Von den Anfängen in Rattelsdorf bis zum NBA-Titel 2011: Eine Analyse der Karriere von Dirk Nowitzki und der Einfluss seines Mentors Holger Geschwindner.
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Dirk Nowitzki wurde durch ein intensives und unkonventionelles Training unter Holger Geschwindner zu einem der erfolgreichsten NBA-Spieler. Sein Weg war geprägt von frühen Rückschlägen, die ihn zu einer professionelleren Einstellung führten.
Gesagt, getan. Fortan ist Geschwindner Nowitzkis Mentor, bringt ihm das basketballerische Rüstzeug bei, hilft ihm aber auch bei der Persönlichkeitsentwicklung. Er gibt ihm Bücher zu lesen wie „Taifun“ von Joseph Conrad, in dem es darum geht, wie man mit Widerständen umgeht. Geschwindner wird Nowitzkis Mr. Miyagi aus dem Karate-Kid-Film. Jahrelang verbringen beide ihre Sommer in der Halle, um Nowitzki zum kompletten Spieler zu machen. Meistens ist die Schulturnhalle in Rattelsdorf der Treffpunkt. Der Hallenschlüssel ist beim Bäcker um die Ecke hinterlegt. Gern nimmt sich Nowitzki eine Quarktasche mit auf den Heimweg nach Würzburg.
„Wir packen jeden Sommer ein neues Werkzeug in seine Kiste“
Geschwindners Training ist ungewöhnlich. Er lässt Nowitzki Froschsprünge machen, im Schubkarren-Stil auf Händen laufen, eine Minute im Handstand stehen. Er muss auf Kästen springen, vor dem Wurftraining legt er ihm eine Bleiweste an. Geschwindners Plan: „Wir packen jeden Sommer ein neues Werkzeug in seine Kiste.“ Nowitzki soll in der Lage sein, alle fünf Positionen im Basketball zu spielen. Einen dribbelstarken Point Guard mit 2,13 Metern Größe hat es zuvor noch nicht gegeben.
Geschwindner, der Mathe und Physik studiert hat und auf dessen Visitenkarte „Institut für angewandten Unfug“ steht, berechnet auch den perfekten Wurf für einen Spieler von Nowitzkis Größe. Fortan wirft Nowitzki mit einer höheren Flugkurve. Zudem lässt Geschwindner Nowitzki Saxofon spielen. Der Jazzmusiker und Ex-Basketballer Ernie Butler ist sein Lehrmeister. Sport und Musik hätten eine Gemeinsamkeit – das Rhythmusgefühl. Zum Ritual wird auch das jährliche Rudercamp am Starnberger See.
Mit 19 Jahren dominiert Nowitzki die zweite deutsche Liga. Topklubs wie Bayer Leverkusen, Alba Berlin, Real Madrid und FC Barcelona zeigen Interesse. Doch der 29. März 1998 öffnet Nowitzki ganz andere Türen: Beim Nike Hoop Summit in San Antonio (Texas/USA) spielt er mit einer Jugend-Weltauswahl gegen die besten US-Talente und überragt mit 33 Punkten und 14 Rebounds. Dass er dafür die Aufstiegs-Play-offs mit Würzburg schwänzt, soll sich lohnen.
Debüt im Februar 1999
Beim NBA-Draft am 24. Juni ziehen die Milwaukee Bucks Nowitzki an neunter Stelle, traden ihn sofort wie vorher verabredet nach Dallas. Noch zögert Nowitzki. Daher fliegen Dallas-Trainer Don Nelson (†86), sein Sohn und Co-Trainer Donnie Nelson (63) sowie Klubbesitzer Ross Perot Jr. (67) nach Würzburg. Bei Bier und Bratwurst sitzen sie mit Nowitzki in Geschwindners Garten, am Tag danach gehen sie mit Nowitzkis Eltern essen. Vier Tage später folgt Nowitzkis Gegenbesuch in Dallas. Dort wird er am Flughafen begeistert empfangen, die Menschen halten Dirk-Plakate hoch. Nowitzki hält sie für Fans – erst später stellt sich heraus, dass sie Angestellte der Mavericks sind. Alles Weitere wird am Abend beim Barbecue in Nelsons Haus am Pool besprochen.
Das Werben hilft. Nowitzki wagt den Schritt. Am 5. Februar 1999 – der Saisonstart verzögert sich wegen eines Tarifstreits – macht er in Seattle sein erstes NBA-Spiel. Sein Traum geht in Erfüllung. Früher hingen Poster von Scottie Pippen (60) und Michael Jordan (63) in seinem Kinderzimmer, jetzt ist er selbst NBA-Spieler und spielt gegen seine Idole von früher.
Die erste Saison verläuft zäh. Nowitzki, zu dessen Rookie-Pflichten das Bälleeinsammeln nach dem Training und das Tragen der Wasserkisten gehören, tut sich schwer mit der harten Spielweise und verliert seinen Platz in der Starting Five. In der Zeitung wird er spöttisch „Irk“ genannt – das D für Defense wird wegen der mangelhaften Verteidigung gestrichen. „Ich hatte Heimweh und wollte zurück nach Deutschland“, sagt Nowitzki. „Zum Glück habe ich nicht aufgegeben.“ 8,2 Punkte pro Spiel macht er in seiner ersten Saison. Mitspieler Steve Nash (52) wird zu seinem Freund und hilft, sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden.
Im zweiten Jahr startet Nowitzki durch, steigert seinen Punkteschnitt auf 17,5. Hat er mal Ladehemmung, fliegt Geschwindner aus Deutschland ein und rückt im Einzeltraining „die Flinte zurecht“, wie er sagt. Von Saison zu Saison wird Nowitzki dominanter, dank ihm werden die Mavericks zu einem Titelkandidaten. 2006 erreichen sie das Finale und gewinnen die ersten beiden Spiele gegen die Miami Heat. Doch dann kippt die Serie, Miami gewinnt viermal in Folge und holt sich den Titel.
2006/07 sind die Mavericks mit 67 Siegen das beste Team der regulären Saison, Nowitzki (24,6 Punkte pro Spiel) wird als erster Europäer zum MVP gewählt. Doch die Ernüchterung kommt in den Play-offs: In der ersten Runde scheitern die Mavs an den Golden State Warriors, dem Achten der regulären Saison im Westen. Zweifel an Nowitzki als Führungsspieler kommen auf.
Dieser braucht Abstand. Fünf Wochen geht er mit Geschwindner auf Rucksacktour durch Australien und Neuseeland. Abends sitzt er am Lagerfeuer und spielt Gitarre. Doch selbst am Ayers Rock wird er von Touristen erkannt.
Die Rückschläge werfen Nowitzki nicht um. Er trainiert noch härter, lebt noch professioneller, stellt seine Ernährung um und verzichtet auf rotes Fleisch. 2008 verwirklicht er seinen zweiten großen Traum neben dem NBA-Titel: Er führt die deutsche Nationalmannschaft, mit der er bereits WM-Bronze 2002 und EM-Silber 2005 gewonnen hat, zu den Olympischen Spielen. Bei der Eröffnungsfeier im Pekinger Stadion „Vogelnest“ trägt er die deutsche Fahne.
Den größten Lebenstraum erfüllt er sich 2011. Die Mavericks gehen als Sechster in die Play-offs. Doch dann kommen sie in einen Lauf: 4:2 gegen Portland, 4:0 gegen die Los Angeles Lakers mit Superstar Kobe Bryant (†41), 4:1 gegen Oklahoma City. Im Finale warten, wie schon 2006, die Miami Heat. Die sind gespickt mit Superstars: LeBron James (41), Dwyane Wade (44), Chris Bosh (42).
Doch diesmal steht da ein anderer Nowitzki als 2006. Entschlossen und fokussiert. Er verbietet sogar seinem Vater, anzureisen, um nicht abgelenkt zu werden. Auch als er sich in Spiel eins bei der 84:92-Niederlage einen Sehnenriss im linken Mittelfinger zuzieht, bringt ihn das nicht aus dem Konzept. Fortan spielt er mit Schiene weiter.
In Spiel zwei liegt Dallas sieben Minuten vor Schluss 15 Punkte hinten, doch Nowitzki dreht die Partie, erzielt die letzten neun Punkte der Mavericks und sorgt für den 95:93-Sieg. Nach der 86:88-Niederlage in Spiel drei geht Nowitzki mit 39 Grad Fieber in Spiel vier – Dallas gewinnt dennoch 86:83.
Vor Spiel fünf machen sich James und Wade lustig über Nowitzki, indem sie demonstrativ seinen Husten imitieren. Auch das bringt Nowitzki nicht aus der Ruhe – Dallas gewinnt 112:103. Die Krönung folgt in Spiel sechs, das Dallas 105:95 in Miami gewinnt.
Zwei Tage nach dem Titelgewinn sagt Nowitzki im SPORT BILD-Interview: „Die Final-Niederlage 2006 hat mich nach vorne gepusht. Genauso wie die Erstrunden-Niederlagen, die folgten. Das alles hat mich nur noch hungriger gemacht. Mein Ehrgeiz wurde noch größer, ich wollte ein noch besserer Spieler werden. Jeden Sommer bin ich bei Gluthitze in die Bleiweste geschlüpft und habe in der stickigen Halle von Rattelsdorf geschuftet. Das war nicht immer spaßig. Aber ich wusste, wofür ich es tue. Vor allem in den vierten Vierteln bin ich jetzt entscheidender und tauche nicht mehr ab. Ich bin mehr zum Killer geworden. Ohne die Niederlagen hätte ich mich nicht so entwickelt.“
„Wie ein Besessener trainiert“
Auf die Frage, ob er Genugtuung verspüre, antwortet Nowitzki: „Meine Nummer-eins-Motivation war nie, die Kritiker eines Besseren zu belehren. Ich wollte immer in der besten Mannschaft spielen und der beste Spieler sein, der ich sein kann. Deswegen habe ich wie ein Besessener trainiert. Aber ich gebe zu: Ein bisschen Genugtuung ist auch da. Das ist eine sehr schöne Zutat. Mir haben sie immer gesagt, dass man mit meinem Stil nicht gewinnen kann – zu viele Sprungwürfe, zu wenig Punkte innen drinnen. Von daher ist es schön zu wissen, dass man auch mit meinem Stil gewinnen kann – als guter Schütze, der aber auch andere Sachen machen kann.“
Zu seinem Markenzeichen wird der Flamingo-Wurf, der Fade away-Jumper: auf einem Bein leicht nach hinten abspringen, das andere Bein mit dem Knie nach vorne anwinkeln, um den Gegenspieler auf Distanz zu halten – und butterweich werfen. „Dieser Wurf war nicht zu verteidigen“, sagt Shaquille O’Neal.
Beim Empfang im Weißen Haus rühmt Präsident Barack Obama (65) Nowitzki als „harten Kerl“ und foppt ihn wegen seiner nicht vorhandenen Gesangskünste: „Das Schmerzhafteste war seine Version von ,We are the Champions‘ auf der Siegesfeier.“

José Mourinho won his first Champions League game as coach with Real Madrid against Inter Milan 2-1. Manchester City also narrowly beat FC Porto, while Betis Sevilla and Aston Villa also started the premier class victoriously.

Borussia Dortmund won the first Champions League game of the season against Villarreal 3-2, but their joy was overshadowed by injury concerns. Shortly after Giannis Konstantelias tore his cruciate ligament, Dimitrios Karetsas also had to be substituted due to circulatory problems. Coach Niko Kovac again had to compete without six key players.
The German women's national basketball team has reached the quarterfinals of the World Cup for the first time in its history after defeating South Korea 94:56. National coach Olaf Lange praised the defense and team spirit, while captain Marie Gülich stood out with 19 points. European champions Belgium will be a tough opponent in the round of 16 on Thursday.

The German women's national basketball team won the first knockout game of the home World Cup in Berlin against South Korea 94:56 and thus reached the quarterfinals. National coach Olaf Lange's team showed a convincing performance, led by Marie Gülich with 19 points. Dirk Nowitzki watched the game from the Uber Arena. The next opponent is European champion Belgium.
BVB talent Konstantinos Karetsas had to be substituted injured in the Champions League game against FC Villarreal. The 18-year-old left the field in tears after falling to the ground in a daze. The exact diagnosis is still unclear.
Harry Kane and other Bayern players are on the 30-man nomination list for the Ballon d'Or. The awards ceremony will take place on October 26th in London. German players are not represented among the men, Klara Bühl is nominated among the women.