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Farage könnte sich mit Rücktritt ins eigene Knie geschossen haben
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Handelsblatt1d agoPolitics2 min readGermany

Farage könnte sich mit Rücktritt ins eigene Knie geschossen haben

Quick Look

  • Nigel Farage, Chef der britischen Rechtspopulisten, könnte sich mit seinem Rücktritt ins Parlament ein Eigentor geschossen haben.
  • Sein größter Konkurrent bei der Nachwahl in Clacton könnte ein Komiker werden, da größere Parteien keine Kandidaten aufstellen.

AI-generated summary

Why It Matters

Nigel Farage, Chef der britischen Rechtspopulisten, tritt aus dem Parlament zurück, um sich auf die Nachwahl im Bezirk Clacton zu konzentrieren. Dies könnte sich als strategischer Fehler erweisen, da seine Konkurrenz unerwartet aussehen könnte.

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London. Der Chef der britischen Rechtspopulisten, Nigel Farage, könnte sich mit seinem Rücktritt aus dem Parlament und der Nachwahl im Bezirk Clacton ein Eigentor geschossen haben. Was als Befreiungsschlag des Vorsitzenden der Partei Reform UK gedacht war, droht zur Blamage zu werden.

Weil alle größeren Parteien sich weigern, Kandidaten aufzustellen, könnte sein größter Konkurrent ein Komiker werden. Count Binface, auf Deutsch etwa „Graf Mülltonnengesicht“ alias Jon Harvey, ist ein regulärer Teilnehmer bei britischen Wahlen. Es handelt sich um einen selbst ernannten intergalaktischen Weltraumkrieger in einem vage an Star-Wars-Bösewicht Darth Vader angelehnten Kostüm mit Umhang und einer Mülltonne als Helm. Offiziell aufgestellt wurde der Komiker noch nicht, die Bewerbungsfrist für die Nachwahl ist noch nicht angelaufen.

„Los geht's, Nige“, schrieb er kurz nach der Rücktrittsankündigung von Farage am Dienstag in einem X-Beitrag. Dass er die Wahl tatsächlich gewinnen kann, glaubt der Spaßkandidat allerdings nicht, wie er der BBC nun verriet. Seine Aufgabe sei es, „die Wunder der britischen Demokratie zu feiern und zu verteidigen“, sagte er. Dass er derjenige sei, der interviewt werde, weil die großen Parteien keinen Kandidaten bei der Nachwahl aufstellen, „sagt mehr über sie aus als über mich“.

Quatschkandidaten wie Count Binface haben in Großbritannien Tradition. Als Boris Johnson 2019 seinen Sieg bei der Parlamentswahl feierte, tummelten sich neben dem Weltraumkrieger noch ein Kandidat im Kostüm der Sesamstraßenfigur Elmo, ein Lord Buckethead (Lord Eimerkopf) und ein Yace Yogenstein, auch bekannt als Interplanetary Time Lord, auf der Bühne mit dem siegreichen Kandidaten. Die 1982 gegründete Official Monster Raving Loony Party tritt regelmäßig mit Quatschkandidaten bei Wahlen an.

Selbst wenn es Farage wie erwartet gelingen sollte, das Mandat wiederzuerringen, dürfte es fraglich sein, ob ihm die Wahl die erhoffte Legitimation bringen wird. Auch sein eigentliches Problem, eine Untersuchung zu einem Geldgeschenk von 5 Millionen Pfund (5,85 Millionen Euro), wird dadurch nicht gelöst. Britischen Medienberichten zufolge wird die Untersuchung nur ausgesetzt, solange er dem Parlament nicht angehört.

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Farage wird die Nachwahl in Clacton gewinnen, aber die Untersuchung zu seinem Geldgeschenk wird ausgesetzt.

    Likely · Within weeks

Open Questions

  • Wird Count Binface offiziell als Kandidat aufgestellt?
  • Wie wird die Untersuchung zu Farages Geldgeschenk ausgehen?

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This article was originally published by Handelsblatt.

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