Bundeswehr übt in Litauen Verteidigung der NATO-Ostflanke
Quick Look
- Die Bundeswehr trainiert in Litauen nahe der belarussischen Grenze die Verteidigung der NATO-Ostflanke mit über 300 Drohnen und Panzern.
- Verteidigungsminister Pistorius erwartet die Übung "Freedom Shield", an der 2.900 Soldaten teilnehmen.
- Deutschland sichert eine dauerhafte Stationierung bis 2027 zu und baut eine Militärstadt in Rudninkai.
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Why It Matters
Die Bundeswehr übt in Litauen die Verteidigung der NATO-Ostflanke, insbesondere den Kampf mit und gegen Drohnen. Mehr als 300 Drohnen sind im Einsatz, um realistische Gefechtsszenarien zu simulieren.
Unweit der Grenze zu Belarus übt die Bundeswehr in Litauen die Verteidigung der NATO-Ostflanke. Trainiert werden soll unter anderem der Kampf mit und gegen Drohnen. Mehr als 300 davon sind im Einsatz. Im Verbund mit herkömmlichen Waffensystemen wie Panzern soll möglichst realistisch werden, wie ein Gefecht an der NATO-Ostflanke aussehen könnte. Zu der Übung wird auch Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) erwartet.
Für die Übung "Freedom Shield" wurden rund 2.900 Soldaten - darunter 2.300 aus Deutschland - und rund 800 Fahrzeuge aus acht NATO-Staaten auf dem Truppenübungsplatz Pabrade zusammengezogen. Dieser liegt etwa 20 Kilometer von der Grenze zu Belarus, das ein Verbündeter von Russland ist. Die Übung dürfte also auch als Zeichen an Moskau verstanden werden.
Deutschland hatte nach dem russischen Angriff auf die Ukraine eine dauerhafte Stationierung von Bundeswehr-Soldaten in Litauen zugesichert. Die Panzerbrigade soll bis 2027 mit einer Gesamtstärke von rund 4.800 Soldaten und 200 zivilen Mitarbeitern als Kampfverband voll einsatzfähig sein. Bislang sind rund 1.800 Angehörige der Bundeswehr in Litauen stationiert.
Pistorius setzt auf Freiwilligkeit
Den Personalbedarf der Brigade möchte die Bundeswehr möglichst mit Freiwilligen decken und setzt auf attraktive Konditionen.
Doch es geht nur langsam voran. Pistorius geht inzwischen davon aus, dass es nicht ganz ohne Verpflichtungen gehen wird. Zwar gehe man weiterhin davon aus, dass sich die große Mehrheit freiwillig für den Dienst in dem baltischen NATO-Land melde, sagte er im Bericht aus Berlin. Aber es werde wahrscheinlich einen Prozentsatz geben, den man verpflichten müsse.
Litauen baut neue Militärstadt
Hauptstandort der Brigade wird Rudninkai nahe der Grenze zu Belarus sein. Die Kaserne wird in einem Waldgebiet liegen, das im Mai 2022 kurz nach Russlands Großangriff auf die Ukraine per Sondergesetz zu einem Truppenübungsplatz der litauischen Armee erklärt wurde.
Rund 35 Kilometer von der Hauptstadt Vilnius entfernt wird nahe dem kleinen Dorf eine ganze Militärstadt für die deutschen Truppen errichtet. Nur rund 1,5 Kilometer vom Ortszentrum des 500-Seelen-Dorfes entfernt entstehen Kasernen, Waffen- und Munitionsdepots, Logistikflächen und Hallen für die Unterbringung und Wartung von Panzern und anderen Gefechtsfahrzeugen.
Die Arbeiten am größten militärischen Infrastrukturprojekt in der Geschichte Litauens laufen auf Hochtouren - die ersten Bauten stehen bereits. Die Regierung in Vilnius versicherte wiederholt, dass die von litauischer Seite finanzierte Infrastruktur für den Einsatz der Brigade rechtzeitig stehen werde.
Viel Sympathie für Bundeswehr in Litauen
Dass absehbar rund 5.000 Bundeswehr-Soldaten dauerhaft mit ihren Familien nach Litauen ziehen werden, bedeutet den Menschen in dem Ostseestaat viel. Nicht nur in Umfragen erfährt die Stationierung der Brigade eine hohe Zustimmung und viel Sympathie. Selbst in einem litauischen Schulbuch wird ihr Beitrag für die Sicherheit Litauens schon erwähnt.
What to Watch
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Ein Teil der Soldaten für die Brigade muss verpflichtet werden.
Likely · Medium term
Open Questions
- Wie hoch ist der Anteil der zu verpflichtenden Soldaten?
- Wann genau sind die Bauarbeiten der Militärstadt abgeschlossen?




