Evonik plant weiteren Stellenabbau und Ausstieg aus Polyestergeschäft
Quick Look
- Evonik plant weiteren Stellenabbau und den Ausstieg aus dem Polyestergeschäft aufgrund unsicherer Weltlage und schwachem Wachstum.
- Die Chemiebranche insgesamt warnt vor einem Kollaps.
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Why It Matters
Evonik plant weiteren Stellenabbau und den Ausstieg aus dem Polyestergeschäft. Die deutsche Chemieindustrie steckt insgesamt in einer der schwersten Krisen der vergangenen 30 Jahre.
»Die weltpolitische Lage ist unsicher, und das wirtschaftliche Wachstum ist anhaltend schwach«, begründete Konzernchef Christian Kullmann die Pläne.
»Zugleich wird der internationale Wettbewerb immer härter«, fügte er hinzu.
Der Stellenabbau soll sozialverträglich gestaltet werden, so das Unternehmen.
»Klar ist: Die Beschäftigten dürfen nicht allein die Lasten einer schwierigen Marktlage tragen«, mahnte der Vertreter der Gewerkschaft IG BCE, Alexander Bercht.
Positiv sei indes, dass es weiter keine betriebsbedingten Kündigungen gegeben habe.
Die Verlagerung einer »erheblichen Anzahl von Arbeitsplätzen von Deutschland ins Ausland« sei zudem verhindert worden.
Immer neue Sparprogramme schafften jedoch keine nachhaltigen Zukunftsperspektiven.
Polyestergeschäft soll komplett wegfallen
Evonik plant mit aktuell laufenden Sparprogrammen, bereits rund 2800 Arbeitsplätze abzubauen.
Geschäfte mit rund 3500 Beschäftigten an den Standorten Marl und Wesseling wurden zudem im Rahmen des Umbaus abgetrennt und in eine Syneqt genannte hundertprozentige Tochter überführt.
Diese könnte verkauft werden.
Evonik beschäftigte Ende März etwa 30.600 Menschen.
Vor Jahresfrist waren es noch mehr als 31.000.
Der Ausstieg aus dem Polyestergeschäft trifft die Standorte Witten und Marl sowie Shanghai in China.
Der Schritt sei jedoch alternativlos, die Sparte fahre seit Jahren Verluste ein.
Mit einem Minus von über drei Prozent gehörten die Evonik-Aktien zu den größten Verlierern im MDax.
Chemiebranche warnt vor Kollaps
Die deutsche Chemieindustrie steckt insgesamt in einer der schwersten Krisen der vergangenen 30 Jahre.
Schwache Nachfrage, hohe Energiepreise, Preisdruck aus Asien und geopolitische Spannungen setzen der Branche zu.
Der Branchenverband VCI warnte gar vor einem Kollaps des drittgrößten Industriezweigs des Landes nach der Automobil- und der Maschinenbaubranche.
Ausdruck der schwierigen Lage ist der Stellenabbau, den zahlreiche Firmen angekündigt haben.
Auch Branchenprimus BASF will weitere Arbeitsplätze einsparen.
Wie viele betroffen sein werden, ist noch offen.
Zwischen Ende 2023 und Ende 2025 sank die Zahl der Beschäftigten bei BASF weltweit bereits um 4800.
Zwar sichert eine neue Standortvereinbarung die Arbeitsplätze von rund 33.000 Beschäftigten in Deutschland bis Ende 2028, dennoch wird mit weiterem Personalabbau gerechnet.
What to Watch
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Weiterer Personalabbau bei BASF wird erwartet.
Likely · Medium term
Open Questions
- Wie viele Arbeitsplätze wird BASF genau einsparen?
- Wird die Syneqt-Tochter von Evonik verkauft?






