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DAX nähert sich 25.000 Punkten dank Bayer-Sieg und KI-Boom
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Tagesschau Wirtschaft6/25/2026Business3 min readGermany

DAX nähert sich 25.000 Punkten dank Bayer-Sieg und KI-Boom

Quick Look

  • Der DAX stieg um über ein Prozent auf 24.994 Punkte, angetrieben durch einen juristischen Sieg von Bayer im Glyphosat-Streit in den USA und starke Zahlen des KI-Chipherstellers Micron Technology.
  • Während Bayer-Aktien stark zulegten, profitierten auch Infineon und Siemens Energy vom KI-Boom.
  • Belastend wirken jedoch Zinsausblick und hohe Inflation.

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Why It Matters

Der DAX erlebte einen deutlichen Anstieg, angetrieben durch einen entscheidenden juristischen Sieg von Bayer im Glyphosat-Rechtsstreit in den USA und die starke Nachfrage nach KI-Chips von Micron Technology.

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So schnell kann es gehen an der Börse: Erst gestern schien die runde Marke von 25.000 Zählern noch eine hohe Hürde. Heute sah schon alles anders aus - sowohl viel KI-Rückenwind von der Wall Street als auch ein vielleicht historischer juristischer Sieg von Bayer in den USA ließen den DAX heute um gut ein Prozent auf 24.994 Punkte vorrücken. Das Tageshoch lag bei 25.088 Zählern. Die runde Marke von 25.000 Punkten steht damit wieder im Mittelpunkt des Anlegerinteresses.

Am Nachmittag kam zunächst der Befreiungsschlag für den Leverkusener Bayer-Konzern, dessen Aktie über 18 Prozent zulegte und an der DAX-Spitze stand. Denn Bayer hat im milliardenschweren US-Rechtsstreit um mutmaßliche Krebsrisiken seines Unkrautvernichters Glyphosat einen entscheidenden Sieg vor dem Obersten Gerichtshof der USA errungen. Der Supreme Court entschied heute, dass die Zulassungsvorgaben der US-Bundesbehörden Vorrang vor dem Recht einzelner Bundesstaaten haben.

Damit entzogen die Richter Tausenden Klagen wegen angeblich unzureichender Krebs-Warnhinweise die Grundlage. Bayer hatte argumentiert, dass die US-Umweltschutzbehörde EPA den Wirkstoff als nicht krebserregend einstuft und entsprechende Warnhinweise daher nicht nötig seien.

Zuvor schoben vor allem die mit viel Wohlwollen aufgenommenen Zahlen des US-Speicherchipherstellers Micron Technology die europäischen Märkte an. Denn die Nachfrage nach den besonders für KI-Anwendungen benötigten besonderen Speicherchips von Micron übersteigt das Angebot - und so soll es nach den Worten von Micron-Chef Sanjay Mehrotra auch erst einmal bleiben. Damit scheint der zuletzt etwas ins Stottern gekommene KI-Goldrausch wieder Fahrt aufzunehmen, wovon auch die deutsche Börse profitieren kann.

"Auch wenn es Europa gewissermaßen an Technologieführern mangelt, können einige Unternehmen dennoch erhebliche Vorteile daraus ziehen", kommentierte Martin Frandsen, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter Principal. "Es ist klar, dass Europa bei Rechenzentren große Ambitionen hat. Diese Unternehmen können davon profitieren, da sie sowohl einen Teil der globalen Nachfrage bedienen als auch für den europäischen Ausbau der digitalen Infrastruktur gut aufgestellt sind."

Micron-Aktien steigen an der technologielastigen Nasdaq am Mittag US-Ortszeit deutlich um rund 14 Prozent, nachdem sie vorbörslich schon bis zu 18 Prozent zugelegt hatten.

Zu den Ki-Gewinnern hierzulande gehörten Chiphersteller Infineon und Siemens Energy, die von der Aussicht auf hohe Investitionen in Rechenzentren profitiert. Beide Aktien legten heute zu. Auch Adidas waren gefragt nachdem Firmenchef Björn Gulden sich sehr zufrieden zum Verkauf des Trikots der deutschen Fußballnationalmannschaft äußerte. Enttäuschende Nachrichten zu Dialysevergütungen in den USA setzen hingegen den Kurs des Blutwäschespezialisten Fresenius Medical Care (FMC) unter Druck - die Aktie gehörte zu den schwächsten DAX-Werten.

Trotz des Micron-Rückenwindes, von dem auch andere Halbleiterhersteller profitieren, geht es an der Nasdaq am Mittag Ortszeit in New York knapp ein halbes Prozent bergab. Der Leitindex Dow Jones legt hingegen moderat um 0,7 Prozent zu.

Im von Wachstum und hohen Erwartungen dominierten Technologiesektor dürften die Anleger weiter auf Signale achten, "dass sich das Thema KI-Einführung wie erwartet entwickelt'", sagte Richard Flax, oberster Anlagestratege bei Moneyfarm. "Die starken Ergebnisse von Micron sind ein weiterer Beleg, der diese positive These untermauert." Auch in Asien waren die Branchentitel im Kielwasser von Micron gefragt.

Belastend für die hochbewerteten und verschuldeten Technologieaktien wirkt derzeit der Zinsausblick - mittlerweile werden eine oder sogar zwei Zinserhöhungen am markt noch in diesem Jahr erwarten.

Neue Konjunkturdaten helfen der Notenbank Federal Reserve nicht wirklich. Denn das verfügbare Einkommen der Verbraucher im Mai erwies sich mit einem Anstieg von 0,7 Prozent zum Vormonat als überraschend robust. Der von der Fed besonders beobachtete PCE-Preisdeflator (ohne Treibstoffe und Lebensmittel) lag mit einem Anstieg von 0,3 Prozentpunkten auf 4,1 Prozent im Rahmen der Erwartungen. Insgesamt ist das Preisniveau damit aber weiterhin viel zu hoch.

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Der Markt erwartet eine oder zwei weitere Zinserhöhungen durch die Federal Reserve in diesem Jahr.

    Likely · Within months

Open Questions

  • Wie viele Zinserhöhungen werden die Federal Reserve noch vornehmen?
  • Wie lange wird die hohe Nachfrage nach KI-Chips anhalten?
  • Wie werden sich die Dialysevergütungen in den USA zukünftig entwickeln?

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This article was originally published by Tagesschau Wirtschaft.

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