EU will Abhängigkeit von China durch Lieferantenstreuung verringern
Quick Look
- Die EU-Kommission plant ein Gesetz, das europäische Unternehmen zur Streuung ihrer Lieferanten verpflichten soll.
- Ziel ist die Verringerung der Abhängigkeit von einzelnen Ländern wie China, insbesondere bei kritischen Rohstoffen wie Seltenen Erden.
- Ein Handelsdefizit von einer Milliarde Euro pro Tag wird als untragbar bezeichnet.
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Why It Matters
Die EU will ihre Abhängigkeit von einzelnen Lieferantenländern, insbesondere China, reduzieren. Dies soll durch ein neues Gesetz zur Streuung der Lieferanten erreicht werden, da die bisherigen Risikominderungsanstrengungen der Unternehmen als zu langsam gelten.
Die EU-Kommission will europäische Unternehmen per Gesetz zu einer breiteren Streuung ihrer Lieferanten bewegen. Damit soll die Abhängigkeit von einzelnen Ländern wie China verringert werden, kündigte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nach einem EU-Gipfel in Brüssel an. Unternehmen würden ihre Risiken bislang zu langsam abbauen, weshalb ein entsprechender Gesetzesvorschlag notwendig sei.
Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten sich am Freitag darauf geeinigt, einen Dialog mit den wichtigsten Handelspartnern der Union über Wettbewerbsverzerrungen zu führen. Im Fokus stand China, auch wenn das Land in den Gipfel-Schlussfolgerungen nicht namentlich genannt wurde. Der Präsident des Europäischen Rates, António Costa, bezeichnete das Handelsdefizit zwischen China und der EU von rund einer Milliarde Euro pro Tag als »schlicht nicht tragbar«. Er fügte hinzu: »Wir können dieses Thema nicht weiter ansprechen, ohne konkrete Ergebnisse zu erzielen. Und bis jetzt hat China leider nicht geliefert.«
Die Dringlichkeit des Themas habe sich im vergangenen Jahr gezeigt, als China seine Vormachtstellung bei wichtigen Rohstoffen ausnutzte und Exportbeschränkungen für Seltene Erden verhängte, sagte von der Leyen. Im besten Fall würden die Unternehmen ihre Anstrengungen zur Risikominderung von sich aus verstärken. Dann könnte das Gesetz überflüssig werden.
Die EU-Staats- und Regierungschefs einigten sich zudem darauf, im Falle von Vergeltungsmaßnahmen durch Drittländer geschlossen aufzutreten. »Vergeltungsmaßnahmen werden nicht alle gleichermaßen treffen«, sagte der belgische Premierminister Bart De Wever. »Nicht jeder ist gleichermaßen verwundbar.« Daher sei die Einigkeit der EU-Mitglieder entscheidend.
EU braucht Seltene Erden aus China
Die EU ist derzeit bei mehreren Rohstoffen stark von China abhängig – etwa bei Magnesium und Seltenen Erden. Seltene Erden stecken in Bildschirmen von Smartphones oder Fernsehern, aber auch in den Antrieben für Elektromotoren, Halbleitern oder Turbinen. Auch die oftmals billigere chinesische Konkurrenz setzt Europas Industrie zu. Das Land exportiert mit enormer staatlicher Förderung viel, kauft gleichzeitig wenig ein und erzielt damit Rekordüberschüsse.
Bei ihrem Treffen am Mittwoch im französischen Évian hatten sich die Spitzen der führenden demokratischen Wirtschaftsmächte (G7) schon darauf verständigt, Obergrenzen für die Einfuhr bestimmter Rohstoffe zu erreichen, um so das Risiko der Erpressbarkeit durch Länder wie China zu verringern.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
EU-Unternehmen werden ihre Lieferanten diversifizieren, um gesetzliche Vorgaben zu erfüllen.
Likely · Medium term
Open Questions
- Wann wird der Gesetzesvorschlag vorgelegt?
- Welche konkreten Sanktionen drohen bei Nichteinhaltung?
- Wie reagiert China auf die EU-Pläne?

