollte bis Freitag gezahlt werden. Wegner sagte der Bild, eine Zahlung des Lösegelds sei für ihn nie in Frage gekommen: »Ich bin der felsenfesten Überzeugung, dass ich einen Staat nicht erpressen lassen darf.«
Tägliche Angriffe auf Berliner Netz
Niemand könne garantieren, dass die Daten nach einer Zahlung tatsächlich gelöscht worden wären. Wegner sagte: »Wer sagt denn, wenn wir es gezahlt hätten, dass die Daten nicht längst schon woanders sind?«
Der Regierende Bürgermeister hatte in der vergangenen Woche bestätigt, dass die Stadt nach dem Datendiebstahl erpresst werde. Wegen des Hackerangriffs waren die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen sowie die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Umwelt und Klimaschutz am 14. August für rund eine Woche vom Landesnetz isoliert worden. Tagelang konnte wegen der Cyberattacke in Berlin unter anderem kein Wohngeld beantragt oder ausgezahlt werden.
Wegner sagte gegenüber der Bild, staatliche Netzwerke seien täglich Ziel von Cyberangriffen. »Wir haben tagtäglich Hackerangriffe auf unser Netz, nicht nur in Berlin, in ganz Deutschland.« Die allermeisten Attacken würden abgewehrt. »Dieser ist leider durch«, sagte Wegner.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Die Behörden werden weitere Sicherheitsmaßnahmen für staatliche Netzwerke bekanntgeben.
Likely · Within weeks
Die Ermittlungen zur Identifikation der Täter hinter Rhysida werden fortgesetzt.
Very likely · Within months
Open Questions
- Welche spezifischen Daten wurden beim Angriff abgeflossen?
- Welche Maßnahmen werden ergriffen, um zukünftige Angriffe zu verhindern?
- Wie hoch ist der tatsächliche Schaden durch den Datenabfluss?
- Wird die Hackergruppe Rhysida strafrechtlich verfolgt?

