Gaspreise steigen wegen Iran-Krieg und niedrigen Speicherständen
Quick Look
- Aufgrund des Iran-Kriegs und niedriger Gasspeicherstände in Deutschland warnen Experten vor steigenden Gaspreisen für Privatkunden bis Jahresende.
- Der Großhandelspreis für Gas ist auf den höchsten Stand seit über dreieinhalb Jahren gestiegen, während die Speicher in Deutschland nur zu 55 Prozent gefüllt sind – deutlich unter dem Vorjahresniveau und dem EU-Durchschnitt von 67 Prozent.
- Verivox prognostiziert Preisanstiege von zehn bis 20 Prozent für Haushaltskunden.
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Why It Matters
Die Gasspeicher in Deutschland sind aufgrund hoher Weltmarktpreise seit Monaten nur langsam gefüllt worden. Der Iran-Krieg hat die globale LNG-Versorgung durch Sperrung der Straße von Hormus reduziert und die Großhandelspreise in die Höhe getrieben.
Die Betreiber der deutschen Gas-Speicher warnen vor knappen Füllständen im Falle eines sehr kalten Winters. Aber auch die Gaspreise ziehen infolge des Iran-Kriegs stark an. Verivox zufolge dürften Privatkunden das bis zum Jahreswechsel im Portemonnaie spüren.
Das Vergleichsportal Verivox rechnet wegen des Iran-Kriegs mit einem weiteren Anstieg der Gaspreise für private Haushalte. "Aufgrund der aktuell stark angestiegenen Großhandelspreise für Gas, dem geringen Füllstand der Gasspeicher in Deutschland und dem kommenden Winter erwarten wir einen Anstieg der Gaspreise für Haushalte", sagt Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox, der "Rheinischen Post".
Storck betont: "Die Neukundenpreise für Gas bilden die Großhandelspreise besonders schnell ab und sind seit Februar um über ein Drittel angestiegen. Die Bestandskundentarife reagieren langsamer auf die Preisentwicklungen, werden aber früher oder später ebenfalls steigen. Beim aktuellen Preisniveau sind Preiserhöhungen zwischen zehn und 20 Prozent zum Jahreswechsel möglich."
Der Großhandelspreis in Europa ist nach gegenseitigen Angriffen der USA und des Iran in dieser Woche auf den höchsten Wert seit mehr als dreieinhalb Jahren gestiegen. Malte Küper, Energieexperte des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), sagte der Redaktion: "Deutschland ist besonders anfällig für Preisschocks, weil seine Wirtschaft stärker als die vieler anderer Länder von Erdgas abhängt. Zudem sind Deutschland und die EU nahezu vollständig auf Gasimporte angewiesen."
Sorge um Mangellage
Die vergleichsweise gering gefüllten Gasspeicher in Deutschland schüren die Sorge um die Versorgungssicherheit im Winter. Das Bundeswirtschaftsministerium sieht weiterhin keine akute Gefahr einer Mangellage. Die Betreiber der deutschen Gasspeicher halten im Fall eines sehr kalten Winters hingegen auch die Versorgung für nicht gewährleistet.
Die deutschen Gasspeicher sind derzeit nur zu knapp 55 Prozent gefüllt, EU-weit liegt der Schnitt bei knapp 67 Prozent. Im vergangenen Jahr lag der durchschnittliche Füllstand zum selben Zeitpunkt in Deutschland bei knapp 74 Prozent, in der EU bei gut 79 Prozent. Grund für die zögerliche Einspeicherung sind die seit Monaten hohen Preise am Weltmarkt infolge des Iran-Krieges. Die Sperrung der Straße von Hormus hat das weltweite Angebot an Flüssigerdgas reduziert.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Gaspreise für Haushalte steigen bis Jahresende um zehn bis 20 Prozent
Likely · Within months
Bei einem sehr kalten Winter ist die Gasversorgung in Deutschland nicht gewährleistet
Possible · Within months
Open Questions
- Wie lange wird der Iran-Krieg die Gaspreise beeinflussen?
- Welche Maßnahmen plant die Bundesregierung zur Sicherung der Winterversorgung?
- Wie stark werden die Preise für Bestandskunden tatsächlich steigen?






