Christoph Kramer kritisiert neue WM-Halbzeit-Interviews als "katastrophal"
Quick Look
- ZDF-Experte Christoph Kramer bezeichnet die neuen Blitz-Interviews in der Halbzeitpause der Fußball-WM als "katastrophal".
- Er kritisiert, dass sie Spielern wertvolle Zeit rauben und keine sinnvollen Inhalte liefern.
- Trinkpausen hingegen sieht er als Chance für Trainer.
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Why It Matters
Bei der aktuellen Fußball-WM gibt es neue Formate wie Blitz-Interviews in der Halbzeitpause und Trinkpausen. Diese Neuerungen werden von Experten und Trainern diskutiert.
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Er ist für seine klare Art bekannt und beliebt. ZDF-Experte Christoph Kramer analysiert zusammen mit Weltmeister-Kollege Per Mertesacker und Bundesliga-Trainerin Friederike „Fritzy“ Kromp die Fußball-Weltmeisterschaft. Beim Samstagabend-Spiel zwischen Brasilien und Marokko, das mit einem 1:1 endete, war das Trio an der Seite von Moderator Jochen Breyer im Einsatz – und Kramer glänzte wieder einmal als Klartext-Redner.
Neu bei dieser WM sind Blitz-Interviews in der Halbzeitpause. Brasilien-Kapitän Marquinhos stellte sich den Fragen und gab ein paar Antworten – ohne dabei wirklich etwas zu sagen. Zum Beispiel: „Wir werden versuchen, in der zweiten Hälfte so weiterzumachen. Ein Ergebnis, auf das wir aufbauen können. Mal schauen, wie es weitergeht.“
Zu dem Zeitpunkt stand es 1:1 – der vom FC Bayern umworbene Ismael Saibari hatte Afrikameister Marokko in der 21. Minute in Führung gebracht, Vinícius Júnior durch ein Traumtor ausgeglichen (32.)
Nach dem Blitz-Interview ging es zurück ins Studio in Berlin. Breyer nahm den Ball auf und fragte seine drei Studiogäste, die neben ihm auf dem Sofa saßen: „Wie findet ihr eigentlich Interviews zur Halbzeit?“ Die Antwort von Kramer und Mertesacker kam schnell und fast gleichzeitig. „Katastrophal!“, befand Kramer. Mertesacker sagte: „Schwierig!“
Kramer: „Du nimmst jedem Spieler da drei Minuten“
Kramer führte dann weiter aus, wieso er die neue Regel total überflüssig findet: „Also, das geht nicht, finde ich. Das geht wirklich nicht! Du bist schon in einem Fokus. Und du nimmst jedem Spieler da drei Minuten, du musst dann zu irgendeinem Slot. Du nimmst Marquinhos drei Minuten von einer echt wichtigen Halbzeit. Und da kommt ja auch nichts Vernünftiges bei herum. Was willst du da sagen?“
Breyer lachte. Mertesacker auch – und verwies auf Marquinhos: „Hat sich doch relativ klar eben angehört …“ Kramer grinste und sagte: „So Nullachtfünfzehn! Komm, wir machen jetzt weiter. Der Bessere gewinnt.“
Breyer hakte weiter nach und sprach ein anderes Thema an: „Neu sind ja auch die Trinkpausen, Fritzy. Was kann man da so als Trainer justieren, verändern?“ Die Bundesliga-Trainerin von Werder Bremen erklärte: „Schon mehr als man denkt. Ich finde es superspannend. Ich habe auch versucht, es sehr aufmerksam zu verfolgen. Selbst Ancelotti stand heute da mit einer Magnet-Taktik-Tafel, so ein bisschen old school. Er nimmt sich Spieler zur Seite, da geht’s immer um Räume. Wir reden von drei Minuten, du kannst diese Phase schon nutzen. Das finde ich eine lange Zeit. Wenn wir hier in Deutschland eine Unterbrechung machen aufgrund von Hitze, dann sind das 90 Sekunden. Pochettino bei den Amis hat eine Analyse mit Laptop gemacht. Das ist sehr interessant und verändert das Spiel.“
Open Questions
- Wie werden sich die neuen Interview-Formate langfristig auf die Spieler auswirken?
- Welche weiteren Anpassungen könnten Trainer während der Trinkpausen vornehmen?



