DAX stagniert – Rüstungswerte gefragt, IPO-Markt schwächelt
Quick Look
- Der DAX verharrte nach Gewinnen am Vortag im Handel.
- Anleger zeigten sich wegen stockender US-Iran-Friedensgespräche und geopolitischer Spannungen vorsichtig.
- Rüstungswerte wie Rheinmetall, Renk und Hensoldt legten zu, während der globale IPO-Markt im ersten Halbjahr 2024 rückläufig war.
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Why It Matters
Der DAX konnte am Vortag zulegen, verharrte heute jedoch mehrheitlich seitwärts. Experten führen dies auf die stockenden Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran zurück, die zu Vorsicht bei Anlegern führen.
Hatte der Deutsche Aktienindex gestern noch stattliche anderthalb Prozent auf auf 24.995 Punkte zulegen können, verharrten viele Anleger heute an der Seitenlinie. Das lag Experten zufolge vor allem an den stockenden Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran, die die Investoren vorsichtig machen.
"Der Markt bleibt in einer Phase, in der positive Impulse zwar kurzfristig stützen, aber noch nicht ausreichen, um eine neue Trendbewegung einzuleiten", schrieb Analyst Martin Utschneider vom Broker Robomarkets. Der DAX zeige sich weiterhin "lethargisch".
Für positive Impulse hätten zum Beispiel die frischen Inflationszahlen für den Euroraum sorgen können. Laut vorläufiger Zahlen des der europäischen Statistikbehörde Eurostat verteuerten sich Waren und Dienstleistungen im Juni im Vergleich zum Vorjahresmonat durchschnittlich um 2,8 Prozent. Das ist zwar nach wie vor deutlich über der von den Notenbanken als ideal betrachteten Teuerungsrate von zwei Prozent. Liegt aber - das hatte überrascht - niedriger als von Ökonomen erwartet.
Im Mai war die Inflation auf 3,2 Prozent gestiegen - wegen des vom Iran-Krieg ausgelösten Ölpreisschocks. Weil die Ölpreise inzwischen wieder merklich zurückgegangen sind, könnte die Europäische Zentralbank nach Einschätzung vieler Experten auf einen weiteren Zinsschritt nach oben verzichten. Was der Wirtschaft und dem Aktienmarkt nutzen würde.
Gefragt waren heute unter anderem Rüstungswerte. Die hatten zuletzt an Boden verloren. Das sahen manche Anleger als - relativ gesehen - günstige Einstiegschance und griffen zu.
Das Papier von Deutschlands größtem Rüstungskonzern, Rheinmetall, war mit einem Plus von rund fünf Prozent größter DAX-Gewinner. Und kostete zu Handelsschluss etwas über 1.002 Euro pro Stück.
Im MDAX für mittelgroße Werte zogen der Panzergetriebebauer Renk sowie der Sensor- und Radar-Spezialist Hensoldt ebenfalls um jeweils rund fünf Prozent an. Die Rüstungsbranche gilt aufgrund massiver Investitionen vieler Staaten der Erde in Verteidigung als eine der Zukunftsbranchen der Wirtschaft.
Eine Bilanz mit Licht und Schatten hat die Beratungsgesellschaft EY für den internationalen IPO-Markt gezogen: Im ersten Halbjahr dieses Jahres hat EY weltweit 483 Börsengänge gezählt. Das sind 12 Prozent weniger als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres.
Laut EY haben die zunehmenden geopolitischen Spannungen die Aktivität vieler Börsenkandidaten gebremst. Allen voran hat der seit Ende Februar dieses Jahres andauernde Krieg der USA und Israels gegen den Iran die Unternehmen und Investoren weltweit verunsichert. Besonders belastend ist der gestörte Welthandel etwa mit Öl, Gas und Düngemitteln durch die wochenlange Blockade der wichtigen See-Handelsroute, der Straße von Hormus, durch Iran. Dennoch, die wichtigsten Aktienmärkte zeigten sich dank Mega-Trends wie Künstliche Intelligenz robust.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
EZB verzichtet auf weiteren Zinsschritt nach oben.
Likely · Short term
Open Questions
- Wie entwickeln sich die Ölpreise weiter?
- Wird die EZB die Zinsen anheben?
- Wie wirkt sich die Blockade der Straße von Hormus langfristig aus?



