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EU-Ratspräsident Costa sorgt mit Russland-Kontakt für Verärgerung
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Spiegel Ausland6/19/2026Politics3 min readGermany

EU-Ratspräsident Costa sorgt mit Russland-Kontakt für Verärgerung

Quick Look

  • EU-Ratspräsident António Costa hat mit einer eigenmächtigen Kontaktaufnahme zu Russland Verärgerung bei anderen EU-Staats- und Regierungschefs, darunter Kanzler Merz und Präsident Macron, ausgelöst.
  • Die Kontaktaufnahme wurde als "unabgestimmt" und "unprofessionell" kritisiert, da sie nicht mit den Mitgliedstaaten abgesprochen war.
  • Russland lehnt die EU als Verhandlungspartner ab.

AI-generated summary

Why It Matters

EU-Ratspräsident António Costa hat eine Kontaktaufnahme zu Russland initiiert, die bei anderen führenden EU-Politikern auf Unmut stößt. Dies geschah im Kontext des andauernden Ukrainekriegs und der Bemühungen um dessen Beendigung.

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EU-Ratspräsident António Costa sorgt mit einer unabgesprochenen Kontaktaufnahme zu Russland für Verärgerung. Beim EU-Gipfel in Brüssel war nach den Beratungen zum Ukrainekrieg in deutschen Regierungskreisen von einem »Affront« die Rede. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) habe in der Sitzung klargestellt, dass Costa der Repräsentant der Europäischen Union sei, aber nicht der Vermittler, hieß es. Andere Staats- und Regierungschefs äußerten ebenfalls ihren Unmut, darunter auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron.

Der EU-Ratspräsident verteidigte die Kontaktaufnahme beim Gipfel. »Das Ziel war es, bereit zu sein, wenn der richtige Moment gekommen ist, um die Interessen der EU zu verteidigen«, argumentierte er nach Angaben einer EU-Beamtin. Sie ergänzte, eine Reihe von Staats- und Regierungschefs habe in der Diskussion darauf hingewiesen, dass der Präsident »gemäß den Verträgen der natürliche Vertreter der Interessen der EU ist«.

»Unabgestimmt« und »unprofessionell«

In den deutschen Regierungskreisen wurde der Vorstoß dagegen als »unabgestimmt« und »unprofessionell« beschrieben. Die Staats- und Regierungschefs seien erst nachträglich darüber informiert worden. Die diplomatischen Bemühungen um ein Ende des Krieges in der Ukraine sollten weiterhin von den Staaten vorangetrieben werden, die die Ukraine am stärksten unterstützten. Gemeint ist die sogenannte E3, der Deutschland, Frankreich und Großbritannien angehören.

Beim G7-Gipfel in Évian holten die Europäer – in Anwesenheit Costas – auch US-Präsident Donald Trump mit ins Boot und vereinbarten, den Druck auf Russland mit Sanktionen zu erhöhen, und die Unterstützung für die Ukraine aufrechtzuerhalten. Merz sprach am Genfersee noch von »einer wirklich großen transatlantischen und europäischen Einigkeit«. In Brüssel schien es damit schon wieder vorbei zu sein.

Selenskyj hält sich zurück – Lawrow winkt ab

An den Beratungen nahm auch Selenskyj teil, der sich zu Costas Russland-Initiative aber zurückhielt. »Ich kenne nicht allzu viele Details darüber«, sagte er beim Verlassen des Gipfels.

Und was sagt Moskau? Der russische Außenminister Sergej Lawrow sieht in der Europäischen Union keinen geeigneten Verhandlungspartner. Europa sei an einer Niederlage Moskaus in dem Krieg interessiert, könne nicht als unparteiischer Beobachter betrachtet werden und schreibe Russland »aggressive Pläne« zu, schrieb er in einem im Internet veröffentlichten Beitrag. Das sei keine Grundlage für umfassende Gespräche.

Open Questions

  • Welche konkreten Inhalte wurden zwischen Costa und Russland besprochen?
  • Wie wird sich diese Meinungsverschiedenheit auf die zukünftige EU-Außenpolitik auswirken?
  • Wird es weitere diplomatische Initiativen von EU-Vertretern geben?

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This article was originally published by Spiegel Ausland.

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