Hedgefonds-Investor TCI steigt bei Deutscher Börse ein
Quick Look
- Der britische Hedgefonds TCI hat seine Beteiligung an der Deutschen Börse auf über fünf Prozent aufgestockt.
- Bereits 2005 hatte TCI-Gründer Christopher Hohn für Aufsehen gesorgt, als er die Übernahme der LSE torpedierte.
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Why It Matters
Der britische Hedgefondsmanager Christopher Hohn, Gründer von TCI, ist bekannt für seinen aktivistischen Investitionsstil. 2005 torpedierte er die Übernahme der London Stock Exchange durch die Deutsche Börse und erzwang den Abgang von Führungskräften. TCI investiert wertorientiert in starke Unternehmen, greift aber bei Umstrukturierungen oder Sondersituationen aktiv ein.
2005 blockierte der Investor eine große Übernahme und sorgte für den Austausch von Vorstands- und Aufsichtsratschef. Nun ist er erneut mit gut fünf Prozent beim Dax-Konzern eingestiegen. Andreas Kröner 18.05.2026 - 13:55 Uhr Artikel anhören
TCI-Gründer Christopher Hohn (Archivbild): Wenn angemessen, als aktivistischer Investor Einfluss ausüben. Foto: The Children’s Investment Fund
Frankfurt. Der britische Hedgefondsmanager Christopher Hohn lehrt Vorstandschefs in aller Welt das Fürchten. In Deutschland wurde der aktivistische Investor 2005 bekannt, als er als Aktionär der Deutschen Börse die Übernahme der London Stock Exchange (LSE) torpedierte und den Abgang von Vorstandschef Werner Seifert und Chefkontrolleur Rolf Breuer erzwang.
Entsprechend groß war die Aufregung in der Zentrale der Deutschen Börse vergangene Woche, als Hohn mit seinem Hedgefonds TCI eine bedeutsame Beteiligung am Dax-Konzern meldete. Laut einer Stimmrechtsmitteilung von Freitagabend hat Hohn seine Beteiligung am hessischen Konzern bereits am 13. Mai von 0,96 Prozent auf 5,15 Prozent aufgestockt. Davon entfallen 1,35 Prozent auf Aktien sowie 3,8 Prozent auf Finanzinstrumente.
Anzeichen, dass Hohn wie 2005 das Management attackieren oder eine große Übernahme verhindern will, gibt es bisher allerdings nicht. TCI investiert schließlich auch, aber nicht ausschließlich in kriselnde oder schlecht geführte Unternehmen, bei denen die Briten als aktivistischer Investor auf Veränderungen drängen.
„TCI ist ein wertorientierter, fundamentaler Investor, der weltweit in starke Unternehmen mit nachhaltigen Wettbewerbsvorteilen investiert“, schreibt das Unternehmen auf seiner Internetseite. TCI analysiere Firmen eingehend, strebe einen konstruktiven Austausch mit dem Management an und verfolge einen langfristigen Anlagehorizont.
Von Zeit zu Zeit investiere TCI jedoch auch in Unternehmen, die sich in einer Umstrukturierung oder einer Sondersituation befänden, heißt es vom Hedgefonds: „TCI wird Ergebnisse vorantreiben, indem es, wenn angemessen, als aktivistischer Investor Einfluss ausübt.“
Deutsche Börse begrüßt Einstieg von TCI
Hohn ist Sohn eines Automechanikers und nach der Gründung von TCI 2003 Schätzungen zufolge inzwischen Milliardär. Vor dem Zusammenbruch von Wirecard 2020 wettete er mit Leerverkäufen gegen den Zahlungsdienstleister und strich damit hohe Gewinne ein.
Der von Hohn geführte Fonds reagierte auf eine Anfrage des Handelsblatts zum Einstieg bei Deutschlands größtem Börsenbetreiber am Montag zunächst nicht.
Ein Sprecher der Deutschen Börse sagte: „Wir begrüßen das Engagement von TCI und freuen uns darauf, unseren konstruktiven Dialog fortzusetzen, so, wie wir es mit all unseren Investoren tun.“ Der Dialog mit den Anteilseignern spiele eine wichtige Rolle dabei, nachhaltigen Wert für alle Stakeholder zu schaffen.
„Wir hatten letzte Woche eine erfolgreiche Hauptversammlung, bei der wir sehr großen Rückhalt von unseren Aktionären erfahren haben“, sagte der Sprecher weiter. Nach einem Rekordjahr 2025 und Rekordergebnissen im ersten Quartal 2026 werde die Deutsche Börse ihre Ende 2025 verabschiedete Strategie konsequent umsetzen und ihre Prognosen weiterhin erfüllen.
Analyse
16 Milliarden Euro Börsenwert zerstört: Der beispiellose Einbruch der Aktie der Deutschen Börse hat vier Gründe
Die Aktie der Deutschen Börse schwankte zuletzt. Nach ihrem bisherigen Allzeithoch von 294,30 Euro im Mai 2025 brach sie zunächst bis auf 200,10 Euro im Februar 2026 ein. Verantwortlich dafür waren unter anderem der politische Gegenwind für die Tochter ISS in den USA sowie die Sorge, dass der verstärkte Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) das Datengeschäft des Unternehmens gefährdet.
Seit ihrem Jahrestief hat die Aktie jedoch wieder etwa ein Viertel zugelegt, auf etwa 250 Euro. Gründe dafür waren unter anderem die Turbulenzen an den Märkten nach dem Ausbruch des Irankriegs sowie die weltweit gestiegenen Zinserwartungen.
Konzern hebt Prognose für 2026 leicht an
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Im ersten Quartal hatte die Deutsche Börse ihr Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um zehn Prozent auf gut eine Milliarde Euro ausgebaut. Die Nettoerlöse stiegen um elf Prozent auf 1,82 Milliarden Euro.
Anleger hätten die Auswirkungen der militärischen Eskalation im Nahen und Mittleren Osten fortlaufend neu bewertet und ihre Risikopositionen angepasst, erklärte das Unternehmen aus Eschborn bei Frankfurt in seiner Quartalsmitteilung. „Die daraus resultierende Unsicherheit spiegelte sich in einer höheren Marktvolatilität bei Aktien und Anleihen sowie in einer verstärkten Nutzung von Absicherungsprodukten wider.“
2026 erwartet die Deutsche Börse einen Anstieg der Nettoerlöse auf 5,7 Milliarden Euro und des Betriebsgewinns auf 3,1 Milliarden Euro. Das Ergebnis der Finanzabteilung (Treasury) ist dabei nicht eingerechnet. Hier hob das Unternehmen seine Prognose Ende April wegen der gestiegenen Zinserwartungen an und rechnet nun mit einem Treasury-Ergebnis oberhalb der zuvor angepeilten 700 Millionen Euro.
Mehr: Marktturbulenzen wegen des Irankriegs bescheren Deutscher Börse Rekordgewinn
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What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
TCI will engage in constructive dialogue with Deutsche Börse management.
Very likely · Within months
TCI may push for specific strategic changes or operational improvements at Deutsche Börse.
Likely · Within months
Open Questions
- What specific changes will TCI push for at Deutsche Börse?
- How will Deutsche Börse's management respond to TCI's increased influence?
- Will TCI's past success against Deutsche Börse's management be repeated?
- What is the long-term investment strategy of TCI regarding Deutsche Börse?






