IWF senkt Wachstumsprognose für deutsche Wirtschaft aufgrund des Irankriegs
Quick Look
- Der IWF hat seine Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft bis 2027 gesenkt, unter anderem wegen des Irankriegs, der Rohstoffpreise und Lieferketten gefährdet.
- Trotz einer Beruhigung der Energiemärkte bleiben die Preise hoch, und die USA haben Sanktionen gegen iranisches Öl wieder in Kraft gesetzt.
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Why It Matters
Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft bis 2027 aufgrund des Irankriegs und der damit verbundenen Unsicherheiten bei Rohstoffpreisen gesenkt. Die Bundesregierung und Bundesbank haben ebenfalls niedrigere Erwartungen.
Infolge des Irankriegs hat der Internationale Währungsfonds (IWF) erneut seine Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft gesenkt. Bis einschließlich 2027 dürfte sich die Bundesrepublik schwächer entwickeln als gedacht, teilte die Organisation mit. In diesem Jahr rechnet der IWF nur noch mit einem Anstieg des deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,7 Prozent. Das sind 0,1 Prozentpunkte weniger als noch im April prognostiziert.
Für 2027 erwartet der IWF 1,0 Prozent. Das entspricht 0,2 Punkten weniger als in der Prognose vom April. Die Bundesregierung sowie auch ihr Beratungsgremium, die sogenannten Wirtschaftsweisen, rechnen für 2026 mit 0,5 Prozent Wirtschaftswachstum. Auch die Bundesbank erwartet ein Wachstum von kalenderbereinigt 0,5 Prozent. 2025 hatte Deutschland nach zwei Jahren ohne Wachstum ein Plus von 0,2 Prozent verzeichnet.
IWF warnt vor weiter steigenden Preisen
Der IWF warnte, dass durch eine Fortführung des Irankriegs die Unsicherheit bei den Rohstoffpreisen verstärkt, Lieferketten weiter gefährdet und Preise damit steigen könnten. Die Energiemärkte hätten sich nach der Blockade der Straße von Hormus schneller beruhigt als erwartet, hieß es in dem Bericht. Allerdings lägen die Energiepreise ungefähr 25 Prozent höher als vor dem Krieg. Eine Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran sowie das Rahmenabkommen zwischen den beiden Konfliktparteien hätten die Märkte zuletzt zumindest in Teilen etwas beruhigt. Die Lage in Nahost bleibt jedoch unsicher. Die USA setzten am Dienstag die zuvor gelockerten Sanktionen auf iranisches Öl wieder in Kraft. Eine vor gut zwei Wochen erteilte Ausnahmegenehmigung werde wieder zurückgenommen, teilte das US-Finanzministerium mit. Die Ölmärkte reagierten umgehend mit Preisaufschlägen.
Fortschritte und die Einführung von KI-Modellen unterstützten den wirtschaftlichen Aufschwung laut dem IWF-Bericht indes. Länder wie Südkorea und Taiwan, die Hardware für KI exportieren, verzeichnen dadurch deutliche Wachstumssprünge.
Open Questions
- Wie werden sich die wieder in Kraft gesetzten US-Sanktionen langfristig auswirken?
- Kann KI das Wirtschaftswachstum in Deutschland ausreichend stützen?
- Wie stabil ist die Lage in Nahost nach dem Rahmenabkommen?
