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BackGeheimnis der Spinnenschwanzviper enträtselt
Geheimnis der Spinnenschwanzviper enträtselt
Science
Die Welt2 days agoScience2 min readGermanyView translation

Geheimnis der Spinnenschwanzviper enträtselt

Forscher haben untersucht, wie die Spinnenschwanzviper ihren spinnenartigen Schwanz nutzt und was CT-Scans über ihr Skelett verraten.

Quick Look

  • Forscher haben die Spinnenschwanzviper untersucht, deren Schwanz wie eine Spinne aussieht.
  • CT-Scans zeigten, dass die Schwanzknochen völlig normal sind, während die Schlange den Fortsatz als Köder für Vögel nutzt.

AI-generated summary

Why It Matters

Die Spinnenschwanzviper (Pseudocerastes urarachnoides) lebt im Iran und nutzt ihren spinnenartigen Schwanzfortsatz als Köder für Vögel.

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Für manche Menschen dürfte es albtraumhaft klingen: ein Tier, das vorn aussieht und sich bewegt wie eine Schlange – und hinten wie eine Spinne. Tatsächlich gibt es ein solches Doppelwesen: die Spinnenschwanzviper. Ihr Ende – ein Knubbel mit beinähnlichen Anhängseln – besteht aus verformten Schuppen, wie ein Forschungsteam in der Fachzeitschrift „The Anatomical Record“ berichtet.

Wie viele andere Tiere setzt die Spinnenschwanzviper im Kampf ums Überleben auf sogenannte Mimikry, die Nachahmung von Eigenschaften anderer Arten zu Täuschungszwecken. Klassisches Beispiel sind harmlose Schwebfliegen, deren gelb-schwarze Zeichnung der wehrhaften Wespen ähnelt und potenzielle Feinde vertreiben soll.

Die im Iran lebende Viper mit dem Fachnamen Pseudocerastes urarachnoides hingegen will nicht abschrecken, sondern anlocken – und zwar Vögel. Sie sollen das Anhängsel am Schwanz für eine Spinne halten. Nähern sie sich in der Hoffnung auf ein leckeres Häppchen, schnappt die Schlange zu und der Vogel wird selbst zur Mahlzeit.

Fasziniert ging das Team um Georgios Georgalis von der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Krakau der Spinnenattrappe genauer auf den Grund – mit überraschendem Ergebnis: Der CT-Scan der Viper zeigte keinerlei Veränderungen an den Schwanzknochen.

„Bei einigen anderen Schlangen wie Sandboas und Gummiboas weisen die Wirbel an der Schwanzspitze extreme Formen auf, die wirklich fremdartig wirken“, erklärte Georgalis. Bei der Spinnenschwanzviper hingegen deute im Skelett rein gar nichts darauf hin, wie extrem ihr Schwanz von außen aussieht.

Für ihn als Paläontologen sei das ein durchaus frustrierendes Ergebnis, erklärte Georgalis. Auch prähistorisches Leben sei möglicherweise oft viel seltsamer, als allein anhand der Knochen zu vermuten ist. „Wir beschäftigen uns mit wunderschönen Tieren, aber meistens versuchen wir, Puzzles zusammenzusetzen, bei denen einige Teile fehlen, und am Ende können wir nicht zu 100 Prozent sicher sein, wie das Tier tatsächlich ausgesehen hat.“

Ein erstes Exemplar der Spinnenschwanzviper sei zwar schon 1968 gesammelt und präpariert worden, erklärte Mitautorin Ruane vom Field Museum in Chicago. Es sei aber angenommen worden, das Tier habe eine Missbildung oder einen Tumor gehabt. „Es lag jahrzehntelang in den Regalen des Museums, doch erst als 2003 ein weiteres Exemplar mit einem ähnlichen Schwanz gefunden wurde, wurde es erneut untersucht.“ Im Jahr 2006 wurde die Schlange offiziell als neue Art beschrieben.

Später zeigten Videoaufnahmen, wie die Schlange den spinnenartigen Fortsatz an ihrer Schwanzspitze als Köder einsetzt, um Vögel anzulocken. Sie bewegt das Schwanzende über dem Boden hin und her – auch für menschliche Betrachter kann das wie eine geschäftig hin- und herlaufende Spinne wirken.

Sie habe die Schlange als Doktorandin selbst in freier Wildbahn gesehen, erklärte Ruane. „Der Fortsatz an ihrem Schwanzende ist so unglaublich, ich weiß noch, wie ich dachte, das sei total cool“, schwärmte die stellvertretende Kuratorin für Herpetologie (Amphibien und Lurche). „Es ist mein Lieblingspräparat im Museum, ich verwende es ständig bei Vorführungen und Führungen.“

Open Questions

  • Wie hat sich diese evolutionäre Besonderheit genetisch entwickelt?

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This article was originally published by Die Welt.

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