China übernimmt Tausende deutsche Patente laut Studie
Quick Look
- Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt, dass China in den letzten zwei Jahrzehnten über 11.300 in Deutschland entwickelte Patente übernommen hat.
- Der Anteil ausländischer Eigentümer an deutschen Patenten ist gestiegen, besonders im Maschinenbau.
- Deutschlands Weltmarktanteil bei Patentanmeldungen sank, da die Investitionen in Forschung und Entwicklung im Vergleich zu China geringer sind.
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Why It Matters
Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der Bertelsmann Stiftung analysiert die Entwicklung deutscher Patente in den letzten zwei Jahrzehnten. Die Auswertung betrachtet die Übernahme von Patenten durch ausländische Eigentümer und die Investitionen in Forschung und Entwicklung.
China hat laut einer Studie in den vergangenen zwei Jahrzehnten Tausende in Deutschland entwickelte Patente übernommen. Insgesamt seien es mehr als 11.300, wie aus einer Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der Bertelsmann Stiftung hervorgeht. Noch um die Jahrtausendwende seien fast keine deutschen Patente in chinesischer Hand gewesen.
Insgesamt gehört demnach bereits fast jede dritte in Deutschland entwickelte Erfindung einem ausländischen Eigentümer. Knapp ein Drittel davon entfällt auf die USA, rund elf Prozent auf die Schweiz. Besonders hoch ist die Patentabwanderung im Maschinenbau. Dort sei die Zahl der Patentanmeldungen von 3300 im Jahr 2000 auf 4300 im Jahr 2022 gestiegen. »Doch ausgerechnet hier greift China mit am stärksten zu«, heißt es in der Auswertung. Prominentestes Beispiel sei der Augsburger Industrierobotikhersteller Kuka, den der chinesische Midea-Konzern 2016 übernommen hatte.
Von 2000 bis 2022 haben deutsche Erfinder der Studie zufolge mehr als 650.000 transnationale Patente angemeldet, also Patente, die in mehreren Ländern geschützt sind und als international wichtige Innovationen gelten. 189.000 davon, ein Anteil von 29 Prozent, gehören inzwischen Eigentümern im Ausland. Weil Patentanmeldungen erst nach einer gesetzlichen Frist von 18 Monaten offengelegt werden, ist 2022 das jüngste Jahr, für das vollständige Daten vorliegen, teilte das IW mit.
Die heimische Innovationskraft schwächelt der Auswertung zufolge. Deutschlands Weltmarktanteil an transnationalen Patentanmeldungen sank demnach von 22 Prozent im Jahr 2000 auf 15 Prozent im Jahr 2022. Ein wesentlicher Grund dafür sei, dass Deutschland zu wenig in Forschung und Entwicklung investiere. Im Jahr 2000 lag die Bundesrepublik weltweit auf Platz drei, mit doppelt so hohen Ausgaben wie China. Bis 2021 rutschte sie auf Platz sechs ab, so das IW. China habe seine Aufwendungen für Forschung und Entwicklung seither verzwanzigfacht.
Open Questions
- Welche spezifischen Maßnahmen ergreift Deutschland, um seine Innovationskraft zu stärken?
- Welche Auswirkungen hat die Patentabwanderung auf die deutsche Wirtschaft und Arbeitsplätze?
- Gibt es Pläne für eine stärkere Regulierung ausländischer Patentübernahmen?
- Wie entwickelt sich die F&E-Investition Chinas weiter im Vergleich zu Deutschland?





