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Bundeswehr baut Präsenz in Hamburg massiv aus
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Die Welt6/19/2026Politics3 min readGermany

Bundeswehr baut Präsenz in Hamburg massiv aus

Quick Look

  • Die Bundeswehr plant massive Investitionen in ihre Hamburger Liegenschaften bis 2029.
  • Die Linke kritisiert die Pläne scharf und spricht von "Kriegslogik", während soziale Projekte gekürzt werden.

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Why It Matters

Die Bundeswehr plant, ihre Präsenz in Hamburg in den kommenden Jahren mit hunderten Millionen Euro auszubauen. Die Linke kritisiert dies scharf und verweist auf Kürzungen bei sozialen Projekten.

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Die Bundeswehr baut ihre Präsenz in Hamburg in den kommenden Jahren mit hunderten Millionen Euro aus. Die Linke spricht in einer ersten Reaktion von „Kriegslogik“. Bis 2029 sind Bauinvestitionen in Höhe von rund 721 Millionen Euro für die Liegenschaften der Streitkräfte in der Hansestadt vorgesehen.

Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion Die Linke hervor. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium der Verteidigung, Sebastian Hartmann, hat sie am 15. Juni 2026 an die Präsidentin des Deutschen Bundestages übermittelt.

Die Bundeswehr unterhält in Hamburg derzeit zwölf Liegenschaften. Betrieben werden sie durch das Bundeswehrdienstleistungszentrum Hamburg. Dazu zählen unter anderem die Hanseatenkaserne an der Stolterstraße mit 120.000 Quadratmetern, die Douaumont-Kaserne am Holsterhofweg mit 260.000 Quadratmetern, die Generalleutnant-Graf-von-Baudissin-Kaserne am Blomkamp mit 250.000 Quadratmetern, die Reichspräsident-Ebert-Kaserne an der Osdorfer Landstraße mit 200.000 Quadratmetern, die Clausewitz-Kaserne an der Manteuffelstraße mit 240.000 Quadratmetern sowie das Bundeswehrkrankenhaus an der Lesserstraße mit 130.000 Quadratmetern.

Hinzu kommen mehrere kleinere Verwaltungs- und Kasernenobjekte am Reiherdamm, in der Kurt-Oldenburg-Straße, der Hermine-Albers-Straße, der Stephanstraße und der Lesserstraße. Ein weiteres Objekt liegt an der Rodigallee. Nach Angaben der Bundesregierung befinden sich alle genannten Liegenschaften in Nutzung. Erweiterungen oder Umnutzungen sind derzeit nicht geplant.

Eine Hamburger Liegenschaft ist vom Moratorium des Verteidigungsministeriums zur Aussetzung der Umwandlung militärisch genutzter Flächen in zivile Nachnutzung betroffen. Es handelt sich um das sogenannte „ehemalige Betriebsgrundstück“. Ob es der Strategischen Liegenschaftsreserve der Bundeswehr zugeführt wird, ist nach Angaben des Ministeriums noch nicht abschließend geprüft. Ein relevantes Schadstoffpotenzial weise die Fläche nicht auf.

Das Militärstraßengrundnetz auf Hamburger Gebiet hat nach Angaben der Bundesregierung eine Länge von rund 130 Kilometern. Die Festlegung des militärischen Eisenbahngrundnetzes auf dem Gebiet der Freien und Hansestadt Hamburg ist dagegen noch nicht abgeschlossen. Eine Vereinbarung zwischen dem Bund und Hamburg über die Nutzung von Verkehrswegen für militärische Zwecke, die Vereinfachung militärischer Transporte und die Beteiligung an Infrastrukturmaßnahmen befindet sich derzeit in der Abstimmung. Abschließende Auskünfte seien deshalb noch nicht möglich. Zur Rolle des Hamburger Hafens in militärischen Logistik- und Verlegekonzepten verweist die Bundesregierung auf die Nationale Hafenstrategie.

Hamburg soll außerdem zu den Städten gehören, in denen ein regionales Musterungszentrum eingerichtet wird. Aktuell werden am Standort Hamburg nach Angaben des Ministeriums weder Assessmentverfahren noch Musterungen durchgeführt. Die geplanten Musterungskapazitäten sollen zusätzlich zu den bestehenden Bundeswehr-Liegenschaften entstehen.

Projekte in der Jugendhilfe eingestampft

Die Linke kritisiert die Investitionspläne scharf. David Stoop, friedenspolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft, erklärt: „Die Bundesregierung leitet Investitionsmittel weiter in Richtung Krieg und Aufrüstung. Allein in den nächsten drei Jahren sollen 721 Millionen Euro für den Ausbau von Kasernen und anderen Bundeswehr-Immobilien in Hamburg ausgegeben werden.“

Die Rettung der Inklusionskita Elfenwiese sei an zehn Millionen Euro gescheitert. Projekte in der Jugendhilfe seien wegen einer Kürzung von drei Millionen Euro eingestampft worden. „Gleichzeitig werden Rüstungskonzerne und die Bundeswehr mit Geld überhäuft und die Militarisierung ziviler Bereiche vorangetrieben. Dieser Trend muss gestoppt werden. Die Rüstungsmilliarden stehen im Gegensatz zu den sozialen Interessen der Mehrheit der Bevölkerung.“

Cansu Özdemir, außenpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag und Mitinitiatorin der Kleinen Anfrage, sagt: „Die Antwort der Bundesregierung macht deutlich, wie sehr die ausufernde Kriegslogik inzwischen die politische Prioritätensetzung auch in Hamburg bestimmt. Notwendig ist eine Welt, in der Millionenbeträge nicht in Truppenverlegungen, Kasernen und Militärinfrastruktur fließen, sondern in die Sicherheit der Menschen im Alltag, in Schulen, Pflege, Wohnviertel und in funktionierende Verkehrswege. Sicherheit beginnt im Hier und Jetzt der Menschen, und dort gibt es bereits genug Baustellen, ganz ohne Bundeswehr.“

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Weitere politische Auseinandersetzungen über Bundeswehr-Investitionen und soziale Ausgaben in Hamburg.

    Likely · Within months

Open Questions

  • Wird das "ehemalige Betriebsgrundstück" der strategischen Reserve zugeführt?
  • Wann ist die Vereinbarung zur militärischen Nutzung von Verkehrswegen abgeschlossen?

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This article was originally published by Die Welt.

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