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Iran greift Ziele in Golfstaaten an – Explosionen in Teheran
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FAZ6/11/2026World10 min readGermany

Iran greift Ziele in Golfstaaten an – Explosionen in Teheran

Quick Look

  • Iran hat nach eigenen Angaben Ziele in Bahrain und Kuwait angegriffen und die Straße von Hormus gesperrt.
  • Die USA dementieren die Sperrung und melden eigene Angriffe auf iranische Militäranlagen.
  • Es gab Explosionen in Teheran und anderen iranischen Städten.

AI-generated summary

Why It Matters

Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran eskaliert nach einer zweimonatigen Waffenruhe. Iran reagiert auf US-Angriffe mit der Sperrung der Straße von Hormus und Gegenattacken auf Ziele in Bahrain und Kuwait. Die USA dementieren die Sperrung und melden eigene Angriffe auf iranische Militäranlagen.

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Eine iranische Rakete startet. Reuters

Straße von Hormus nach iranischen Angaben komplett gesperrt +++ Trump wirft Iran schweren Bruch der Waffenruhe vor +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Iran greift Ziele in Golfstaaten an – Explosionen in Iran

Die USA und der Iran haben sich in der zweiten Nacht in Folge heftig gegenseitig beschossen – womit sich der Konflikt trotz der seit zwei Monaten geltenden Waffenruhe gefährlich hochschaukelt. Irans Militär reagierte auf neue US-Angriffe nach eigenen Angaben mit einer kompletten Sperrung der Straße von Hormus sowie mit Gegenattacken auf Ziele in den Golfstaaten Bahrain und Kuwait. Jedes Schiff, das die für den Öl- und Gashandel wichtige Meerenge zu passieren versuche, werde angegriffen, hieß es in einer vom staatlichen Rundfunk verbreiteten Erklärung der iranischen Militärführung. Zwei Schiffe sollen laut Rundfunk beschossen worden sein. Die Ölpreise haben in der Nacht etwas zugelegt, zuletzt kostete ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August 94,68 US-Dollar und damit 1,70 Prozent mehr als am Vorabend.

Es folgten gegenseitige Dementis. Das US-Regionalkommando Centcom schrieb auf X: „Handelsschiffe fahren weiterhin heute Nacht in die Straße von Hormus ein und heraus.“ Irans Staatsmedien nannten diese Behauptung falsch. Das US-Militär stellte seine erneuten Angriffe später wieder ein, wie das Regionalkommando Centcom am frühen Morgen auf der Plattform X mitteilte.

Es seien militärische Aufklärungsanlagen, Kommunikationssysteme und Luftverteidigungsstellungen im ganzen Land attackiert worden, die eine Bedrohung für die US-Streitkräfte und internationale Handelsschiffe dargestellt hätten. Das US-Militär bleibe wachsam und kampfbereit, hieß es weiter.

Explosionen in Teheran und anderen Städten

Iranische Staatsmedien meldeten Explosionen im Bereich mehrerer Hafenstädte entlang der Südküste. Demnach wurden zwei Menschen verletzt. Laut der Nachrichtenagentur Irna und dem Rundfunk wurden Explosionen nahe den Städten Minab und Sirik beobachtet. Weitere Detonationen gab es Berichten zufolge auch auf der Insel Gheschm und in der Hafenstadt Bandar Abbas.

In der Nacht soll es außerdem nahe der iranischen Hauptstadt Teheran mehrere Angriffe gegeben haben. Der staatliche iranische Rundfunk meldete Explosionen in der Pendlermetropole Karadsch, die nur wenige Kilometer von der Millionenstadt Teheran entfernt liegt. Weiter westlich von Karadsch seien Kampfdrohnen gesichtet worden. Details dazu lagen zunächst nicht vor.

Bahrain und Kuwait erneut unter Beschuss

Erst in der Nacht zum Mittwoch hatte das US-Militär als Reaktion auf den Abschuss eines Kampfhubschraubers Flugabwehranlagen, Bodenkontrollstationen und Radaranlagen im Iran attackiert. Der Iran griff daraufhin US-Stützpunkte in der Golfregion an.

In Reaktion auf die erneuten US-Angriffe attackierten Irans Streitkräfte nach eigenen Angaben abermals Ziele in den Golfstaaten Bahrain und Kuwait. Die Luftfahrtbehörden in Kuwait sperrten deswegen am frühen Morgen den Luftraum für die zivile Luftfahrt. Die Luftabwehr sei im Einsatz, teilte die Armee mit.

Auch in Bahrain schrillten die Sirenen, wie das Innenministerium mitteilte. Die Bewohner wurden dazu aufgerufen, Ruhe zu bewahren und den nächsten sicheren Ort aufzusuchen.

In Bahrain sei das regionale Hauptquartier der US-Marine mit Kamikazedrohnen angegriffen worden, hieß es in einer vom staatlichen Rundfunk verbreiteten Erklärung der iranischen Armee. Ziel waren demnach Flugabwehrsysteme. Irans mächtige Revolutionsgarden, die Elitestreitmacht des Landes, attackierten nach eigenen Angaben neben einem US-Luftwaffenstützpunkt in Bahrain auch zwei Basen in Kuwait. Insgesamt seien 18 Ziele angegriffen worden, hieß es.

In den beiden Golfstaaten befinden sich wichtige US-Stützpunkte, die nur wenige Hundert Kilometer vom Iran entfernt sind. Sie waren jüngst mehrfach zum Ziel iranischen Beschusses mit Raketen und Drohnen geworden.

Iran verbietet Schiffen Durchfahrt durch Straße von Hormus

Offiziell begründete das iranische Militärhauptquartier die angebliche Vollsperrung der Straße von Hormus mit einer „veränderten Sicherheitslage“ nach den erneuten US-Angriffen. Sämtlichen Schiffen sei die Passage durch die Meerenge untersagt. Das gelte auch für Öltanker und Frachter, hieß es.

Die Islamische Republik hatte kurz nach Kriegsbeginn Ende Februar durch Drohungen und Angriffe auf Schiffe den Verkehr in der Meerenge weitgehend zum Erliegen gebracht. Teheran betonte zuletzt, die Straße von Hormus sei nicht blockiert. Faktisch mussten sich Reedereien jedoch mit iranischen Kontaktstellen koordinieren und durften anschließend nur einen Korridor nahe der iranischen Küste passieren. Dafür verlangt der Iran hohe Gebühren. In letzter Zeit hatten nach Angaben Teherans mehrere Schiffe die Straße passiert.

Der Konflikt im Nahen Osten schaukelt sich weiter hoch: Nach den jüngsten Attacken des US-Militärs meldet Iran seinerseits Angriffe auf Golfstaaten. Teheran erklärt die Straße von Hormus für vollständig gesperrt.

Iranische Revolutionsgarde greift US-Stützpunkt in Jordanien an

Die iranischen ​Revolutionsgarden haben nach eigenen Angaben einen US-Luftwaffenstützpunkt in Jordanien mit zwölf ballistischen Raketen angegriffen. Ziele auf dem Stützpunkt Al-Asrak seien US-Flugzeuge, wichtige militärische Einrichtungen sowie das ⁠Kontrollzentrum gewesen, berichten staatliche iranische Medien und die Nachrichtenagentur Tasnim.

Kuwait schließt Luftraum wegen iranischer Angriffe

Wegen ​iranischer Angriffe schließt Kuwait vorübergehend seinen Luftraum. Flüge werden umgeleitet, teilt die kuwaitische Zivilluftfahrtbehörde mit. Die Armee des Landes wehrt nach eigenen Angaben feindliche ⁠Angriffe aus der Luft ab. In Bahrain heulen dem dortigen Innenministerium zufolge erneut Warnsirenen.

US-Militär erklärt neue Angriffe in Iran für beendet

Das US-Militär hat seine abermaligen Angriffe auf Ziele in Iran nach eigenen Angaben eingestellt. Das teilte das zuständige Regionalkommando Centcom am frühen Morgen auf X mit. Es seien militärische Aufklärungsanlagen, Kommunikationssysteme und Luftverteidigungsstellungen im ganzen Land attackiert worden. Sie hätten eine Bedrohung für die US-Streitkräfte und internationale Handelsschiffe dargestellt, hieß es weiter. Auch nach Abschluss der Angriffe bleibe das US-Militär wachsam und kampfbereit.

Irans Militär hatte auf die neuen US-Angriffe mit der Bekanntgabe einer kompletten Sperrung der Straße von Hormus sowie mit Gegenattacken auf Ziele in den Golfstaaten Bahrain und Kuwait reagiert.

Deutschland und andere Staaten fordern von Iran Stopp von Angriffen „auf unserem Boden“

Deutschland und 21 weitere Staaten haben Iran aufgefordert, Angriffe auf Menschen „auf unserem Boden“ einzustellen. „Versuche, Menschen auf unserem Boden zu töten, zu entführen, zu belästigen, einzuschüchtern oder anderweitig anzugreifen, untergraben die nationale Souveränität und internationale Normen“, hieß es in einer am Donnerstag vom französischen Außenministerium veröffentlichten Erklärung. Zu den 22 Unterzeichnern gehören neben Deutschland auch mehrere weitere europäische Länder, die USA und Australien.

Die iranischen Geheimdienste sowie die für Auslandseinsätze zuständige Einheit der Revolutionsgarde hätten in anderen Ländern „tödliche Anschlagspläne und bösartige Aktionen“ gegen iranische Dissidenten, Journalisten sowie jüdische und israelische Gemeinschaften und Interessen verfolgt, heißt es in der Erklärung. „Wir sind entschlossen und geeint darin, unsere Länder und unsere Bevölkerung vor diesen Bedrohungen zu schützen."

„Die Islamische Republik Iran muss diese Aktivitäten unverzüglich einstellen“, fordern die 22 Länder. Sie warfen der Führung in Teheran zudem vor, internationale und lokale kriminelle Banden für Komplotte in Europa, Nordamerika und Australien zu nutzen.

Berichte über Angriffe bei Teheran

Nahe der iranischen Hauptstadt Teheran haben sich mitten in der Nacht mehrere Explosionen ereignet. Der staatliche iranische Rundfunk meldete Explosionen in der Pendlermetropole Karadsch, die nur wenige Kilometer von der Millionenstadt Teheran entfernt liegt. Weiter westlich von Karadsch seien Kampfdrohnen gesichtet worden. Details dazu lagen zunächst nicht vor.

In den sozialen Medien gab es mehrere Berichte über eine Angriffswelle nahe der Hauptstadt, nachdem das US-Militär zuvor Ziele an der mehr als 1000 Kilometer entfernte Südküste Irans bombardiert hatte. Ein als Vahid bekannter Online-Journalist berichtete auf Telegram über mehrere Explosionen bei Karadsch, die Gebäude und Fenster zittern ließen und Bewohner aus dem Schlaf rissen.

„Zwei furchtbare Explosionsgeräusche kamen aus Richtung Karadsh. Sie haben wieder zugeschlagen“, zitierte er einen Bewohner. „Sie haben wohl den Pajam-Flughafen getroffen. Ich bin drei Meter hoch aus dem Schlaf gesprungen“, habe ihm ein anderer Iraner geschrieben.

Auch südöstlich von Teheran in Waramin gab es Explosionen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete. Offiziell äußerten sich die Behörden nicht zur Ursache.

Iran meldet Angriffe auf US-Stützpunkte in Golfstaaten

Irans Streitkräfte haben nach eigenen Angaben als Reaktion auf die US-Angriffe im Süden des Landes Ziele in den Golfstaaten Bahrain und Kuwait attackiert. In Bahrain sei das regionale Hauptquartier der US-Marine mit Kamikazedrohnen angegriffen worden, hieß es in einer vom staatlichen Rundfunk verbreiteten Erklärung der Armee. Der Angriff zielte demnach auf Flugabwehrsysteme vom Typ Patriot. Irans mächtige Revolutionsgarde, die Elitestreitmacht des Landes, attackierte eigenen Angaben zufolge unter anderem zwei US-Luftwaffenstützpunkte in Kuwait und einen in Bahrain. Insgesamt seien 18 Ziele angegriffen worden.

Aus Bahrain, Kuwait oder vom US-Militär gab es dafür zunächst keine Bestätigung.

Iran weist Kontakt zu Trump zurück und warnt vor Aggression

Iran weist Aussagen von US-Präsident Donald Trump über direkte Kontakte zwischen beiden Seiten zurück. Trumps ⁠falsche Behauptung sei lediglich ein Vorwand, um einen Krieg gegen Iran zu vermeiden, berichten staatliche Medien unter Berufung auf einen hochrangigen Regierungsvertreter. Zudem meldet die Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf einen Insider, jede amerikanische Aggression werde mit einer entschlossenen ‌militärischen Antwort und nicht mit politischer Erpressung beantwortet.

US-Militär dementiert Komplettsperrung der Straße von Hormus

Das US-Militär hat die angebliche Komplettsperrung der Straße von Hormus für jeglichen Schiffsverkehr dementiert. „Handelsschiffe fahren weiterhin heute Nacht in die Straße von Hormus ein und wieder heraus“, teilte das für den Nahen Osten zuständige US-Regionalkommando Centcom auf X mit.

Iran erklärt Straße von Hormus für komplett gesperrt

Das iranische Militär hat die Straße von Hormus als Reaktion auf die jüngsten US-Angriffe auf Ziele im Süden des Landes nach eigenen Angaben komplett gesperrt. Jedes Schiff, dass die Meerenge zu passieren versuche, werde angegriffen, hieß es in einer vom staatlichen Rundfunk verbreiteten Erklärung der Militärführung.

US-Militär greift erneut in Iran an

Das US-Militär hat nach eigenen Angaben auf Befehl von US-Präsident Donald Trump mit neuen Angriffen auf mehrere Ziele in Iran begonnen. „Die Angriffe sind eine Reaktion auf die ungerechtfertigte und anhaltende Aggression von Iran“, teilte das für den Nahen Osten zuständige US-Regionalkommando Centcom auf der Plattform X mit. Die neuesten Maßnahmen hätten um 17.15 Uhr US-Ostküstenzeit (23.15 Uhr deutscher Zeit) begonnen. Centcom bezeichnete diese als „Selbstverteidigungsschläge“. Kurz zuvor hatte Trump bereits weitere Angriffe für „heute“ angekündigt.

Iranische Staatsmedien meldeten Explosionen an der Südküste. Wie die Nachrichtenagentur Irna und der Rundfunk übereinstimmend berichteten, wurden Explosionen nahe den Städten Minab und Sirik beobachtet. In der vergangenen Nacht hatte das US-Militär in Sirik am Golf von Oman Angriffe geflogen.

Explosionen gab es Medienberichten zufolge auch auf der Insel Gheschm und der Hafenstadt Bandar Abbas. Aus anderen Landesteilen gab es unbestätigte Berichte über Aktivität der Flugabwehr.

Trump spricht von einer „geheimen Mission“ in Straße von Hormus

Das amerikanische Militär hat nach Angaben von US-Präsident Donald Trump Öltanker und andere Handelsschiffe in einer „geheimen Mission“ dabei unterstützt, die Straße von Hormus zu durchqueren. Er habe dies im vergangenen Monat angeordnet, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social, ohne dabei genauere Angaben zu der Unterstützung zu machen.

„Heute freue ich mich, bekannt zu geben, dass diese Bemühungen dazu geführt haben, dass mehr als 100 MILLIONEN Barrel Öl die Straße durchquert haben und auf den freien Markt gelangt sind.“ Nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) wurden im vergangenen Jahr im Schnitt 20 Millionen Barrel an Rohöl und Ölprodukten pro Tag durch die Meerenge transportiert.

Trump schrieb weiter, dass mehr als 200 Handelsschiffe die Meerenge sicher durchquert hätten. Eine unabhängige Bestätigung für seine Angaben gab es zunächst nicht. Zuvor hatte der US-Präsident im Weißen Haus bereits vor Reportern vage von dem US-Vorgehen gesprochen und gesagt, dass er nun darüber rede, weil der Iran es herausgefunden habe.

„Dieser überaus erfolgreiche Einsatz ist darauf zurückzuführen, dass die VEREINIGTEN STAATEN von AMERIKA die Straße von Hormus KONTROLLIEREN – NICHT der Iran“, schrieb Trump auf Truth Social.

USA greifen Tanker an

Das US-Militär hat nach eigenen Angaben einen Tanker im Golf von Oman angegriffen, der versucht haben soll, iranisches Öl zu transportieren. Der Maschinenraum des unter der Flagge des pazifischen Inselstaats Palau fahrenden Schiffes „Settebello“ sei beschossen worden, nachdem sich die Besatzung den Anweisungen der Streitkräfte wid

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Weitere militärische Eskalation zwischen den USA und Iran.

    Very likely · Within days

  • Anstieg der globalen Ölpreise.

    Likely · Short term

  • Internationale Bemühungen um Deeskalation und Verhandlungen.

    Possible · Within weeks

Open Questions

  • Wie wird die internationale Gemeinschaft auf die Sperrung der Straße von Hormus reagieren?
  • Werden die Angriffe weiter eskalieren?
  • Welche genauen Ziele wurden in Teheran und anderen iranischen Städten angegriffen?
  • Wie wird sich die Situation auf die globalen Ölpreise auswirken?

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This article was originally published by FAZ.

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