Deutschlands Netto-Auslandsvermögen und die wachsende Renditelücke
Quick Look
- Deutschlands Netto-Auslandsvermögen ist auf 3,7 Billionen Euro gestiegen, doch die Renditelücke zu Inlandsanlagen wächst auf 4,66 Prozentpunkte jährlich.
- Deutschland exportiert Kapital systematisch schlechter als andere G7-Länder.
AI-generated summary
Why It Matters
Studie von Moritz Schularick, Franziska Hünnekes und Christoph Trebesch zur niedrigen Rendite deutscher Kapitalexporte.
Deutschlands Netto-Auslandsvermögen ist auf 3,7 Billionen Euro geklettert. Das sind 82 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Vermögenszuwachs ist doch eine gute Sache, würde man meinen. Doch in diesem Fall ist es nicht so, denn die Renditelücke des Auslandsvermögens gegenüber deutschen Inlandsanlagen ist auf 4,66 Prozentpunkte pro Jahr angewachsen.
Heißt im Klartext, Deutschland verkauft es fast fünf Prozent unter Wert. Und natürlich schließt sich der Gedanke an, warum wir nicht mehr aus unserem Geld machen.
Diese Frage haben wir bei bto schon einmal aufgeworfen: Im Oktober 2019 war Prof. Dr. Moritz Schularick – heute Präsident des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) Kiel – als Experte zu Gast in Episode 90. Gemeinsam mit Franziska Hünnekes und Christoph Trebesch hatte er damals die Studie „Exportweltmeister: The Low Returns on Germany's Capital Exports" verfasst.
Die Kernbotschaft des Papiers war so eindeutig wie unbequem, denn Deutschland exportiert nicht nur Waren, sondern auch Kapital in dreistelliger Milliardenhöhe pro Jahr – und legt es außerdem systematisch schlechter an als jedes andere G7-Land.
Open Questions
- Warum legt Deutschland Kapital schlechter an als andere G7-Länder?
- Welche politischen Maßnahmen könnten die Renditelücke verringern?




