DAX stabilisiert sich trotz Nahost-Konflikt; Ölpreise fallen leicht
Anleger warten auf Berichtssaison und Konjunkturdaten; BaFin rügt Zalando, HHLA senkt Prognose, Warner Bros-Übernahme ausgesetzt.
Quick Look
- Trotz des anhaltenden US-Iran-Konflikts stabilisiert sich der DAX, während Ölpreise leicht fallen.
- Anleger blicken auf die Berichtssaison und ZEW-Konjunkturdaten.
- BaFin rügt Zalando, HHLA senkt Prognose, und die Warner Bros-Übernahme wird gerichtlich ausgesetzt.
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Why It Matters
Der DAX hat sich trotz des anhaltenden Konflikts zwischen den USA und Iran stabilisiert, während Vermittler eine Waffenruhe anstreben. Anleger warten auf die Berichtssaison und Konjunkturdaten, um neue Engagements zu rechtfertigen.
Trotz des nach wie vor ungelösten Krieges zwischen den USA und Iran hat sich der DAX am Morgen recht stabil gehalten. Zu Handelsbeginn stieg der deutsche Leitindex um 0,3 Prozent auf 24.924 Punkte. Nach seinen jüngsten Verlusten hatte sich der DAX bereits gestern stabilisiert und schloss 0,1 Prozent höher bei 24.846 Punkten.
Zwar bemühen sich die Vermittler Berichten zufolge um eine neue Waffenruhe zwischen den USA und Iran, allerdings dauern die Militärschläge der USA in Iran seit nunmehr zehn Nächten an. "Die Lage in Nahost bleibt unberechenbar. Gegenseitige Angriffe und parallel dazu stattfindende Friedensbemühungen - wohin das Pendel als Nächstes ausschlagen wird, kann niemand verlässlich sagen", erklärt Marktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank.
Zuletzt habe der DAX dabei eine mehr oder weniger gut begrenzte Handelsspanne zwischen 24.700 und 25.100 Punkten etabliert, so Stanzl weiter. "Nun warten die Anleger auf Signale aus der Berichtssaison, um neue Engagements zu rechtfertigen."
Trotzdem lassen die Spekulationen über eine Deeskalation im Konflikt zwischen den USA und Iran die Ölpreise leicht fallen. Die Nordseesorte Brent und US-Leichtöl WTI verbilligen sich jeweils um rund ein Prozent auf bis zu 88,11 Dollar und 82,50 Dollar je Barrel.
Ein hochrangiger iranischer Vertreter sagte der Nachrichtenagentur Reuters, Teheran habe von Vermittlern einen Vorschlag für eine zehntägige Waffenruhe erhalten. Ziel sei es, ein am 17. Juni unterzeichnetes Abkommen zu retten, das den Weg für eine dauerhafte Beendigung des Krieges ebnen soll. "Es besteht Hoffnung auf eine Deeskalation zwischen den USA und Iran", teilten die Analysten der Bank ING in einer Einschätzung mit. Dies werde jedoch nicht einfach, da zwischen Washington und Teheran große Differenzen bestünden.
Im Blick haben Investoren insbesondere Konjunkturdaten und die Entwicklung im Nahost-Konflikt. Das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) legt am Vormittag die Umfrage zur Konjunktureinschätzung der Investoren vor. Experten erwarten, dass das Barometer des ZEW im Juli weiter gestiegen ist - und zwar auf 18,0 Punkte, nach 10,5 Zählern im Juni.
Friedenssignale aus dem Nahen Osten hatten damals eine kräftige Aufhellung der Stimmung bewirkt. Mittlerweile ist der Konflikt zwar wieder aufgeflammt. Trotz der zunehmenden Gewalt signalisierten jedoch die USA wie auch Iran, dass man eine Rückkehr zur Diplomatie nicht ausschließt. Zudem geben jüngste Konjunkturdaten Anlass zu mehr Optimismus für die deutsche Wirtschaft - von den Industrieaufträgen bis hin zu den Exporten.
Zurückhaltung vor wichtigen Firmenbilanzen haben die Wall Street am Montag ins Minus gedrückt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,6 Prozent tiefer auf 51.839 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gab 0,2 Prozent auf 7.443 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor minimal auf 25.508 Punkte.
Die Anleger warten in dieser Woche gespannt auf die anstehenden Quartalszahlen von US-Technologiekonzernen wie Alphabet und Intel, die als Test für den KI-Boom gelten. "Alle warten darauf, dass die Berichtssaison richtig in Gang kommt", sagte Peter Tuz, Präsident der Vermögensverwaltung Chase Investment Counsel. Nach den Banken in der Vorwoche rücken nun die Tech-Riesen in den Fokus. Analysten rechnen LSEG-Daten zufolge für das zweite Quartal mit einem Gewinnwachstum der S&P-500-Unternehmen von 26 Prozent im Jahresvergleich.
Die Finanzaufsichtsbehörde BaFin hat bei Zalando Fehler im Geschäftsbericht 2025 gefunden. Zalando habe Anteile der übernommenen About You Holding von einem nahestehenden Unternehmen für knapp 252 Millionen Euro erworben, das durch ein Aufsichtsratsmitglied von Zalando beherrscht werde, teilte die Behörde mit. Die dazu erforderlichen Angaben hätten jedoch im Anhang des Konzernabschlusses gefehlt, so die BaFin. Zalando sprach von einem rein formalen und materiell unwesentlichen Aspekt des Konzernanhangs.
Der Hamburger Hafenkonzern senkt seine Umsatz- und Gewinnprognosen für das laufende Jahr. Umbaumaßnahmen zur Automatisierung der Hamburger Containerterminals hätten zu stärkeren operativen Beeinträchtigungen geführt als erwartet. Auch die Auswirkungen des Wintereinbruchs zu Jahresbeginn könne die HHLA wohl nicht mehr vollständig kompensieren. Das operative Betriebsergebnis (Ebit) für den Teilkonzern Hafenlogistik soll mit 135 bis 155 (zuvor: 160 bis 180) Millionen Euro geringer ausfallen als bisher erwartet.
Nach der Klage von zwölf US-Bundesstaaten wird die Übernahme des Hollywood-Urgesteins Warner Bros durch den Konkurrenten Paramount für zunächst zwei Wochen per Gerichtsbeschluss ausgesetzt. Aus Sicht der Richterin konnten die Bundesstaaten zumindest demonstrieren, dass Paramount und Warner zusammen einen erheblichen Marktanteil in dem Geschäft hätten - was eine zeitweise Aussetzung der Fusion rechtfertige.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Das ZEW-Barometer zur Konjunktureinschätzung wird im Juli weiter auf 18,0 Punkte steigen.
Likely · Within days
Open Questions
- Wie werden die US-Tech-Konzerne in der Berichtssaison abschneiden?
- Wie wird sich der US-Iran-Konflikt weiterentwickeln?
- Wie reagieren Zalando und HHLA auf die Rückschläge?







