Erdbebenschäden in Venezuela: Weltbank schätzt Kosten auf 19,6 Milliarden US-Dollar
Quick Look
- Die Weltbank schätzt die unmittelbaren Sachschäden der Erdbeben in Venezuela Ende Juni auf 19,6 Milliarden US-Dollar, hauptsächlich an Wohngebäuden und Infrastruktur.
- Die Regierung hat 346 Millionen US-Dollar vom IWF für den Wiederaufbau beantragt, nachdem die Beziehungen nach einem Regierungswechsel wieder aufgenommen wurden.
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Why It Matters
Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 erschütterten Venezuela Ende Juni, verursachten 5.000 Todesopfer und 19,6 Milliarden US-Dollar Sachschäden.
Die Erdbeben in Venezuela Ende Juni haben nach Schätzungen der Weltbank unmittelbare Sachschäden in Höhe von 19,6 Milliarden US-Dollar (knapp 17,2 Mrd. Euro) verursacht. Fast die Hälfte davon entfallen auf Wohngebäude (47 Prozent), Infrastruktur (27 Prozent) und sogenannte Nichtwohngebäuden (26 Prozent), teilte das Institut mit Sitz in Washington mit.
Geografisch seien der Bundesstaat La Guaira sowie der Distrito Capital am stärksten betroffen. Auf diese entfalle rund die Hälfte der »unmittelbaren Sachschäden«. Unter unmittelbaren Sachschäden wird der Verlust von Sachwerten verstanden, die durch ein Naturereignis wie ein Erdbeben entstehen. Nicht enthalten sind indirekte Folgekosten wie Produktionsausfälle oder Betriebsunterbrechungen.
Am 24. Juni hatten zwei Beben der Stärke 7,2 und 7,5 das südamerikanische Land erschüttert. Die Zahl der offiziell bestätigten Todesopfer liegt mittlerweile bei mehr als 5.000. Verletzt wurden demnach 16.740 Menschen. Knapp 18.000 Menschen sollen bei der Katastrophe ihr Zuhause verloren haben. Hunderte Gebäude wurden beschädigt oder komplett zerstört.
346 Millionen US-Dollar vom Internationalen Währungsfonds
Die Regierung in Venezuela hat laut der geschäftsführenden Präsidentin Delcy Rodríguez bereits 346 Millionen US-Dollar beim Internationalen Währungsfonds (IWF) abgerufen. Das Geld soll zum Wiederaufbau und zur Unterstützung der betroffenen Familien verwendet werden, teilte Rodríguez bei Telegram mit.
Venezuela und der Internationale Währungsfonds mit Sitz in der US-Hauptstadt Washington hatten im April ihre Beziehungen nach siebenjähriger Pause wieder offiziell aufgenommen. Die Beziehungen waren eingefroren, seit der IWF 2019 – wie die USA und andere Länder – die Oppositionsregierung unter Juan Guaidó als legitime Regierung Venezuelas anerkannt hatte, und nicht die von Machthaber Nicolás Maduro.
Maduro wurde im Januar durch einen US-Militäreinsatz gestürzt, woraufhin die USA und andere Staaten die Interimsregierung unter Rodríguez anerkannten. Ebenso erfolgt auch eine Wiederannäherung an den IWF.
Open Questions
- Wie wird die IWF-Hilfe konkret eingesetzt?
- Wie lange dauert der Wiederaufbau?
- Welche langfristigen Auswirkungen hat der Regierungswechsel?



