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DAX leicht im Plus - Iran-Konflikt bleibt bestimmendes Thema
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Tagesschau Wirtschaft4/27/2026Business2 min readGermany

DAX leicht im Plus - Iran-Konflikt bleibt bestimmendes Thema

Ölpreise steigen deutlich - Verbraucherklima auf Zweijahrestief

Quick Look

  • Der DAX startet leicht positiv bei 24.175 Punkten, nachdem er am Freitag 0,1 Prozent verloren hatte.
  • Der US-Iran-Konflikt bleibt das beherrschende Thema - Iran soll ein neues Angebot zur Öffnung der Straße von Hormus gemacht haben.
  • Die Ölpreise steigen deutlich (Brent über 107 Dollar, WTI nahe 100 Dollar), was Inflationssorgen schürt.

AI-generated summary

Why It Matters

Der Iran-Konflikt mit möglicher Blockade der Straße von Hormus treibt seit Wochen die Ölpreise und damit die Inflation. Die EZB steht unter Druck, auf steigende Verbraucherpreise zu reagieren, während gleichzeitig die Konjunktur leidet.

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Der DAX liegt im frühen Handel leicht im Plus und notiert bei 24.175 Punkten. Am vergangenen Freitag war der deutsche Leitindex mit einem Minus von 0,1 Prozent bei 24.128,98 Punkten aus dem Handel gegangen. Der Wochenverlust lag bei 2,3 Prozent.

Der Konflikt zwischen USA und Iran bleibt das bestimmende Thema am Aktienmarkt. Aktuell sehen die Investoren Grund für einen gewissen Optimismus. Medienberichten zufolge soll Iran den USA ein neues Angebot für die Öffnung der Straße von Hormus unterbreitet haben. "Die Märkte bleiben in einer Hängepartie zwischen Hoffnung auf Deeskalation und der Realität eines weiter schwelenden Konflikts", stellt Marktexperte Timo Emden von Emden Research fest. "Nun könnte die Geldpolitik kurzfristig stärker in den Fokus rücken und die Aufmerksamkeit zeitweise von geopolitischen Risiken weglenken. Die Notenbanken könnten zum Taktgeber werden, zumindest solange geopolitisch keine neuen Fakten geschaffen werden", so Emden.

Für die Geldpolitik sind die anziehenden Energiepreise bedeutsam: Die Ölpreise ziehen heute erneut deutlich an. Ein Fass der Nordseesorte Brent kostet mehr als 107 Dollar, US-Leichtöl der Sorte WTI nähert sich wieder der Marke von 100 Dollar. Wegen der hohen Ölpreise bleibt die Sorge vor einer steigenden Inflation bestehen. Im März hatten sich Kraftstoffe um 20 Prozent verteuert, Heizöl sogar um 44 Prozent. Die Verbraucherpreise waren um 2,7 Prozent verglichen mit dem Vorjahr gestiegen - so stark wie seit zwei Jahren nicht mehr.

Solange die USA weiter um die Kontrolle der Straße von Hormus ringen würden, die Seeblockade bestehen bleibe und eine Verhandlungslösung im Iran-Krieg nicht in Sicht sei, werde der Ölpreis hoch bleiben, urteilte Claudia Windt, Leiterin Research bei der Helaba. Je länger sich die Energiepreise auf hohem Niveau halten, desto größer werden auch die Auswirkungen auf die Verbraucherpreise.

Im Fokus der Investoren stehen deshalb die Inflationsdaten aus Deutschland am Mittwoch und zum Euro-Raum am Donnerstag. Müssen die Notenbanken auf steigende Verbraucherpreise jetzt mit steigenden Zinsen reagieren? Am kommenden Donnerstag steht der Leitzinsentscheid der Europäischen Zentralbank an. Bislang rechnen die meisten Experten aber noch nicht mit einer Zinserhöhung. Wahrscheinlicher werde sie Analysten zufolge aber im Juni.

Der Markt preise derzeit bereits rund 60 Basispunkte an Zinserhöhungen bis Jahresende ein, mit einer hohen Wahrscheinlichkeit für einen ersten Schritt im Juni, schreibt Bastian Freitag, Marktexperte bei Rothschild & Co Wealth Management Deutschland. "Damit rücken die Aussagen der EZB für die weitere Richtung klar in den Vordergrund: Gibt es Bedingungen oder eine zeitliche Sequenz für mögliche Zinserhöhungen, oder bleibt die Kommunikation bewusst vage und strikt datenabhängig?"

Neben der EZB werden auch die US-Notenbank Federal Reserve, die Bank of England und die Bank of Japan ihren Zinsentscheid fällen. Höhere Zinsen würden die ohnehin angeschlagene Konjunktur weiter dämpfen und den Aktienmarkt belasten.

Bei den Verbrauchern kommt die Krisenstimmung an: Wegen des Iran-Kriegs und seiner Folgen sinkt die Kauflust. Laut einer Studie der Marktforschungsinstitute GFK und NIM sackt das Konsumklima unerwartet stark ab. Die Bereitschaft, für größere Anschaffungen Geld auszugeben, ging zum dritten Mal in Folge zurück und erreichte den niedrigsten Stand seit zwei Jahren. "Die Einkommenserwartungen brechen infolge der gestiegenen Inflation regelrecht ein. Und vor diesem Hintergrund erachten die Menschen auch den Zeitpunkt für größere Anschaffungen derzeit als weniger günstig", sagte der NIM-Konsum-Experte Rolf Bürkl. Es verstärke sich die Sorge der Verbraucher, dass der vorsichtige Aufschwung der deutschen Wirtschaft einen ernsthaften Dämpfer erhalten könnte, vor allem dann, wenn der Krieg in Nahost weiter anhalte und Maßnahmen der Regierung keine Wirkung zeigten.

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Die EZB wird am Donnerstag keine Zinserhöhung beschließen, aber dovish-hawkische Signale senden

    Very likely · Within days

  • Das Konsumklima wird sich weiter verschlechtern, wenn der Iran-Konflikt andauert

    Likely · Within weeks

  • Die Ölpreise bleiben hoch, solange keine Lösung im Iran-Konflikt gefunden wird

    Very likely · Within weeks

Open Questions

  • Wird der Iran das Angebot zur Öffnung der Straße von Hormus tatsächlich umsetzen?
  • Wird die EZB am Donnerstag konkrete Hinweise auf Zinserhöhungen geben?
  • Wie wird sich das Konsumklima weiter entwickeln?

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This article was originally published by Tagesschau Wirtschaft.

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