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BackDie Selbstversenkung der deutschen Hochseeflotte in Scapa Flow
Die Selbstversenkung der deutschen Hochseeflotte in Scapa Flow
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Die Welt6/21/2026World7 min readGermany

Die Selbstversenkung der deutschen Hochseeflotte in Scapa Flow

Quick Look

  • Juni 1919 versenkte sich die deutsche Hochseeflotte in Scapa Flow selbst, um einer Auslieferung an die Alliierten zu entgehen.
  • Konteradmiral Ludwig von Reuter gab den Befehl zur Selbstversenkung, um zu verhindern, dass die Schiffe im Falle einer Wiederaufnahme der Kampfhandlungen von den Briten eingesetzt würden.

AI-generated summary

Why It Matters

Die Revolution von 1918, die zum Sturz Wilhelms II. führte, begann in der Hochseeflotte. Nach dem Waffenstillstand sollten die deutschen Kriegsschiffe interniert werden.

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Nicht von ungefähr ging die Revolution, die im November 1918 Wilhelm II. und sein kaiserliches Regime hinwegfegte, von seinem liebsten Spielzeug aus, der Hochseeflotte. Als deren Führung auf die aberwitzige Idee verfiel, ihre Ehre in einer selbstmörderischen Schlacht gegen die überlegene Royal Navy zu retten, meuterten am 3. November 1918 die Mannschaften. Keine Woche später war das Kaiserreich Geschichte.

Dass ausgerechnet die Flotte die Initialzündung zum Umsturz gab, hatte viel mit ihrer Nutzlosigkeit zu tun. Denn ihre Schiffe waren schon technisch nicht in der Lage, den weit gefassten Blockadering zu durchbrechen, mit dem die Entente die deutschen Einfuhren verhinderte. Seit der Skagerrak-Schlacht am 31. Mai und 1. Juni 1916 rostete Wilhelms „schwimmende Wehr“ in ihren Häfen und konservierte eine Klassengesellschaft, die der Grabenkrieg längst nivelliert hatte. Während die Matrosen hungerten, genossen ihre Offiziere mehrgängige Diners, Urlaube und weitere Privilegien, die sie mit schikanösem Drill ihrer Untergebenen zu legitimieren suchten.

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Aber diese Zustände – wenn sie die Öffentlichkeit im Zuge von Niederlage und Revolution überhaupt zur Kenntnis genommen hatte – waren schnell vergessen, als die Waffenstillstandsbedingungen bekannt wurden, die die Sieger der deutschen Delegation am 11. November 1918 im Wald von Compiegne zur Unterschrift vorlegten. Darin hieß es in Artikel XXIII: „Die Kriegsschiffe der deutschen Hochseeflotte ... werden sofort abgerüstet und alsdann in neutralen Häfen oder in deren Ermangelung in Häfen der alliierten Mächte interniert ... Sie bleiben dort unter der Überwachung der Alliierten und der Vereinigten Staaten; es werden nur Wachkommandos an Bord belassen.“

Damit waren zehn Schlachtschiffe, sechs Schlachtkreuzer, sechs Leichte Kreuzer und 50 Zerstörer der neuesten Typen gemeint. Alle übrigen Überwasserschiffe sollten in „deutschen Flottenstationen zusammengezogen und vollständig abgerüstet werden“. Im Gegensatz dazu forderte Artikel XXII, dass alle U-Boote umgehend „auszuliefern“ seien, was einiges über die unterschiedliche Bedeutung aussagt, die die Alliierten den kaiserlichen Über- und Unterwasserstreitkräften beimaßen.

Open Questions

  • Wie hätte sich die Geschichte ohne die Selbstversenkung entwickelt?
  • Welche Rolle spielten die Besatzungen wirklich bei der Entscheidung?

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This article was originally published by Die Welt.

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