Datenleck nach Cyberangriff auf Berliner Senatsverwaltungen: Hacker veröffentlichen sensible Informationen
Nach Ablauf einer Erpressungsfrist haben Hacker die gestohlenen Daten der Berliner Senatsverwaltungen im Darknet veröffentlicht.
Quick Look
- Nach einem Cyberangriff auf Berliner Senatsverwaltungen haben Hacker sensible Daten veröffentlicht, nachdem das Land Berlin eine Lösegeldforderung von 30 Bitcoins abgelehnt hatte.
- Betroffen sind interne Dokumente, Personaldaten und vertrauliche Unterlagen.
AI-generated summary
Why It Matters
Die Hacker-Gruppe Rhysida hat Berliner Behörden angegriffen und Lösegeld gefordert. Das Land Berlin verweigerte die Zahlung.
Dass die Daten nun veröffentlicht wurden, nennt der Investigativjournalist Lars Winkelsdorf „eine absolute Vollkatastrophe“. Das Sicherheitsleck habe „staatsgefährdende Ausmaße“: Pläne, die den Verteidigungsfall betreffen, bis hin zu geheimen Kommunikationswegen der Bundesregierung und Notfallpläne der Behörden seien nun öffentlich einsehbar, schreibt er auf X.
Der Cyberangriff war am 14. August bekannt geworden. Betroffen waren die Senatsverwaltungen für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt sowie die für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen. Die professionellen Hacker hatten offenbar mehrere Tage unbemerkt Zugriff auf die internen Computersysteme, vom 7. bis 12. August. Zunächst hatte der Senat behauptet, es seien nur öffentlich zugängliche Daten abgeflossen.
Auch Vertrauliches zu Disziplinarverfahren ist dabei
Seit einer Woche war bekannt, dass Hacker das Land Berlin erpressen und drohen, die erbeuteten Daten zu veröffentlichen, sollte nicht eine hohe Geldsumme bezahlt werden. Auf ihrer Darknet-Seite wurden die gestohlenen Daten zum Verkauf angeboten. Geforderter Betrag: 30 Bitcoins, das sind nach dem aktuellen Kurs rund zwei Millionen Euro. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) hatte erklärt, dass das Land Berlin sich nicht erpressen lasse. Am Freitagnachmittag ist die Frist der Hacker abgelaufen.
Die Daten, die nun veröffentlicht sind, stammen aus allen möglichen Abteilungen der betroffenen Senatsverwaltungen. Es handelt sich sowohl um Unterlagen der Fachbereiche, Dokumente zu politischen Prozessen als auch um interne Verwaltungsangelegenheiten. Aus dem Bereich Personal sind etwa Zeugnisse oder eingescannte Ausweise unter den Dokumenten. Auch vertrauliche Dokumente zu Disziplinarverfahren haben die Hacker veröffentlicht, überschrieben mit „Vertrauliche Personalsache!“.
Ähnlich wie in diesem Fall hat Rhysida in den vergangenen Jahren Dutzende Male Organisationen und Unternehmen angegriffen, Daten gestohlen und sich entweder dafür bezahlen lassen oder sie im Darknet veröffentlicht. Oft waren die USA betroffen, aber etwa auch sensible Daten einer Stuttgarter Hausverwaltung wurden schon veröffentlicht, wenn auch in deutlich geringerem Ausmaß als nun in Berlin.
Die Berliner Verwaltung will Personen, die in den abgeflossenen Daten auftauchen, je nach Risikoeinschätzung informieren. Betroffene seien aufgerufen, Strafanzeige bei der Polizei zu erstatten, heißt es. Aktuell wird davon ausgegangen, dass das „Landesnetz Berlin“, also das Computernetzwerk der Behörden, nicht mehr infiltriert ist.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Betroffene Personen werden über das Ausmaß des Datenabflusses informiert.
Likely · Within weeks
Open Questions
- Wie viele Personen sind konkret von der Datenveröffentlichung betroffen?
- Welche langfristigen Sicherheitsmaßnahmen werden ergriffen?


