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Frauen nehmen weiterhin den Großteil der Kinderkrankentage in Deutschland
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Die Zeit6/1/2026Social3 min readGermany

Frauen nehmen weiterhin den Großteil der Kinderkrankentage in Deutschland

Quick Look

  • Eine Auswertung der AOK zeigt, dass Frauen 2025 fast drei Viertel der Kinderkrankentage in Deutschland nahmen.
  • Dies unterstreicht die ungleiche Verteilung von Care-Arbeit.
  • Der Sozialverband Deutschland fordert bessere Rahmenbedingungen für eine partnerschaftliche Aufteilung.

AI-generated summary

Why It Matters

Eine Auswertung der AOK-Versichertendaten für 2025 zeigt, dass Frauen weiterhin fast drei Viertel der Kinderkrankentage in Anspruch nehmen, während Männer nur 27 Prozent der Tage nutzen. Dies deutet auf eine fortbestehende ungleiche Verteilung der Sorgearbeit in deutschen Familien hin.

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Kinderkrankentage werden in Deutschland weiterhin meist von berufstätigen Frauen genommen. Das geht aus einer Auswertung der Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) hervor. Demnach wurden im vergangenen Jahr fast drei Viertel der Kinderkrankentage (73 Prozent) von weiblichen Kassenmitgliedern genommen, wie das Wissenschaftliche Institut der AOK nach eigenen Versichertendaten ermittelte. Der Anteil der Männer lag bundesweit bei 27 Prozent.

In Bayern lag der Anteil der Männer dabei mit 23 Prozent am niedrigsten. Am höchsten lag er in Sachsen mit fast 31 Prozent.

Dass in allen Bundesländern auch 2025 Kinderkrankentage überwiegend von Frauen genommen würden, zeige die weiterhin ungleiche Verteilung der Care-Arbeit in Familien, sagte die Chefin des AOK-Bundesverbands, Carola Reimann. »Eltern sollen frei entscheiden können, wer das kranke Kind zu Hause betreut und wer arbeiten geht.« Sie wünschte sich aber, dass Männer häufiger von ihrem Rechtsanspruch Gebrauch machten.

Inanspruchnahme leicht zurückgegangen

Gesetzlich versicherte Eltern können für gesetzlich mitversicherte Kinder unter zwölf Jahren Krankengeld beantragen, wenn das Kind krank ist und sie deshalb nicht zur Arbeit gehen. Pro Kind und Elternteil geht das jeweils 15 Tage im Jahr, bei Alleinerziehenden 30 Tage. Die Krankenkasse übernimmt in dem Fall einen Großteil des Verdienstausfalls und zahlt in der Regel 90 Prozent des Nettoverdienstes. Bei mehreren Kindern liegt der Anspruch laut Bundesgesundheitsministerium je Elternteil bei maximal 35 Arbeitstagen, für Alleinerziehende bei maximal 70 Arbeitstagen im Jahr. Sind ein Elternteil und das Kind gesetzlich versichert, besteht laut Ministerium ein Anspruch auf Kinderkrankengeld für diesen Elternteil. Ist das Kind mit dem anderen Elternteil privat versichert, besteht kein Anspruch.

Die Inanspruchnahme ging bei der AOK den Angaben zufolge leicht zurück. Mindestens einmal Kinderkrankengeld beantragten 2025 demnach 4,6 Prozent der berechtigten Versicherten nach 4,8 Prozent 2024. Einen Höchststand hatte es 2022 in der Coronapandemie mit 5,1 Prozent gegeben. Im vergangenen Jahr entfielen auf jeden eingereichten Kinderkrankenfall im Schnitt 2,5 Tage. Grundlage der Auswertung waren Daten von 14,9 Millionen erwerbstätigen AOK-Mitgliedern.

Sozialverband kritisiert traditionelle Rollenbilder

Die Auswertung zeige, dass im Alltag vieler Familien traditionelle Rollenbilder weiterwirkten, teilte der Sozialverband Deutschland mit. »Eltern brauchen echte Wahlfreiheit und Rahmenbedingungen, die eine partnerschaftliche Aufteilung von Erwerbsarbeit und Sorgearbeit ermöglichen«, sagte Verbandschefin Michaela Engelmeier. Dazu gehörten etwa bessere Betreuungsangebote, ein Rückkehrrecht von Teilzeit in Vollzeit für alle und eine bezahlte Freistellung für den zweiten Elternteil rund um die Geburt eines Kindes.

Auf dem Papier seien zwar beide Eltern zuständig, in der Realität bleibe die Sorgearbeit jedoch überwiegend an Frauen hängen, kritisierte die Linken-Poltikerin Kathrin Gebel. »Solange Sorgearbeit im Betrieb als Karriereknick gilt, solange Löhne ungleich sind und Familien unter Druck stehen, entscheidet oft nicht Fairness, sondern das Haushaltsbudget.« Die Gesellschaft müsse endlich anerkennen, dass Sorgearbeit die Grundlage sei, dass überhaupt gearbeitet werden könne.

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Die ungleiche Verteilung der Kinderkrankentage wird sich fortsetzen, wenn keine gezielten Maßnahmen ergriffen werden.

    Very likely

  • Es werden politische Diskussionen und Forderungen nach besseren Rahmenbedingungen für eine partnerschaftliche Aufteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit laut werden.

    Likely · Short term

Open Questions

  • Welche spezifischen Maßnahmen könnten die Inanspruchnahme von Kinderkrankentagen durch Männer erhöhen?
  • Wie wirkt sich die aktuelle Gesetzeslage auf die Entscheidung von Eltern aus, wer die Betreuung übernimmt?
  • Gibt es Unterschiede in der Inanspruchnahme je nach Branche oder Einkommen der Eltern?
  • Welche Rolle spielen Arbeitgeberpraktiken bei der Entscheidung, wer Kinderkrankentage nimmt?

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This article was originally published by Die Zeit.

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