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Drei Bundesländer wollen Selbstbestimmungsgesetz verschärfen
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Die Zeit6/2/2026Politics2 min readGermany

Drei Bundesländer wollen Selbstbestimmungsgesetz verschärfen

Quick Look

  • Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen fordern eine Verschärfung des Selbstbestimmungsgesetzes, um Missbrauch zu verhindern.
  • Sie schlagen Prüfmechanismen für Standesämter vor, um zweckwidrige Nutzung zu erkennen.
  • Der Vorschlag wird auf der Justizministerkonferenz diskutiert.

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Why It Matters

Mehrere Bundesländer, darunter Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, wollen das Gesetz zur Selbstbestimmung (SBGG) verschärfen. Ziel ist es, die Selbstbestimmung trans- und intergeschlechtlicher Menschen zu stärken und zugleich Missbrauch des Gesetzes zu verhindern. Dies geschieht im Kontext eines Falls, in dem eine verurteilte Rechtsextremistin nach einer Geschlechtsumwandlung und Namensänderung ins Frauengefängnis sollte.

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Mehrere Bundesländer wollen das Gesetz zur Selbstbestimmung (SBGG) verschärfen. Ziel der gemeinsamen Länderinitiative von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ist es, die Selbstbestimmung trans- und intergeschlechtlicher Menschen zu stärken, zugleich aber offenkundigen Missbrauch des Gesetzes wirksam zu verhindern, wie das sächsische Justizministerium mitteilte. Zuvor hatte die »Frankfurter Allgemeine Zeitung« berichtet.

Rechtsextremistin Marla Svenja Liebich hatte Diskussion ausgelöst

Mit Blick auf den Fall der verurteilten Rechtsextremistin Marla Svenja Liebich hatte sich bereits Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) für eine Gesetzesreform ausgesprochen. Liebich war im Juli 2023 – damals noch als Sven Liebich – wegen Volksverhetzung, übler Nachrede und Beleidigung rechtskräftig zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten ohne Bewährung verurteilt worden.

Anschließend hatte Liebich das Geschlecht von männlich auf weiblich ändern lassen. Außerdem wurde der Name von Sven in Marla Svenja angepasst. Kritiker sprachen von einem Missbrauch des Selbstbestimmungsgesetzes. Dennoch wurde Liebich zum Haftantritt ins Frauengefängnis in Chemnitz geladen, erschien dort jedoch nicht. Liebich wurde schließlich an der Grenze zwischen Tschechien und Deutschland festgenommen und sitzt seitdem in tschechischer Haft. Das Landgericht Pilsen hat am Montag die Auslieferung angeordnet. Liebich kann dagegen aber noch Beschwerde einreichen.

Gegen mögliche Missbrauchsfälle vorgehen

Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen bitten die Bundesregierung nun, zeitnah eine Reform auf den Weg zu bringen, die einen rechtssicheren Prüfmechanismus für alle Fälle offenkundigen Missbrauchs der Regelung schafft. Sie schlagen vor, gesetzlich klarzustellen, unter welchen objektiven Voraussetzungen Standesämter bei offensichtlichen Missbrauchsfällen tätig werden können. Vorgesehen sind konkrete Prüfmechanismen, standardisierte Vorlage- oder Clearingverfahren sowie klare rechtliche Leitplanken für Behörden.

»Prüfbar sollen allein objektive und dokumentierbare Umstände sein, die auf eine zweckwidrige oder missbräuchliche Nutzung des Verfahrens hindeuten«, betonte Sachsens Justizministerin Constanze Geiert. Jeder Missbrauchsfall gefährde das Ziel des Gesetzes, das Recht der betroffenen Personen auf respektvollen Umgang in Bezug auf die Geschlechtsidentität zu verwirklichen, so die CDU-Politikerin. Der Vorschlag soll zur Justizministerkonferenz am 11. und 12. Juni in Hamburg eingebracht werden.

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Die Justizministerkonferenz wird den Vorschlag zur Verschärfung des Selbstbestimmungsgesetzes diskutieren.

    Very likely · Within days

  • Es wird eine Debatte über die Auslegung und mögliche Missbrauchsfälle des Selbstbestimmungsgesetzes geben.

    Very likely · Within weeks

  • Die Auslieferung von Marla Svenja Liebich aus Tschechien nach Deutschland wird stattfinden, sofern keine Beschwerde erfolgreich ist.

    Likely · Within weeks

Open Questions

  • Welche konkreten Prüfmechanismen werden von den Bundesländern vorgeschlagen?
  • Wie wird die Bundesregierung auf die Initiative der drei Bundesländer reagieren?
  • Wann genau könnte eine mögliche Gesetzesreform in Kraft treten?
  • Wie wird die Auslieferung von Marla Svenja Liebich aus Tschechien nach Deutschland ablaufen?

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This article was originally published by Die Zeit.

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