Deutsche Stromnetzbetreiber erzielen Rekordrenditen
Quick Look
- Deutsche Stromnetzbetreiber erzielen außergewöhnlich hohe Renditen, laut einer BNE-Analyse im Schnitt 30,1% Eigenkapitalrendite 2024.
- Dies geschieht zulasten der Stromkunden, die um bis zu 3 Mrd.
- Euro jährlich entlastet werden könnten.
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Why It Matters
Eine Analyse des Bundesverbands Neue Energiewirtschaft (BNE) zeigt, dass die 18 größten deutschen Stromnetzbetreiber im Jahr 2024 eine durchschnittliche Eigenkapitalrendite von 30,1 Prozent erzielen, was zulasten der Stromkunden geht.
Die 18 größten deutschen Stromnetzbetreiber erzielen außergewöhnlich hohe Renditen. Das geht aus einer Analyse des Bundesverbands Neue Energiewirtschaft (BNE) hervor, die der ZEIT vorliegt. Die Untersuchung zeigt, dass die Eigenkapitalrendite im Jahr 2024 im Durchschnitt bei 30,1 Prozent lag. 2023 betrug sie 16,6 Prozent.
Besonders hohe Renditen erzielten EWE Netz (61 Prozent), Westnetz (45 Prozent), die Mitteldeutsche Netzgesellschaft Strom (43 Prozent) und Bayernwerk Netz (38 Prozent). Dem Bundesverband zufolge verzeichneten diejenigen Unternehmen die höchsten Gewinne, die eine regionale Monopolstellung haben und ohne Konkurrenz wirtschaften. Gemessen an ihren Renditen und dem eingesetzten Kapital zählten die Strombetreiber zu den profitabelsten Unternehmen in Deutschland, heißt es in der BNE-Analyse. Die zuständige Regulierungsbehörde, die Bundesnetzagentur, käme gegen die regionalpolitisch oft einflussreichen Firmen nur bedingt an.
Die 18 analysierten Unternehmen versorgen rund die Hälfte aller deutschen Haushalte und Unternehmen mit Strom – und sie erzielen ihre hohen Renditen zulasten der Stromkunden, kritisiert der Bundesverband Neue Energiewirtschaft. Netzkunden könnten »perspektivisch um bis zu drei Milliarden Euro jährlich entlastet werden«, wenn die Renditen auf ein angemesseneres Niveau sinken würden.
Verbraucher klagen über lange Bearbeitungszeiten
Zugleich hinke Deutschland beim Ausbau der Netzanschlüsse hinterher. »Das Stromnetz wurde zu wenig digitalisiert«, kritisierte Robert Busch, Geschäftsführer des BNE, und die Netzstrukturen seien nicht ausreichend ausgebaut worden. Verbraucher würden regelmäßig über lange Bearbeitungszeiten und fehlende Transparenz klagen.
Open Questions
- Wie wird die Bundesnetzagentur auf die Analyse reagieren?
- Welche konkreten Maßnahmen sind zur Senkung der Renditen geplant?



