Breaking
FRMarine Le Pen : le verdict de la cour d'appel de Paris qui pourrait sceller sa candidature à la présidentielle de 2027RUВзрыв прогремел в Днепропетровске на фоне воздушной тревогиKR파키스탄 병원서 어린이 78명 동시 HIV 감염…오염된 주사기 재사용 의혹CN立委籲建立高風險嬰幼兒用品管理制度,防範電商平台潛藏風險GLOBALOlder women face lower fertility treatment success, even with donor eggsCN大谷翔平猛打賞敲19轟 道奇延長賽險勝洛磯RUРоссия нанесла удары по АЗС и топливным цистернам в ДНРESFIFA's Balogun Decision Sparks Controversy Ahead of US vs. Belgium MatchCN2026赛季CPB中国棒球城市联赛夏至联赛选秀大会在沪举行CN教育部发布高考招生录取期间典型骗局预警FRMarine Le Pen : le verdict de la cour d'appel de Paris qui pourrait sceller sa candidature à la présidentielle de 2027RUВзрыв прогремел в Днепропетровске на фоне воздушной тревогиKR파키스탄 병원서 어린이 78명 동시 HIV 감염…오염된 주사기 재사용 의혹CN立委籲建立高風險嬰幼兒用品管理制度,防範電商平台潛藏風險GLOBALOlder women face lower fertility treatment success, even with donor eggsCN大谷翔平猛打賞敲19轟 道奇延長賽險勝洛磯RUРоссия нанесла удары по АЗС и топливным цистернам в ДНРESFIFA's Balogun Decision Sparks Controversy Ahead of US vs. Belgium MatchCN2026赛季CPB中国棒球城市联赛夏至联赛选秀大会在沪举行CN教育部发布高考招生录取期间典型骗局预警
Newsgather
BackDiebstahl im deutschen Einzelhandel: Verluste steigen auf Rekordhoch
Diebstahl im deutschen Einzelhandel: Verluste steigen auf Rekordhoch
Developing
n-tv Wirtschaft6/23/2026Business7 min readGermany

Diebstahl im deutschen Einzelhandel: Verluste steigen auf Rekordhoch

Quick Look

  • Der deutsche Einzelhandel verzeichnet steigende Verluste durch Diebstahl.
  • Laut einer EHI-Studie erreichten die Schäden 2025 über 4,3 Milliarden Euro, ein neuer Höchstwert.
  • Organisiertes Verbrechen und aggressive Diebe stellen die größten Herausforderungen dar.

AI-generated summary

Why It Matters

Diebstahlverluste im deutschen Einzelhandel steigen seit vier Jahren kontinuierlich an und erreichten 2025 einen neuen Höchststand von über 4,3 Milliarden Euro. Dies betrifft Kunden, Beschäftigte und Lieferanten gleichermaßen.

Font size

Ob Videospiele, Kosmetik oder Rasierklingen: Der deutsche Einzelhandel klagt über steigende Verluste durch Diebstahl, wie eine Studie zeigt. Ein Punkt macht den Geschäften demnach besonders zu schaffen.

Die Schäden durch Diebstahl im deutschen Einzelhandel steigen zum vierten Mal in Folge. Laut einer Studie des Handelsforschungsinstituts EHI entwendeten Kunden, Beschäftigte, Lieferanten und Servicekräfte 2025 Waren im Wert von mehr als 4,3 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr und einem neuen Höchstwert.

Als größte Herausforderung bezeichnete EHI-Experte Frank Horst den Kampf gegen organisierten und gewerbsmäßigen Diebstahl. Auch die Zunahme beim "normalen" Kundendiebstahl sei "besorgniserregend". Laut Horst nehmen Übergriffe auf Beschäftigte zu. "Die Diebe werden immer aggressiver." Sicherheitsfirmen werde empfohlen, stichfeste Westen zu tragen.

Für 2026 rechnet Horst nicht mit einem erneuten Anstieg. Sofern keine weiteren politischen oder gesellschaftlichen Unwägbarkeiten eintreten, werde das Niveau vermutlich nicht weiter wachsen. Auch verbesserte Präventionsmaßnahmen dürften dämpfend wirken.

Wie hat sich die Situation entwickelt?

Mit rund 3,05 Milliarden Euro entfiel der größte Teil auf Kundendiebstahl. Ein Drittel davon wird organisierten Tätergruppen zugeschrieben. Eigene Beschäftigte der Handelsunternehmen verursachten Schäden von 910 Millionen Euro. Personal von Lieferanten und Servicefirmen, etwa Handwerker und Reinigungskräfte, weitere 370 Millionen Euro.

Zwischen 2020 und 2025 sind die Schäden um knapp 29 Prozent gestiegen, beim Kundendiebstahl sogar um gut 41 Prozent. Ein Teil des Anstiegs dürfte auf die hohe Inflation zurückzuführen sein. Die Verbraucherpreise legten im selben Zeitraum um mehr als 20 Prozent zu, die Preise für Lebensmittel um etwa 35 Prozent.

Die gesamten Inventurdifferenzen - also alle Verluste im Einzelhandel - stiegen 2025 zum Vorjahr um 3,2 Prozent auf 5,11 Milliarden Euro, ebenfalls ein Höchstwert. Hier sind auch organisatorische Fehler wie falsche Preisauszeichnungen eingerechnet. Händler verlieren im Schnitt rund ein Prozent ihres Umsatzes. Dem deutschen Staat entgehen dadurch laut EHI Umsatzsteuereinnahmen in Höhe von etwa 590 Millionen Euro pro Jahr.

Für die Studie befragte das Institut 103 Unternehmen mit insgesamt 21.225 Geschäften. Die Firmen schätzten, wie sich die Verluste auf Kunden, Mitarbeiter und andere Verursacher verteilen. Anschließend wurden die Schäden auf den Gesamtmarkt hochgerechnet.

Was sind die Gründe?

Experte Horst verweist unter anderem auf die gestiegenen Lebenshaltungskosten. "Viele Händler sind der Ansicht, dass die aktuelle politische Lage und die wirtschaftlichen Aussichten viele Verbraucher und Beschäftigte unter finanziellen Druck setzen und somit zu mehr Gelegenheitsdiebstählen führen." Begünstigt würden Straftaten zudem durch Personalmangel.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) nennt auch schwindenden Respekt vor fremdem Eigentum, geringere Akzeptanz rechtlicher Regeln und Defizite bei der Strafverfolgung als Gründe. Dem Verband bereitet die zunehmende Professionalisierung bandenmäßig agierender Ladendiebe Sorgen. "Hier werden regelrechte Bestelllisten von Auftraggebern aus der Unterwelt abgearbeitet", sagt Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Selbstbedienungskassen verursachen laut EHI zwar höhere Verluste, sind aber nicht der Haupttreiber des Anstiegs. Ihr Anteil sei noch zu gering, der Großteil nicht bezahlter Artikel ginge auf Bedienfehler zurück.

Was wird besonders häufig geklaut?

Die Produkte unterscheiden sich je nach Geschäftstyp:

Lebensmittelhandel: alkoholische Getränke, Tabakwaren, Kaffee, Rasierklingen, Parfums, Energydrinks, Schreibwaren, Zeitschriften, Babynahrung, Batterien, Fleisch, Wurst, Käse, Nüsse, Öle und Schokolade.

Drogeriemärkte: Düfte, Kosmetikprodukte wie Lippen- oder Kajalstifte, Babynahrung und Rasierklingen.

Bekleidungshandel: Jeans, Schuhe, Wäsche, T-Shirts, Hemden und Accessoires wie Gürtel, Schals, Brillen, Modeschmuck, Lederjacken, Kleinlederwaren, Handtaschen, Sneaker und andere Sportschuhe.

Unterhaltungselektronik: Konsolen- und Videospiele, Speichermedien, Smartphones mit Zubehör, Bluetooth-Kopfhörer, Druckerpatronen und Elektrokleingeräte.

Baumärkte: akkubetriebene Elektromaschinen, hochwertige Handwerkzeuge, Werkzeugzubehör, digitale Messgeräte, Installationsmaterialien, Akkus, Ladegeräte, LED-Leuchten und Armaturen.

Oft seien es kleine, vergleichsweise teure Artikel, die sich leicht verstecken ließen, sagt Horst. Bei einigen Tätern spiele die leichte Wiederverkäuflichkeit eine große Rolle.

Die Anzeigen sind rückläufig. Wie passt das zusammen?

Laut Polizeilicher Kriminalstatistik sank die Zahl der angezeigten Ladendiebstähle durch Kunden während der Geschäftszeit 2025 um 5,4 Prozent auf 383.096 Fälle. Knapp die Hälfte der Tatverdächtigten besitzt demnach eine ausländische Staatsangehörigkeit.

Die Aussagekraft der Statistik ist Experten zufolge jedoch begrenzt. Sie bilde das tatsächliche Geschehen kaum ab, sagt Horst. Über 98 Prozent der Fälle würden nicht erkannt und nicht angezeigt. 2025 blieben laut EHI rechnerisch etwa 24,8 Millionen Ladendiebstähle im Wert von jeweils 123 Euro unentdeckt. Selbst erkannte Fälle werden oft nicht gemeldet, weil Anzeigen häufig fallen gelassen werden. Viele Unternehmen ersparen sich deshalb den Aufwand.

Was machen die Handelsunternehmen?

Die Unternehmen äußern sich zum Thema nur zurückhaltend oder gar nicht. Der Einzelhandel versucht, sich besser zu schützen. Laut EHI investierte die Branche 2025 1,7 Milliarden Euro in Präventionsmaßnahmen wie Schulungen, Videoüberwachung und Ladendetektive. Weitere 1,6 Milliarden flossen in interne Aktivitäten wie das Auswerten von Kameramaterial und Bestandskontrollen. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 3,3 Milliarden Euro, vor fünf Jahren waren es noch 2,6 Milliarden Euro.

Immer häufiger wird begehrtes Diebesgut in Vitrinen verschlossen und nur auf Nachfrage herausgegeben. Einige Händler arbeiten mit unsichtbaren Warensicherungen in Regalböden, etwa bei Kaffee. Sobald zehn oder mehr Packungen gleichzeitig entnommen werden, gibt es einen Alarm.

Björn Fromm, Edeka-Kaufmann und Präsident des Bundesverbands des Deutschen Lebensmittelhandels, gelang es 2025 mit mehr Kameras und Sicherheitspersonal, seine Verluste in einem Markt um mehrere Zehntausend Euro im Jahr zu reduzieren. Die Maßnahmen kosteten weit mehr, dennoch hält er sie für richtig. "Die Diebe merken ja, wo man besonders gut klauen kann."

Was fordert der Branchenverband?

"Ladendiebstahl muss konsequent und spürbar verfolgt und bestraft werden. Hier verlieren viele Unternehmen Tag für Tag zunehmend das Vertrauen in Polizei und Justiz", sagt HDE-Hauptgeschäftsführer Genth. Strafverfolgungsbehörden und Gerichte müssten personell und technisch besser ausgestattet werden. Die Mindeststrafe bei bandenmäßig organisiertem Diebstahl müsse auf ein Jahr angehoben werden.

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Kein erneuter Anstieg der Diebstahlverluste im Jahr 2026.

    Likely · Within months

Open Questions

  • Wie wirksam sind die aktuellen Präventionsmaßnahmen langfristig?
  • Welche spezifischen politischen oder gesellschaftlichen Faktoren könnten das Niveau beeinflussen?
  • Wie wird sich die Zunahme von Gewalt gegen Beschäftigte weiterentwickeln?

Related Topics

This article was originally published by n-tv Wirtschaft.

Related Stories

Andreas Kroll: "Wir wollen uns von China unabhängig machen"
Developing·26m ago

Andreas Kroll: "Wir wollen uns von China unabhängig machen"

Andreas Kroll, Gründer von Noble Elements, handelt seit zwölf Jahren mit seltenen Erden. Er sieht die Abhängigkeit von China als heilbar und strebt an, vom Händler zum Produzenten zu werden, um die Versorgungssicherheit für seine Kunden zu gewährleisten. Kroll betont die Notwendigkeit der Finanzindustrie zur Mobilisierung von Milliardenbeträgen für neue Projekte und kritisiert die deutsche Umsatzsteuerpolitik.

Handelsblatt
More on this topicDiebstahl