Commerzbank lehnt Übernahmeangebot von Unicredit ab
Quick Look
- Die Commerzbank lehnt das Übernahmeangebot der italienischen Unicredit ab und bezeichnet es als feindlich.
- Vorstand und Aufsichtsrat raten Aktionären, das Angebot nicht anzunehmen, da es keine angemessene Prämie biete und strategisch unausgereift sei.
AI-generated summary
Why It Matters
Unicredit has made a takeover offer for Commerzbank, presenting an exchange offer for all Commerzbank shares. The German bank's management has rejected this offer, deeming it inadequate and strategically flawed.
Unicredit will Deutschlands zweitgrößte Privatbank übernehmen und hat ein Tauschangebot für sämtliche Commerzbank-Aktien vorgelegt. In Frankfurt stößt das aber auf wenig Resonanz.
Die Commerzbank lehnt das jüngste Übernahmeangebot der italienischen Unicredit ab. "Die Unicredit bietet den Aktionären der Commerzbank keine angemessene Prämie und hat keinen nachvollziehbaren und belastbaren strategischen Plan für einen Zusammenschluss vorgelegt", heißt es in einer Stellungnahme von Vorstand und Aufsichtsrat, die der Dax-Konzern in Frankfurt veröffentlichte. Der Plan sei vage und berge "erhebliche Risiken". Die Unicredit unterschätze Ertragsverluste, überschätze Synergien und rechne mit einer "unrealistischen Umsetzungsdauer".
Das betreffe besonders den von der Unicredit geplanten Personalabbau, die komplexe IT-Integration sowie Ertragsverluste aus Überschneidungen im Firmenkundengeschäft. "Die von der Unicredit erwarteten Synergieannahmen sind in Summe weder belastbar noch überzeugend."
Vorstand und Aufsichtsrat raten den Commerzbank-Aktionären, das Umtauschangebot nicht anzunehmen. Beide Gremien seien überzeugt, dass die eigenständige Umsetzung der jüngsten Strategie mit erhöhten Gewinnzielen mehr Wert schaffe. Aktionäre, die investiert bleiben, profitierten davon.
"Was die Unicredit als Zusammenschluss bezeichnet, erweist sich als Restrukturierungsvorschlag, der massiv in unser bewährtes und profitables Geschäftsmodell eingreifen würde", sagte Vorstandschefin Bettina Orlopp. Aufsichtsratschef Jens Weidmann ergänzte, die "unausgereiften Vorstellungen" der Unicredit gefährdeten die Kundenbeziehungen der Commerzbank ebenso wie die Motivation der Beschäftigten.
Unterdessen sicherte sich die Unicredit den Kaufpreis für weitere Anteile an der Commerzbank. Nach aktuellen Angaben verfügten die Italiener über 26,77 Prozent der Commerzbank-Aktien und hatten über Finanzinstrumente Zugriff auf weitere 3,22 Prozent. Mit zusammen 29,99 Prozent blieben sie somit knapp unter der Schwelle von 30 Prozent. Insgesamt melden sie jetzt allerdings eine Steigerung der Stimmrechte von 32,64 auf 38,87 Prozent. Darin enthalten sind Kaufpreis-Sicherungen für 8,88 Prozent der Aktien.
Die Unicredit aus Mailand hatte Anfang Mai ein freiwilliges Angebot für sämtliche Commerzbank-Anteile vorgelegt. Sie bietet für jede Commerzbank-Aktie 0,485 neue Unicredit-Aktien. So will die Unicredit bis zum 16. Juni weitere Aktien einsammeln, ohne ein Pflichtangebot vorlegen zu müssen, was deutlich teurer wäre. Die Offerte kann bis 3. Juli verlängert werden.
Der rechnerische Angebotswert weise einen erheblichen Abschlag zum langfristigen Wertschöpfungspotenzial und dem aktuellen Kurs auf, kritisierte die Commerzbank. Die Commerzbank-Aktie notierte nach der Ankündigung des Angebots zu jedem Schlusskurs oberhalb des Angebotswerts.
Die Unicredit ist in Deutschland bereits mit der Hypovereinsbank (HVB) aktiv und erwartet bei einer Commerzbank-Übernahme Milliarden-Einsparungen. Die Commerzbank sieht das Vorgehen der Unicredit als feindlich an und erhält Unterstützung vom Bund, der gut zwölf Prozent der Commerzbank-Anteile hält. Die Bank will ihre Aktionäre mit ambitionierten Gewinn- und Renditezielen bis 2030 von einem eigenständigen Kurs überzeugen. Erst kürzlich verkündete die Commerzbank den Abbau von rund 3.000 Stellen.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Unicredit may increase its offer or withdraw.
Possible · Within weeks
Commerzbank will focus on executing its independent strategy and achieving its 2030 targets.
Very likely · Within years
Open Questions
- Will Unicredit revise its offer?
- What will be the reaction of other Commerzbank shareholders?
- Will the German government intervene further?
- What are the specific risks and synergies Unicredit is overlooking?






