Breaking
AUIran-aligned Houthis seize Yemen's Mocha port, advance toward strategic islands as Iranian strikes damage US aircraft in JordanKRSamsung E&A wins fertilizer plant order worth 4 trillion won in Saudi Arabia... Producing 7,700 tons of urea fertilizer per dayRUIRGC Claims Destruction of US Saildrone Explorer in Strait of HormuzFRNew York pays tribute to the victims of September 11 25 years later, with the controversial presence of Mayor Zohran MamdaniUS2026 NFL Season Opens with Rams vs. 49ers in Historic Australia GameCNMake every effort to treat the aftermath and thoroughly investigate hidden dangers - all localities and departments implement the spirit of General Secretary Xi Jinping's important instructions and resolutely maintain the bottom line of safe developmentTRFenerbahçe drew 1-1 with Roma; Archie Brown stated that he was unaware of Kartal's resignationBRItaúna hosts 2nd Job Fair with vacancies in industries, services and supermarketsCNSenior Zhongtian TV anchor Zhou Yuqin was shocked to hear that she was fired, and her colleagues expressed heart-warming support.RUPutin to Attend BRICS Summit and Meet Modi During India VisitAUIran-aligned Houthis seize Yemen's Mocha port, advance toward strategic islands as Iranian strikes damage US aircraft in JordanKRSamsung E&A wins fertilizer plant order worth 4 trillion won in Saudi Arabia... Producing 7,700 tons of urea fertilizer per dayRUIRGC Claims Destruction of US Saildrone Explorer in Strait of HormuzFRNew York pays tribute to the victims of September 11 25 years later, with the controversial presence of Mayor Zohran MamdaniUS2026 NFL Season Opens with Rams vs. 49ers in Historic Australia GameCNMake every effort to treat the aftermath and thoroughly investigate hidden dangers - all localities and departments implement the spirit of General Secretary Xi Jinping's important instructions and resolutely maintain the bottom line of safe developmentTRFenerbahçe drew 1-1 with Roma; Archie Brown stated that he was unaware of Kartal's resignationBRItaúna hosts 2nd Job Fair with vacancies in industries, services and supermarketsCNSenior Zhongtian TV anchor Zhou Yuqin was shocked to hear that she was fired, and her colleagues expressed heart-warming support.RUPutin to Attend BRICS Summit and Meet Modi During India Visit
BackHannes Stein: Mein Roman „Der Messias-Komplex“ wurde als „zu jüdisch“ abgelehnt
Hannes Stein: Mein Roman „Der Messias-Komplex“ wurde als „zu jüdisch“ abgelehnt
NEWS
Die Welt4 days agoMedia3 min readGermanyView translation

Hannes Stein: Mein Roman „Der Messias-Komplex“ wurde als „zu jüdisch“ abgelehnt

Quick Look

  • Hannes Stein berichtet, dass sein alternativhistorischer Roman „Der Messias-Komplex“ von Verlagen als „zu jüdisch“ abgelehnt wurde, obwohl er eine friedliche Koexistenz von Juden und Arabern im Nahen Osten skizziert.
  • Er beschreibt den kreativen Prozess, die Ablehnung und den schließlich erfolgreichen Weg über private Kanäle zu einem kleinen Verlag in Frankfurt.

AI-generated summary

Why It Matters

Hannes Stein ist ein deutscher Journalist und Autor, der für WELT aus New York berichtet. Sein Roman „Der Messias-Komplex“ ist ein alternativhistorischer Spionageroman, der ein Szenario entwirft, in dem Schab’tai Z’wi nicht zum Islam konvertiert ist und stattdessen ein jüdischer Staat im Einvernehmen mit der islamischen Welt entstanden wäre.

Font size

Naturgemäß trat Schab’tai Z’wi auf der Stelle zum Islam über – er war zwar meschugge, aber nicht dumm. Die Idee, die mir damals in der Dunkelheit kam, war nun folgende: Was, wenn Schab’tai Z’wi sich für die Bogenschützen entschieden hätte und ihre Pfeile (wegen eines Windstoßes; wegen eines Wunders) harmlos zu Boden gefallen wären? Dann hätte Sultan Mehmed IV. keine andere Wahl gehabt, als den Juden jene drei Provinzen seines Reiches zu geben, in denen das historische Land Israel gelegen hatte. Es gäbe also seit mehr als dreihundert Jahren einen jüdischen Staat, und er wäre im Einverständnis mit der islamischen Welt gegründet worden. Nach 1933 hätten die Juden ein Zufluchtsland gehabt. Die Araber hätten ihre Kraft nicht in Kriegen gegen Israel vergeudet.

Nicht auszudenken! Also dachte ich es mir aus. Einen Nahen Osten, der so reich ist – und technologisch so fortgeschritten – wie Schanghai, Seoul, Singapur. Eine Hochgeschwindigkeitsbahn, die Jerusalem mit Bagdad und Bagdad mit Isfahan verbindet. Einen toleranten und selbstbewussten Islam, der keinen Antisemitismus kennt. Eine messianische Republik Israel, in der Sephardim – spanische Juden – den Ton angeben.

Von Anfang an war mir klar, dass ich einen Spionageroman schreiben musste. (Oder die Parodie eines Spionageromans, was wohl so ziemlich auf dasselbe hinausläuft.) Die Heldin hatte ich sofort vor Augen: Maya Goldschein, eine Jüdin aus Hamburg. Sie erhält den Auftrag, die erste Biografie von Schab’tai Z’wi zu verfassen, die keine Heiligenlegende ist; zu diesem Zweck darf sie sogar in den israelischen Staatsarchiven forschen. Maya war klug und tough und schön. Und neurotisch. Und neugierig. Beim Schreiben passierte mir etwas, von dem ich immer gedacht hatte, es sei eine fromme Schriftstellerlegende: Maya Goldschein hielt sich nicht an meine Vorgaben. Kurz vor dem Ende des Romans haute sie buchstäblich ab. Maya hatte ihren eigenen Kopf und bescherte mir eine Pointe, die auch mich verblüffte.

Unverkäuflich, weil zu jüdisch?

Der Roman spielt hauptsächlich im Gazastreifen, ein bisschen auch in Jerusalem und Jaffa. Während ich schrieb, verwandelte die israelische Armee Gaza City in eine Trümmerwüste – in meiner Fantasie baute ich die Stadt wieder auf; nur ganz anders. Das musste so sein. Im 17. Jahrhundert lebte dort nämlich ein verrückt-verzückter Kabbalist namens Nathan, den seine Anhänger als Prophet feierten. Für Schab’tai Z’wi spielte Nathan dieselbe Rolle wie Johannes der Täufer für Jesus: Er rief ihn in seiner Synagoge öffentlich zum Messias aus. Gleichzeitig war er so etwas wie Schab’tai Z’wis Apostel Paulus – er verkündete den Ruhm des Erlösers im ganzen Mittelmeerraum. So stellte ich mir vor, dass dreihundert Jahre danach im Gazastreifen eine „Prophet-Nathan-Bibliothek“ steht, in der die heiligen Schriften der Juden gesammelt werden. Außerdem fantasierte ich, dass Juden und Araber in Gaza ohne Streit zusammenleben. Dass dort keine Kinder verbrennen. Dass Schwule nicht gesteinigt werden.

Plemplem, ich weiß.

Menschen meiner Generation sind mit einer atemberaubenden Kinoszene aufgewachsen: Sean Connery alias Geheimagent 007 schläft unter Palmen. Eine Frauenstimme singt einen Schlager, James Bond wacht auf und greift nach seiner Pistole. Schnitt: Sandstrand, Meer, attraktive Kumuluswolken. Und dann taucht Ursula Andress aus den Wellen auf, eine blonde Göttin im Bikini. In meinem Roman liefere ich das passende Yin zu diesem Yang; bei mir ist es also ein blonder Mann, der als schaumgeborener Apoll aus dem Meer steigt, während meine Heldin sich einen lüsternen Blick gönnt. So fängt die Geschichte an. Beinahe konventionell geht sie weiter. Aber nicht ganz, denn zu den Konventionen des Spionageromans gehört die geheimnisvolle Frau, bei der lange verborgen bleibt, ob sie zu den Guten oder den Bösen gehört. (Vesper Lynd in „Casino Royale“, Phuong in „Der stille Amerikaner“.) Ich hatte großen Spaß daran, dieses uralte Klischee umzudrehen. Bei mir ist die mysteriöse Gestalt also ein Mann: Philip von Halenstein, ein deutscher Adeliger, zu allem Überfluss auch noch bisexuell. Ein Patriot, dessen Großvater von Hitler ermordet wurde. Maya verfällt dem Kerl mit Haut und Haaren.

Der Roman purzelte aus mir heraus, eigentlich schrieb er sich von allein; mein Gehirn gönnte sich eine Runde Urlaub. Ich ließ das Manuskript für ein paar Monate ruhen, überarbeitete es mit der angemessenen Rücksichtslosigkeit, ganz am Schluss klemmte ich mir die Lupe ins Auge und packte die Feile aus. Als ich das Gefühl hatte, fertig zu sein, schickte ich das Produkt an Kolleginnen und Freunde und meine Agentin. Enthusiastische Reaktionen: Dieser Roman würde ein Selbstläufer sein. Dachte ich, dachten alle. Aber dann warf niemand die Angel aus, niemand griff zu. Brillant, hieß es, aber zu wild; großartig, aber nichts für uns. Über mehrere Relaisstationen wurde mir heimlich gefunkt, in einem prominenten Verlag habe das Dekret gelautet: unverkäuflich, weil zu jüdisch.

Vielleicht, überlegte ich später, fällt mein Roman in ein ideologisches Niemandsland. Er kann Leuten nicht gefallen, die mit Palästinenserschal für die Vernichtung Israels demonstrieren. Andererseits schildere ich Araber nicht als tobende Wilde mit gezücktem islamischen Krummschwert. Ich träume von Frieden, lachen Sie ruhig. Vielleicht war mein tollkühner Wunschtraum aber gar nicht der Grund für die Ablehnung? Vielleicht irrten die Freunde und Kolleginnen, und mein Manuskript taugte nicht viel? Nach einem halben Jahr fand ich mich damit ab, dass dieser Roman für immer im Dunkel meiner Festplatte lagern würde. Und doch war meine Kapitulation nur halbherzig, was man an folgendem Umstand sieht: Ich druckte fünf Manuskripte aus und verschickte sie ganz altmodisch mit der Post.

Ein Exemplar bekam mein Freund Andreas Öhler in Berlin, der leider nicht mehr lebt. Ihn besuchte der Schriftsteller Artur Becker, der zum Glück noch quicklebendig ist. Artur entdeckte das Manuskript auf Andreas’ Schreibtisch, klemmte es sich unter die Achsel und fuhr zurück in seine Heimatstadt. Er las und empfahl das Buch einem kleinen feinen Verlag in Frankfurt. Und jetzt werden wir ausprobieren, ob mein Roman wirklich zu jüdisch oder ob er für Deutschland gerade noch brav genug ist.

Hannes Stein berichtet für WELT aus New York. Sein Roman „Der Messias-Komplex“ erscheint in der Edition Faust.

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Der Roman „Der Messias-Komplex“ wird von der Edition Faust veröffentlicht und erhält öffentliche Aufmerksamkeit.

    Likely · Within months

Open Questions

  • Warum genau lehnten die Verlage das Manuskript als „zu jüdisch“ ab?
  • Welche spezifischen Bedenken hatten die Verlage hinsichtlich des Inhalts?
  • Wie wird der Roman von der Edition Faust aufgenommen und beworben?

Related Topics

This article was originally published by Die Welt.

Related Stories

Jimmy Kimmel airs interview with James Talarico online only after FCC print
Developing·

Jimmy Kimmel airs interview with James Talarico online only after FCC print

US presenter Jimmy Kimmel has announced that he will only show an interview with Democratic Senate candidate James Talarico from Texas on YouTube after the FCC threatened the show under pressure from Trump. The authority had reclassified late-night programs and exempted them from parity rules, which require local stations to offer equal airtime to running politicians. Critics see this as an attempt to restrict press freedom and influence congressional elections.

Die Zeit
2 min read
WELT chief reporter Ibrahim Naber receives the German Television Award for reporting from Ukraine
Media·

WELT chief reporter Ibrahim Naber receives the German Television Award for reporting from Ukraine

WELT chief reporter Ibrahim Naber was awarded the German Television Prize in the category 'Best Moderation / Individual Achievement Information' on September 9, 2026. The jury recognized his continued reporting from the Ukrainian war zone since the Russian invasion began in 2022. Naber previously reported that he was wounded in a Russian drone strike in the fall of 2025.

Die Welt
1 min read
More on this topicschabtai z'wi