Breaking
INTensions Escalate in Strait of Hormuz After Third Tanker AttackFRSyrie : Emmanuel Macron est «sain et sauf», annonce l’Élysée après les explosions à proximité de son hôtelSEPolisman Christian Zedig, 32, död efter misshandel i KöpenhamnSEÄr Jonna Bornemark inte tillräckligt kokt än?BRTio-avô é principal suspeito de matar sobrinho-neto de 8 anos em Rio LargoARمونديال 2026: الأرجنتين تواجه مصر وسويسرا تواجه كولومبيا في مواجهات حاسمةINTLIOC Lifts Restrictions on Russian Athletes for Team and Qualifying EventsFRCoupe du monde 2026 : l'Argentine de Lionel Messi au bord du gouffre face à l'ÉgypteESEgipto sorprende a Argentina en octavos del Mundial 2026 con gol de Zico y gran actuación de ShobeirINTLGoogle Announces Pixel Launch Event for August 12INTensions Escalate in Strait of Hormuz After Third Tanker AttackFRSyrie : Emmanuel Macron est «sain et sauf», annonce l’Élysée après les explosions à proximité de son hôtelSEPolisman Christian Zedig, 32, död efter misshandel i KöpenhamnSEÄr Jonna Bornemark inte tillräckligt kokt än?BRTio-avô é principal suspeito de matar sobrinho-neto de 8 anos em Rio LargoARمونديال 2026: الأرجنتين تواجه مصر وسويسرا تواجه كولومبيا في مواجهات حاسمةINTLIOC Lifts Restrictions on Russian Athletes for Team and Qualifying EventsFRCoupe du monde 2026 : l'Argentine de Lionel Messi au bord du gouffre face à l'ÉgypteESEgipto sorprende a Argentina en octavos del Mundial 2026 con gol de Zico y gran actuación de ShobeirINTLGoogle Announces Pixel Launch Event for August 12
Newsgather
BackDeutschlands Rüstungsboom: Welche Regionen profitieren können
Deutschlands Rüstungsboom: Welche Regionen profitieren können
Developing
Handelsblatt6d agoBusiness15 min readGermany

Deutschlands Rüstungsboom: Welche Regionen profitieren können

Quick Look

  • Deutschlands Industrie stagniert, doch die Bundesregierung plant massive Rüstungsausgaben.
  • Eine Analyse zeigt, dass fast die Hälfte der Industriearbeitsplätze potenziell für "Dual-Use-Güter" nutzbar ist, die sowohl zivil als auch militärisch eingesetzt werden können.
  • Regionen wie Stuttgart, München und Dresden könnten von diesem Boom besonders profitieren.

AI-generated summary

Why It Matters

Deutschlands Industrie stagniert seit 2018, mit monatlichen Arbeitsplatzverlusten. Die Bundesregierung plant unter Kanzler Friedrich Merz eine massive Aufrüstung der Bundeswehr, um Europa verteidigungsfähiger zu machen.

Font size

Mit Rekordausgaben will die Bundesregierung das Land verteidigungsfähig machen. Noch ist das Geld nicht überall angekommen. Eine Analyse zeigt, welche Regionen profitieren können. Markus Fasse, Ben Mendelson, Christof Kerkmann, Joachim Hofer, Martin-W. Buchenau und Julian Olk 01.07.2026 - 08:34 Uhr Artikel anhören

Rüstung: Militärische Fahrzeuge wären gut und vielleicht noch Satelliten oder Kommunikationstechnik Foto: HB/Flux2

Düsseldorf, München, Dresden, Frankfurt, Neuenrade, Friedrichshafen. Die deutsche Industrie wächst nicht mehr. Seit 2018 stagnieren Produktion und Wertschöpfung. Mittlerweile verliert das Land jeden Monat 15.000 Arbeitsplätze in der Industrie. Es trifft große Adressen wie Bosch, Volkswagen oder Thyssenkrupp.

Es sind aber vor allem viele Mittelständler, die in Branchen wie Maschinenbau oder Metallverarbeitung meist abseits der Metropolen um ihre Zukunft kämpfen. Die Unternehmen brauchen Aufträge und Auslastung ihrer Beschäftigten, auch damit daraus schließlich Steuergelder für die Gemeinden fließen.

Einen Ausweg suchen viele in der Rüstungsindustrie. Bundeskanzler Friedrich Merz plant, die Bundeswehr „zur stärksten konventionellen Armee“ Europas aufzurüsten. Dafür werden Gelder in beispielloser Höhe bereitgestellt. Wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte, sind die staatlichen Investitionen in Deutschland 2025 wegen höherer Rüstungsausgaben so stark gestiegen wie seit der Jahrtausendwende nicht mehr. Die Bruttoinvestitionen betrugen mit 147,5 Milliarden Euro 12,3 Prozent mehr als 2024.

Für das Jahr 2026 sind im Haushalt Investitionen von mehr als 108 Milliarden Euro in die äußere Sicherheit vorgesehen. In den Folgejahren soll diese Summe bis auf rund 152 Milliarden Euro im Jahr 2029 steigen. Das entspricht einer Verdreifachung gegenüber 2023.

Allerdings: Europa ist weiterhin überdurchschnittlich abhängig von der US-Rüstungsindustrie. In den vergangenen Jahren bezogen die europäischen Nato-Staaten rund 64 Prozent ihrer Waffenimporte aus den USA, zeigen Zahlen des Stockholm International Peace Research Institute (Sipri).

Dabei könnten viele deutsche Unternehmen vom Rüstungsboom profitieren, auch wenn sie bisher keine Rüstungsgüter geliefert haben: mit sogenannten Dual-Use-Gütern. Diese können sowohl zivil als auch militärisch genutzt werden.

Das Marktforschungsinstitut Prognos hat untersucht, wo Deutschland in diesem Bereich noch Potenzial hat und welche Regionen ihre Industriestruktur am ehesten auf eine verteidigungs- und sicherheitsrelevante Produktion umstellen könnten. Die Analyse liegt dem Handelsblatt exklusiv vor.

Today

Tabubruch: VW prüft Verkauf und Fertigung chinesischer Modelle in Europa

30.06.2026 Abspielen 32:42

Das Ergebnis: Fast jede zweite Industriebeschäftigung in Deutschland ist potenziell Dual-Use-relevant. Rund 3,5 Millionen Beschäftigte arbeiten bereits in Branchen, die grundsätzlich Dual-Use-Güter herstellen können. Das entspricht etwa 45 Prozent der 7,7 Millionen Beschäftigten im verarbeitenden Gewerbe und in der Informations- und Kommunikationstechnik. Gleichzeitig entfallen mehr als 694 Milliarden Euro beziehungsweise rund 43 Prozent der Industrieproduktion auf potenziell Dual-Use-relevante Güter.

Dieses Potenzial kann in den kommenden Jahren genutzt werden, wenn die Masse der Aufträge die Rüstungshersteller und ihre Zulieferer erreicht. Denn schon jetzt übersteigt der Auftragsbestand der Rüstungshersteller die Kapazitäten der Branche um ein Vielfaches. Allein der Branchenführer Rheinmetall hat Aufträge in Höhe von 73 Milliarden Euro in den Büchern, das ist fünfmal mehr als der prognostizierte Umsatz für das laufende Jahr.

Das Handelsblatt hat mittels der Daten von Prognos ermittelt, welche vier Wirtschaftsbereiche das größte Potenzial beim Wandel zu mehr Dual Use haben: Maschinenbau, Metallproduktion und -verarbeitung, Informationstechnologie sowie Halbleiter und optische Erzeugnisse.

Prognos Dual-Use-Atlas

Für die Analyse hat Prognos die Dual-Use-Güterliste der Europäischen Union mit mehr als 10.000 Produkten und Technologien ausgewertet und mit Produktions-, Außenhandels-, Branchen- und Beschäftigungsdaten verknüpft. Mit dieser Datenbasis wurde berechnet, wie viele der Jobs in den Regionen derzeit Dual-Use-fähige Produkte herstellen. Die Faktoren wurden für alle deutschen IHK-Regionen ausgewertet und zu regionalen Dual-Use-Erkenntnissen zusammengeführt.

Der Atlas macht erstmals regional sichtbar, wo Beschäftigte in Branchen arbeiten, deren Technologien, Produkte und Kompetenzen sowohl zivil als auch sicherheits- und verteidigungsrelevant eingesetzt werden können.

Dual-Use-Potenzial: Stuttgart und München vorn

Mit Blick auf das Gesamtpotenzial in allen Branchen liegen die Landeshauptstädte München und Stuttgart vorn. Im IHK-Bezirk München und Oberbayern finden sich 8,1 Prozent aller Jobs in Deutschland mit Dual-Use-Potenzial, Stuttgart folgt mit 5,7 Prozent vor Berlin mit 3,2 Prozent. Hier fällt ins Gewicht, dass es in und um München herum besonders viele Arbeitsplätze in den entsprechenden Industriebranchen gibt.

Repräsentativer ist daher, wie hoch der Anteil der Jobs im verarbeitenden Gewerbe und in der Informations- und Kommunikationstechnologie in jeder Region ist, die Dual-Use-fähig wären. Diese Quote zeigt die folgende Karte. Demnach liegt Stuttgart mit 53 Prozent aller Jobs in der Region auf dem ersten Platz vor Hamburg (51,7 Prozent). München/Oberbayern landet mit 50 Prozent auf dem achten Platz.

Potenzial der Autoindustrie

Um diese industriellen Fähigkeiten rasch aufbauen zu können, braucht die Rüstungsindustrie immer mehr zivile Ressourcen – zum Beispiel aus der Autoindustrie. „Wir wären kurzsichtig, wenn wir die damit verbundenen Chancen für Wachstum und technologischen Fortschritt nicht nutzen würden“, sagt Mercedes-Aufsichtsratschef Martin Brudermüller dem Handelsblatt. „Richtig orchestriert kann Rüstung dringend notwendiges Wachstum erzeugen.“ Mercedes erweitert sein Militärgeschäft und kooperiert mit Tytan, einem Hersteller zur Abwehr von Drohnen.

Im Gespräch ist zudem die Nutzung oder Übernahme des Mercedes-Werks Ludwigsfelde durch den Rüstungskonzern KNDS, der zusätzliche Kapazitäten für den Panzerbau benötigt. Auch der VW-Konzern sucht den Anschluss an die Rüstungsbranche. Anfang März präsentierte ein Fahrzeugentwickler unter Mitwirkung von Volkswagen militärisch nutzbare Versionen der Modelle Amarok und Crafter. Der Konzern prüft die Möglichkeit der Serienfertigung. Geeignet wäre das Werk Osnabrück, in dem die zivile Produktion mangels Aufträgen im kommenden Jahr ausläuft. Dort könnten künftig auch Teile des Raketenabwehrsystems „Iron Dome“ entstehen. Gespräche zwischen dem israelischen Unternehmen Rafael Advanced Defense Systems und Volkswagen laufen.

Rhein-Main: Rechenkapazität für die Verteidigung

Früher Bettwäsche und Bohrmaschinen, heute Bits und Bytes: Auf dem Neckermann-Areal in Frankfurt-Fechenheim lässt sich der Strukturwandel in Echtzeit beobachten.

Digital Realty, ein Spezialist für digitale Infrastruktur, baut seit 2021 die ehemalige Zentrale des Versandhändlers um – hinter der denkmalgeschützten Fassade entstehen mehrere Rechenzentren. Es ist eines von vielen Bauprojekten in Frankfurt und Umgebung. Wegen ihrer Nähe zum Internetknoten DE-CIX gilt die Rhein-Main-Region als wichtigster Rechenzentrumsstandort Deutschlands, ein Großteil der Kapazität ist hier konzentriert.

Die Branche ist seit Jahrzehnten ein Wirtschaftsfaktor und könnte in Zeiten hybrider Bedrohungen weiter an Bedeutung gewinnen. Das Wirtschaftsforschungsinstitut Prognos schreibt: Dual Use sei „nicht mehr nur eine Frage industrieller Fertigung, sondern zunehmend eine Frage digitaler Systemfähigkeit“. Das reicht von der digitalen Infrastruktur, wie Digital Realty sie errichtet, über Mobilfunk- und Glasfasernetze bis zu den Anwendungen fürs Militär.

Wie wichtig digitale Technologie in modernen Konflikten geworden ist, zeigt der Krieg in der Ukraine. Drohnen, die ohne ständigen Funkkontakt zum Ziel finden, Software, die aus Tausenden Sensordaten ein einziges Lagebild macht, elektronische Kriegsführung gegen gegnerische Funknetze: Dass sich das Land seit Jahren gegen die Invasion Russlands behauptet, liegt auch daran.

„Die Rüstungsbranche ist ein stark wachsender Bereich, der zunehmend auf digitale Infrastruktur angewiesen ist“, sagt Volker Ludwig, der bei Digital Realty das Geschäft in Zentraleuropa verantwortet und Vizepräsident der IHK Frankfurt ist. „Rechenzentren und Datennetze sind multipel einsetzbar, auch für Rüstung und Sicherheit.“ Das lässt sich an konkreten Projekten festmachen. So führt die Bundeswehr verschiedene Cloud-Plattformen ein, um Daten zu verarbeiten – potenziell sogar wenige Kilometer hinter der Front, in einem verlegefähigen Rechenzentrum.

Etliche Start-ups arbeiten an Systemen fürs Militär, bei denen Software und Daten den Unterschied machen. Das gilt für die Drohnen von Quantum Systems genauso wie für die Bodenfahrzeuge von Arx Robotics. Helsing, eines der wertvollsten Jungunternehmen im Land, verspricht gar „Künstliche Intelligenz zum Schutz unserer Demokratien“. Alle drei sind in München und Umgebung ansässig – die bayerische Landeshauptstadt hat sich binnen weniger Jahre zum deutschen Zentrum der „Defence-Tech“-Szene entwickelt.

Unbemanntes Kampfflugzeug CA-1 des Herstellers Helsing: Umfangreiches Betätigungsfeld für die IT-Branche. Foto: Bloomberg

Auch SAP hat sich im Umland von München angesiedelt: Ein „Defense Innovation Hub“ dient dem Austausch mit Rüstungsindustrie und Militär. Der Softwarehersteller hat seine Logistikplattform für den Bedarf von Armeen umgebaut, damit diese die Wartung von Ausrüstung digital managen können. Mit der Bundeswehr erprobt der Konzern zudem eine Anwendung, um die Qualifikation und Verfassung von Soldaten zu dokumentieren – sie entstand einst für Fußballspieler in Profiklubs wie dem FC Bayern.

Für die IT-Branche ist die Zeitenwende eine neue Geschäftsmöglichkeit. Zahlreiche Unternehmen haben sich daher dem Bundesverband der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie angeschlossen (BDSV). Als „Ausrüster staatlicher Sicherheitsorgane und Streitkräfte“ – so das Selbstverständnis – gelten nun auch Cloud-Anbieter wie Ionos und Telekom, Softwarehersteller wie Dassault Systèmes und PTC, IT-Dienstleister wie Capgemini und Materna. Der Verband hilft den Firmen – ob beim Umgang mit dem komplexen öffentlichen Vergaberecht oder bei Sicherheitsüberprüfungen.

Die Umstellung dürfte manchem Unternehmen schwerfallen, schon wegen der Bürokratie. Unternehmen wie Digital Realty hätten einen gewissen Vorteil, sagt Ludwig: „Wir betreiben kritische Infrastruktur, bei uns ist es ohnehin so sicher wie an einem Flughafen.“ Sicherheitsüberprüfungen des kritischen Personals beispielsweise seien in der Rechenzentrumsbranche üblich. Auch das Neckermann-Areal dürfte sich damit für Dual-Use-Anwendungen eignen.

Halbleiter und Optik: Dresden und Jena

Wer in Deutschland, ja in ganz Europa von Chips spricht, der spricht immer auch von der Region Dresden. Jeder dritte in Europa gefertigte Chip stammt aus Sachsen. Für die deutsche Rüstungsindustrie wird der Standort deshalb eine Schlüsselregion: Mitte Mai erklärte Verteidigungsminister Boris Pistorius, dass die Beschaffungsbehörde in Sachsen ihr Personal kräftig aufstocken werde. „Der Standort Dresden wird erweitert und wird sich in erster Linie auf den Bereich der IT in der Cyberdomäne konzentrieren“, hieß es vonseiten der Bundeswehr. „So soll der direkte Draht zu Hochschulen, Unternehmen und Laboren in den Regionen gehalten werden.“

Konkret betreiben Bosch, Globalfoundries sowie Infineon in Sachsen einige der größten Halbleiterfabriken des Kontinents. Mehr als 80.000 Beschäftigte zählt die Mikroelektronik im Freistaat dem Branchenverband Silicon Saxony zufolge. Industrievertreter prognostizieren, dass es bis zum Ende des Jahrzehnts mehr als 100.000 sein werden. Chips aus Sachsen sollen unsere Energieversorgung und Kommunikationsnetze sicherer und resilienter machen. Aber auch die Rüstungsindustrie selbst hat einen erhöhten Bedarf an Halbleitern, um Drohnen, Lenkwaffen und Satelliten herzustellen. Drei milliardenschwere Projekte in Dresden tragen dazu bei, dass Europa bei Chips von Lieferanten aus Übersee unabhängiger wird und auch seine sicherheitskritischen Industrien stärker selbst versorgen kann:

Globalfoundries: Der amerikanische Auftragsfertiger erweitert sein seit fast 30 Jahren bestehendes Werk an der Elbe für 1,1 Milliarden Euro. Globalfoundries bietet eine komplett europäische Lieferkette an. Das Interesse daran sei bei Kunden aus der Verteidigungs- und Luftfahrtindustrie groß, sagt Werkschef Manfred Horstmann. „Da rennt man uns die Tür ein.“

Infineon: Der Münchener Dax-Konzern eröffnet am 2. Juli seine neueste, fünf Milliarden Euro teure Fabrik in Dresden. Produktionsvorstand Alexander Gorski: „Es entsteht die größte Fabrik für Leistungshalbleiter in Europa und eine der größten weltweit.“ Leistungshalbleiter sind unerlässlich für die Stromversorgung. Infineon ist Weltmarktführer auf diesem Feld.

ESMC: Ein Konsortium unter Führung des Auftragsfertigers TSMC aus Taiwan baut derzeit für zehn Milliarden Euro eine neue Chipfabrik am Dresdener Flughafen. Der Standort werde bevorzugt von europäischen Lieferanten versorgt, sagt Standortleiter Christian Koitzsch. ESMC (European Semiconductor Manufacturing Company) soll spätestens Ende des Jahrzehnts sogenannte Mikrocontroller, also Minicomputer für spezielle Aufgaben, herstellen. Europa sei in diesem Geschäft führend, sagt TSMC-Vorstand Kevin Zhang. Partner von TSMC sind Infineon, der Autozulieferer Bosch sowie der Halbleiterkonzern NXP aus den Niederlanden.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) glaubt fest daran, dass er weitere Chipwerke in den Freistaat holen kann. In Dresden ließen sich noch Flächen erschließen, zudem gebe es Areale im benachbarten Prina und auch am Leipziger Flughafen. Die Industrie sei strategisch wichtig: „Die Mikroelektronik ist der Ausweis für die Leistung einer Weltregion.“ Ohne Subventionen sei es allerdings nicht möglich, große Werke anzusiedeln. „Deutschland und Europa sind nicht wettbewerbsfähig. Das gleichen wir aus“, sagt Kretschmer. Die Energiekosten seien hierzulande zu hoch, und die Regulierung sei zu aufwendig.

„Wir haben keinen Zugang zu den fortschrittlichsten Knoten“, sagt Anton Chichkov vom Chips Joint Undertaking der EU, einer Förder- und Koordinierungsplattform für die europäische Halbleiterstrategie. Das heißt: Bei den filigransten Strukturen sind Deutschland und Europa auf Chips aus Übersee angewiesen. Solche Chips sind insbesondere für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz gefragt.

Chichkov: „Wenn wir nicht den Anschluss verlieren wollen, müssen wir etwas in diese Richtung tun.“ Die logische Konsequenz aus seiner Sicht wäre ein hochmodernes Werk für die fortschrittlichsten Halbleiter weltweit, das in Dresden entstehen könnte.

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Rüstungsaufträge übersteigen Kapazitäten der Branche um ein Vielfaches.

    Very likely · Short term

  • Deutsche Regionen mit starker IT- und Halbleiterindustrie profitieren überdurchschnittlich.

    Likely · Medium term

Open Questions

  • Wie schnell können Unternehmen umstellen?
  • Wie wird die Abhängigkeit von US-Rüstung reduziert?
  • Welche Rolle spielen Subventionen für die Wettbewerbsfähigkeit?

Related Topics

This article was originally published by Handelsblatt.

Related Stories

More on this topicRüstungsindustrie