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Iran-Abkommen: Verhandlungen in der Schweiz abgesagt
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Handelsblatt6/19/2026Politics5 min readGermany

Iran-Abkommen: Verhandlungen in der Schweiz abgesagt

Quick Look

  • Die für heute in der Schweiz geplanten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über das Atomprogramm wurden abgesagt.
  • Die USA hoben eine Seeblockade auf, doch die Straße von Hormus bleibt ein Streitpunkt.
  • Israel schließt einen Truppenabzug aus dem Südlibanon aus.

AI-generated summary

Why It Matters

Nach der Unterzeichnung eines Rahmenabkommens zwischen den USA und dem Iran sind die Verhandlungen über die schwierigsten Knackpunkte, darunter das Atomprogramm, abgesagt worden. Eine Haltung Israels erschwert das Abkommen zusätzlich.

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Die schwierigsten Verhandlungen mit Teheran stehen noch bevor. Damit sollte es nun in der Schweiz losgehen – eigentlich. Unterdessen erschwert eine Position aus Israel das Abkommen. 19.06.2026 - 07:03 Uhr Artikel anhören

Tanker in der Straße von Hormus im April: Das Abkommen sieht eine freie Durchfahrt durch die Straße von Hormus vor. Foto: via REUTERS

Tokio, Washington, Berlin. Nach der Unterzeichnung des Rahmenabkommens zwischen den USA und dem Iran ist unklar, wie es nun weitergeht. Vorgesehen war eigentlich, dass Delegationen beider Länder heute in der Schweiz zu Gesprächen über die schwierigsten Knackpunkte zusammenkommen, darunter Irans Atomprogramm.

Allerdings wurden die Verhandlungen dem Schweizer Außenministerium zufolge abgesagt. Das Treffen auf dem Bürgenstock in der Nähe von Luzern finde nicht statt, teilte das Ministerium am Freitagmorgen mit.

Vorab hieß es bereits, dass US-Vizepräsident JD Vance nicht wie vorgesehen in der Nacht zum heutigen Freitag zu den Gesprächen fliegen werde, sagte ein Regierungsbeamter in Washington der Deutschen Presse-Agentur.

USA heben Seeblockade auf

Derweil hoben die USA nach Militärangaben gemäß der im Rahmenabkommen getroffenen Vereinbarung ihre wochenlange Seeblockade iranischer Häfen auf. Die Passage von Schiffen mit Start oder Ziel im Iran werde auf Anweisung von Präsident Donald Trump nicht mehr verhindert, teilte das Regionalkommando Centcom mit. Das Abkommen sieht im Gegenzug eine freie Durchfahrt durch die Straße von Hormus vor. Bisher verläuft der Schiffsverkehr dort jedoch weiter nur verhalten.

Der Iran verlange, dass alle Handelsschiffe vor einer Passage durch die wichtige Meerenge einen Antrag einreichen, meldete die „Tehran Times“. Das Sekretariat des obersten nationalen Sicherheitsrats teilte demnach mit, dass für einen Zeitraum von 60 Tagen keine Gebühren entrichtet werden müssten. Die zuständige Behörde sei angewiesen worden, alle Anträge zügig und vorrangig zu prüfen und zu bearbeiten.

Luftaufnahme der Straße von Hormus. Foto: -/The Visible Earth/NASA/dpa

Im mühsam ausgehandelten Rahmenabkommen ist festgelegt, dass der Iran in Absprache mit dem Anrainerstaat Oman nach 60 Tagen kostenfreien Schiffsverkehrs die Regeln für weitere Durchfahrten neu definieren kann. Dieser Aspekt könnte für Streit sorgen. Völkerrechtler halten Gebühren ohnehin für problematisch, die US-Regierung hatte sie wiederholt als inakzeptabel bezeichnet.

Streitpunkt: Irans Atomprogramm

Der sicher schwierigste Streitpunkt in den Verhandlungen wird das iranische Atomprogramm sein und die Frage, wie es mit den Uran-Beständen des Landes weitergehen soll. Dem Vernehmen nach verfügt der Iran über mehr als 400 Kilogramm hochangereichertes Uran, das relativ leicht in waffenfähiges Material umgewandelt werden könnte.

Kernkraftwerk im Iran: Das Atomprogramm bleibt ein Streitpunkt. Foto: Vahid Salemi/AP/dpa

Nach Angaben von US-Vizepräsident Vance hat die Führung in Teheran zugesagt, kein Uran mehr anzureichern und internationalen Inspektoren Zugang zu gewähren, damit die hochangereicherten Uran-Bestände zerstört werden können. Sollte die iranische Seite diese Zusagen einhalten, sehe die Vereinbarung verschiedene Gegenleistungen vor, sagte Vance.

Im veröffentlichten Rahmenabkommen wiederholt die Islamische Republik ihre offizielle Position, niemals Atomwaffen zu produzieren. Zudem wurde als Mindestmaßnahme eine Verdünnung des gelagerten hochangereicherten Urans unter Aufsicht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) niedergeschrieben.

Die IAEA soll nach eigenen Angaben an den weiteren Verhandlungen teilnehmen. Dafür sind 60 Tage angesetzt, die Frist kann in beiderseitigem Einvernehmen aber auch verlängert werden. Ähnliche Verhandlungen über das bisher letzte große Abkommen mit dem Iran, den in Wien geschlossenen Atomdeal von 2015, hatten fast zwei Jahre gedauert.

» Lesen Sie auch: Verfolgen Sie alle aktuellen Entwicklungen im Iran-Krieg im Newsblog.

Irans Revolutionsführer Modschtaba Chamenei hat das Rahmenabkommen mit den USA nach seinen eigenen Worten nur unter Vorbehalten gebilligt. Chamenei sagte laut der iranischen Staatsagentur Irna, er sei grundsätzlich anderer Meinung gewesen, habe seine Zustimmung dann aber aus einem Gefühl der Verantwortung gegenüber der iranischen Nation und ihren Verbündeten erteilt. Jetzt warte der Iran darauf, dass seine Bedingungen erfüllt werden. Verhandlungen bedeuteten nicht, dass der Standpunkt des Gegners akzeptiert werde.

Netanjahu schließt Truppenabzug aus dem Südlibanon aus

Das Rahmenabkommen sieht ein Kriegsende zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon vor – enthält aber keine explizite Klausel über einen Abzug der israelischen Truppen aus dem Nachbarland. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu schloss einen Truppenabzug aus dem Südlibanon bis auf weiteres aus. Israel werde sich nicht aus der von der Armee errichteten „Sicherheitszone“ zurückziehen, solange es seine Sicherheitsbedürfnisse erforderten. Die libanesische Regierung stuft das von Israel kontrollierte Areal als völkerrechtswidrig besetztes Staatsgebiet ein.

Israels Ministerpräsident: Benjamin Netanjahu schloss einen Truppenabzug aus dem Südlibanon bis auf weiteres aus. Foto: Ohad Zwigenberg/AP/dpa

Wird sich die Hisbollah an eine Waffenruhe halten, solange Israel diese Gebiete besetzt hält? Und wie wird sich der Iran verhalten, sollten die Käfe zwischen Israel und der Miliz weitergehen? Eine neuerliche Eskalation könnte die weiteren Gespräche gefährden. Derweil erhöht die US-Regierung mit weiteren Sanktionen den Druck auf die Hisbollah. Diese richten sich etwa gegen den früheren libanesischen Präsidentschaftskandidaten Suleiman Frangieh, der Geld von der Miliz angenommen habe, um sich im Parlament für ihre Interessen einzusetzen, teilte das US-Finanzministerium mit.

Vance verbittet sich israelische Kritik an Trump

Vance wies unterdessen mit deutlichen Worten Kritik aus Netanjahus Regierung am US-Präsidenten zurück. „Donald J. Trump ist derzeit das einzige Staatsoberhaupt der Welt, das Israel wohlgesinnt ist“, sagte er vor der Presse. „Wäre ich im israelischen Kabinett, würde ich wohl kaum den einzigen mächtigen Verbündeten angreifen, den ich weltweit noch habe.“

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JD Vance: Nach Angaben von US-Vizepräsident Vance hat die Führung in Teheran zugesagt, kein Uran mehr anzureichern. Foto: REUTERS

Schon früh in den Verhandlungen um das Rahmenabkommen hatte der Iran Wiederaufbauhilfen verlangt. Die Wirtschaft des Landes war bereits vor dem Krieg schwer angeschlagen. Die US-Regierung möchte nun mit Geld den Iran zum Einlenken bei den weiteren Verhandlungen bringen. Das Abkommen sieht mindestens 300 Milliarden US-Dollar als eine Art Aufbaufonds vor - die Frage der Finanzierung ist jedoch bisher ausgespart. Selbst in den Reihen von Trumps Republikanern wächst die Kritik an dem geplanten Fonds.

Der Iran ist mit umfassenden Sanktionen der internationalen Gemeinschaft belegt. Milliarden an Einnahmen aus dem Ölgeschäft des Landes hängen im Ausland fest. Bisher ist festgelegt, dass die US-Sanktionen auf den iranischen Ölhandel zeitweise aufgehoben werden. Die Öl-Einnahmen und eingefrorenen Vermögenswerte könnten bei Freigabe in den Wiederaufbau des Irans nach dem Krieg fließen – oder in die Produktion weiterer Waffen, wie Kritiker warnen.

Mehr: „Es ist ein Desaster für die USA“ – Warum Trumps Iran-Deal ein Sieg für die Mullahs ist

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What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Weitere Verhandlungen über das iranische Atomprogramm werden fortgesetzt.

    Likely · Within months

  • Israel wird seine Truppen nicht aus dem Südlibanon abziehen.

    Very likely · Long term

Open Questions

  • Wann werden die Verhandlungen fortgesetzt?
  • Wie wird der Iran mit seinen Uran-Beständen umgehen?
  • Wird sich die Hisbollah an eine Waffenruhe halten?

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This article was originally published by Handelsblatt.

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