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Fußballwetten: Wann Gewinne versteuert werden müssen – und wann nicht
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Handelsblatt6/24/2026Business3 min readGermany

Fußballwetten: Wann Gewinne versteuert werden müssen – und wann nicht

Quick Look

  • Millionen Deutsche wetten auf Fußballspiele.
  • Die meisten Hobbyzocker müssen ihre Gewinne nicht versteuern, da sie nicht in die Einkommensteuerkategorien fallen.
  • Allerdings gibt es Ausnahmen: Folgeerträge und die Sportwettensteuer, die Anbieter oft weitergeben, sind relevant.

AI-generated summary

Why It Matters

Millionen Deutsche wetten auf Fußballspiele. Die Frage, ob Gewinne versteuert werden müssen, stellt sich bei höheren Beträgen.

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Wetten auf Fußballspiele haben zur Weltmeisterschaft wieder Hochkonjunktur. Was ist, wenn der Außenseiter-Tipp ins Schwarze trifft und dicken Gewinn bringt? Wo der Fiskus mitkassiert - und wo nicht.

Glück beim Spielen gehabt? Hobbyzocker müssen von ihren Gewinnen in der Regel nichts ans Finanzamt abgeben.

Berlin. Ob Bundesliga, Champions League oder jetzt zur Weltmeisterschaft: Millionen Deutsche setzen regelmäßig auf den Ausgang von Fußballspielen. Während die Aussicht auf den großen Gewinn viele reizt, stellt sich spätestens bei höheren Beträgen auch die Frage: Muss ich das versteuern?

Die überraschende Antwort lautet in den meisten Fällen: nein. „Wer privat und nur gelegentlich Fußballwetten abschließt, muss seine Gewinne grundsätzlich nicht versteuern“, erklärt Daniela Karbe-Geßler vom Bund der Steuerzahler.

Das Einkommensteuerrecht kennt zwar verschiedene Einkunftsarten, etwa aus nicht selbstständiger Arbeit, Vermietung oder Kapitalvermögen. Gewinne aus privaten Sportwetten fallen jedoch in keine dieser Kategorien. Selbst ein fünf- oder sechsstelliger Gewinn bleibt daher steuerfrei und muss nicht in der Einkommensteuererklärung angegeben werden.

Sportwettensteuer geben Anbieter meist an Kunden weiter

Allerdings bedeutet das nicht, dass Fußballwetten vollkommen steuerfrei sind. Bereits seit 2012 erhebt der Staat eine Sportwettensteuer in Höhe von 5,3 Prozent. Steuerpflichtig ist grundsätzlich der Wettanbieter.

In der Praxis geben viele Anbieter diese Belastung jedoch an ihre Kunden weiter. Manche ziehen die Steuer direkt vom Wetteinsatz ab, andere erst im Gewinnfall. Für die Spieler ist die Steuer daher oft spürbar, auch wenn sie diese nicht selbst an das Finanzamt abführen müssen.

Wo liegt die Schwelle zum Gewerbe?

Wer regelmäßig und mit erheblichem Aufwand wettet, sollte wissen: „Theoretisch kann das Finanzamt prüfen, ob die Tätigkeit noch privater Natur ist oder bereits die Merkmale eines Gewerbebetriebs erfüllt“, sagt Karbe-Geßler. „Dazu müssten unter anderem eine nachhaltige Gewinnerzielungsabsicht, ein planmäßiges Vorgehen und eine Teilnahme am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr vorliegen.“

Die Hürden hierfür sind allerdings hoch. Anders als bei professionellen Pokerspielern, bei denen Gerichte unter bestimmten Voraussetzungen schon gewerbliche Einkünfte angenommen haben, wird der Erfolg bei Fußballwetten überwiegend dem Zufall zugeschrieben.

Folgeerträge müssen versteuert werden

„Steuerpflichtig können hingegen Erträge werden, die aus einem Wettgewinn erzielt werden“, so Karbe-Geßler. „Wer beispielsweise 50.000 Euro gewinnt und das Geld anschließend auf einem Tagesgeldkonto anlegt, muss die daraus entstehenden Zinsen versteuern.“ Der ursprüngliche Wettgewinn bleibt jedoch steuerfrei.

Für die meisten Hobby-Tipper gilt deshalb: Der Gewinn aus der erfolgreichen Fußballwette gehört ihnen allein. Der Fiskus steht zwar am Spielfeldrand, greift aber nur indirekt über die Sportwettensteuer zu und nicht dann, wenn der große Treffer gelingt.

Open Questions

  • Wie hoch ist die Schwelle zum Gewerbebetrieb genau?
  • Wie wird die Sportwettensteuer von Anbietern genau gehandhabt?

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This article was originally published by Handelsblatt.

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