
Trotz niedriger Füllstände von rund 54 Prozent setzt die Bundesregierung auf den Markt statt auf staatliche Gaskäufe.
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Die Gasspeicher waren 2022 aufgrund des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine durch staatliche Eingriffe gefüllt worden. Aktuell setzt die Regierung wieder auf marktbasierte Vorsorge.
Deutschlands Gasspeicher sind vor der nahenden Heizsaison nur zu rund der Hälfte gefüllt. Doch Katherina Reiche scheint dies nicht zu beunruhigen. Zusätzliche staatliche Gaskäufe könnten die Energiepreise in die Höhe treiben, argumentiert die Wirtschaftsministerin.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hat angesichts der niedrigen Füllstände der Gasspeicher in Deutschland die Handlungsfähigkeit der Regierung betont. "Wir haben Vorkehrungen getroffen, für jedes Szenario", sagte die CDU-Politikerin bei den Haushaltsberatungen im Bundestag.
Die entsprechenden Instrumente seien vorbereitet. Der Staat sei jederzeit dazu in der Lage, zu handeln. "Aber der Staat darf nicht selbst zum Preistreiber werden. Sonst sind hohe Energiepreise das Ergebnis, und unsere Wirtschaft wird noch mehr belastet."
Die Füllstände der Gasspeicher liegen aktuell auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau von etwas mehr als 54 Prozent. Reiche verwies auf die bestehenden Lieferungen von Pipeline-Gas aus Norwegen sowie auf LNG-Terminals.
Die Gasspeicher-Betreiber hatten von der Politik Erleichterungen und Anreize gefordert, um das Einspeichern von Gas attraktiver zu machen. 2022 war per staatlichen Eingriff Gas gekauft worden, weil nach dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine Gaslieferungen aus Russland ausblieben und eine Versorgungskrise drohte. Bezahlt wurde der staatliche Eingriff über eine Gasspeicherumlage für Gaskunden.
Gasspeicher-Verband schließt Engpass im Januar nicht aus
In einem Bericht des Wirtschaftsministeriums für eine Sondersitzung des Wirtschaftsausschusses des Bundestags heißt es: "Nach aktuellem Erkenntnisstand ist eine Gasmangellage im kommenden Winter nicht zu erwarten." In einem Ministeriums-Papier von Mitte August hieß es, die Wintervorsorge bleibe zunächst Aufgabe des Marktes.
Weiter hieß es, staatliche Gaskäufe könnten zusätzliche Nachfrage schaffen, Preise erhöhen und private Einspeicherung verdrängen. "Zudem besteht das Risiko, dass Marktteilnehmer künftig darauf vertrauen, dass der Staat bei niedrigen Speicherständen ohnehin einspringt. Das würde die marktliche Wintervorsorge dauerhaft schwächen."
Der Gasspeicher-Verband INES hatte zuvor gewarnt, dass die Einspeicherung von Gas für den Winter auf historisch niedrigem Niveau liege. Daher seien im Fall eines sehr kalten Winters im Januar Engpässe nicht auszuschließen.
Der Grünen-Energiepolitiker Michael Kellner warf Ministerin Reiche eine mangelnde Vorsorge vor. Er sagte im Bundestag, Deutschland sei auf LNG angewiesen, das überwiegend aus den USA komme. Reiche betreibe laut dem Grünen-Abgeordneten eine Politik, die Deutschland abhängig mache von US-Präsident Donald Trump. Kellner warnte vor steigenden Energiepreisen.

At the beginning of September, the German gas storage facilities were filled to around 53 percent, their lowest level ever. However, the Federal Ministry of Economics does not see a gas shortage for the winter, as imports and reduced demand secure supplies.
According to an Eon study, German households are wasting annual savings of up to 1.65 billion euros due to a lack of digital electricity meters. Analogue meters prevent the use of fluctuating electricity prices on the exchange.

In the first half of 2026, German electricity generation rose by 4.5 percent to 230.6 billion kilowatt hours. Renewable energies made up over half of the mix, with wind power remaining the most important energy source.

The German gas storage facilities were at historically low levels at the beginning of September. The Ines association warns of bottlenecks in winter and calls for measures, while the Ministry of Economic Affairs rejects government intervention.

Hungary covers almost a third of its electricity with solar energy thanks to a generous net metering regulation, although Viktor Orbán stopped the expansion in 2023. The new government under Péter Magyar is planning grid expansion, wind power and storage, while the Paks nuclear power plant is to be further expanded with Russia.

Turkey is on the verge of commissioning its first nuclear power plant, Akkuyu, in Mersin. While the first reactor is in the testing phase, President Erdogan is already planning additional facilities to reduce reliance on energy imports.