Bundesregierung lehnt Übernahmeangebot der UniCredit für Commerzbank ab
Quick Look
- Die Bundesregierung lehnt das Übernahmeangebot der italienischen UniCredit für die Commerzbank ab.
- Als zweitgrößter Aktionär wird der Bund sein Zwölf-Prozent-Aktienpaket nicht anbieten.
- Als Gründe werden eine unzureichende Prämie und die Ablehnung des "aggressiven Vorgehens" genannt.
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Why It Matters
Die Bundesregierung hat sich gegen die Übernahmepläne der italienischen Großbank UniCredit für die Commerzbank ausgesprochen. Der Bund ist mit zwölf Prozent der zweitgrößte Aktionär der Bank.
Die Bundesregierung hat sich gegen die Übernahmepläne der italienischen Großbank UniCredit für die Commerzbank ausgesprochen. Der Bund, mit zwölf Prozent der zweitgrößte Aktionär der Bank, werde das Tauschangebot von UniCredit nicht annehmen, teilte die Finanzagentur des Bundes mit. Diese Entscheidung sei vom Lenkungsausschuss beschlossen worden, der für die Beteiligungen des Bankenrettungsfonds zuständig ist. Die Annahmefrist für das Übernahmeangebot läuft an diesem Dienstag ab, soll aber bis zum 3. Juli verlängert werden. Damit stellt sich der Bund erneut gegen eine Übernahme der zweitgrößten deutschen Privatbank durch die italienische Großbank.
»Eine Annahme des Angebots kam bereits wirtschaftlich nicht infrage, da das Übernahmeangebot keine angemessene Prämie auf den aktuellen Kurs der Commerzbank-Aktie enthält«, hieß es als Begründung in der Mitteilung der Finanzagentur. Der Bund stellte sich aber auch inhaltlich gegen UniCredit. Man unterstütze die Strategie der Eigenständigkeit der Commerzbank und lehne »das aggressive Vorgehen« der UniCredit ab.
»Die Commerzbank AG spielt eine wichtige Rolle bei der Finanzierung der deutschen Wirtschaft und des deutschen Mittelstands«, hieß es weiter. Zudem sei sie als bedeutender Arbeitgeber zentral für den Finanzstandort Frankfurt. Beides gelte auch in Zukunft sicherzustellen.
Übernahmekonflikt zwischen Commerzbank und UniCredit dauert bereits länger an
Bereits im Mai hatte die Bundesregierung das Übernahmeangebot kritisiert und zurückgewiesen. Der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille bezeichnete es damals als »völlig unangebracht und unfair«. Die Ablehnung wurde damit begründet, dass die Übernahme feindlich und aggressiv sei und damit nicht hinnehmbar, weil es sich bei der Commerzbank um ein systemrelevantes Institut handle. Die Regierung bleibt demzufolge bei ihrer Haltung gegenüber der Übernahme.
Zuletzt hatte UniCredit im Mai ein freiwilliges Angebot für die Commerzbank vorgelegt und bot eigene Aktien zum Tausch an. Die Großbank aus Mailand bekam nach jüngsten Angaben rund elf Prozent aller Commerzbank-Aktien angedient. Damit würde der Anteil der UniCredit rechnerisch auf rund 38 Prozent steigen, zudem hat sie sich über Kaufoptionen mehr als drei Prozent der Commerzbank-Aktien gesichert und hält weitere Finanzinstrumente.
Open Questions
- Wird UniCredit das Angebot verlängern?
- Wie reagiert UniCredit auf die Ablehnung?



