KI-Boom treibt Aktien aus Gesundheits- und Energiesektor an
Quick Look
- Der KI-Boom steigert die Nachfrage nach Daten und zuverlässigem Strom, wodurch Aktien aus dem Gesundheits- und Energiesektor profitieren.
- Unternehmen wie Veeva Systems, Tempus AI, Oxford Nanopore, Constellation Energy, Vistra Corporation und Cameco zeigen positive Entwicklungen aufgrund ihrer Rolle in der KI-Infrastruktur.
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Why It Matters
Der KI-Boom treibt die Nachfrage nach Datenverarbeitungsleistung und zuverlässigem Stromanlieferung voran. Gesundheitsunternehmen liefern Daten und KI-Tools, während Energieversorger und Uranunternehmen die notwendige Grundlastenergie bereitstellen. Besonders Atomstrom wird als stabiler und kohlenstoffarmer Energiequelle für KI-Rechenzentren hervorgehoben.
Aktien aus dem Gesundheits- und Energiesektor haben sich positiv entwickelt. Unternehmen aus beiden Bereichen können gemeinsam eine wichtige KI-Lücke füllen.
Laetitia-Zarah Gerbes: Die Fondsmanagerin setzt auf Tech. Foto: Acatis, Getty Images
Frankfurt. Der KI-Boom schafft neue Börsengewinner. Im Zukunfts-Depot zählen dazu Gesundheitsfirmen und Energieversorger. Auf den ersten Blick haben beide Sektoren wenig gemeinsam.
Tatsächlich verbindet sie ein Engpass, der für Anleger immer wichtiger wird: KI braucht riesige Datenmengen – und vor allem rund um die Uhr verlässlichen Strom.
Im Gesundheitssektor profitieren im Musterdepot enthaltene Firmen wie Veeva Systems, Tempus AI und Oxford Nanopore davon, dass sie Daten auswerten, KI-Werkzeuge verkaufen oder die Grundlage für neue Modelle liefern. Bei Energieversorgern geht es um das physische Fundament des Booms. Hier ist vor allem die Uranfirma Cameco interessant.
Zunächst der Blick auf den Gesundheitssektor: Der Cloud-Software-Spezialist Veeva Systems vermeldete für das jüngste Quartal einen Umsatz von rund 928 Millionen US-Dollar und übertraf damit die Erwartungen der Analysten. Veeva profitiert von erweiterten Verträgen mit großen Pharmakonzernen und baut sein Portfolio gezielt um KI-Agenten aus. Die Aktie hat auf Monatssicht mehr als ein Zehntel hinzugewonnen.
Ebenfalls stark präsentierte sich der Genomik- und Diagnostik-Entwickler Tempus AI, der seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr auf 1,6 Milliarden Dollar anhob. Auslöser waren positive klinische Validierungsdaten und Publikationen, die die Treffsicherheit seiner KI-gestützten Diagnostikplattform bestätigen.
Tempus entwickelt eigene KI-Modelle und generative Assistenten wie Tempus One, die multimodale Patientendaten analysieren, um Onkologie-Behandlungen zu optimieren und klinische Studien für Pharmakunden effizienter zu steuern. Die Aktie liegt auf Sicht von vier Wochen ebenfalls zehn Prozent höher.
Beim britischen Spezialisten Oxford Nanopore sorgten solide Halbjahreszahlen und operative Fortschritte für eine positive Performance auf Monatssicht und eine Kursstabilisierung. Seine Sequenziergeräte analysieren mithilfe von Deep Learning molekulare Daten in Echtzeit und liefern damit eine wichtige Grundlage für biologische KI-Modelle.
Atomstrom im Fokus
Daneben lief es zuletzt wieder besser für die US-Energieversorger Constellation Energy und Vistra Corporation, da beide Unternehmen vom wachsenden Strombedarf der KI-Infrastruktur profitieren.
Constellation hob die Gewinnprognose für das laufende Jahr an, hauptsächlich wegen langfristiger Lieferverträge. Die Aktie hat im vergangenen Monat acht Prozent hinzugewonnen.
Die Vistra-Aktie hat im selben Zeitraum fünf Prozent hinzugewonnen. Der Versorger kündigte an, eigene Aktien zurückzukaufen, und profitierte von höheren Einnahmen aus den jüngsten Auktionen des Netzbetreibers PJM. Bei diesen Auktionen kletterten die Preise für Stromkapazitäten auf Rekordhöhe, weil neu gebaute KI-Rechenzentren extrem viel Strom verbrauchen und die verfügbare Kraftwerksleistung dadurch knapp wird.
Die Musterdepots
Die Manager der Musterdepots schreiben abwechselnd im Wochenrhythmus über ihre Sicht auf die Märkte. Die Beiträge der Expertinnen und Experten stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen lediglich einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben. >> Hier geht es zur Musterdepot-Seite
Leserinnen und Leser können den Profis quasi live über die Schulter schauen: Es gibt das „Zukunfts-Depot“ von Laetitia-Zarah Gerbes (Acatis Investment), das „Nachhaltigkeits-Depot“ von Gabriele Hartmann und das „Dynamik-Depot“ von Philipp Paulus (FGTC Investment).
Hier gelangen Sie direkt zur Musterdepot-Seite:
>> www.handelsblatt.com/boerse/musterdepots
Die günstigste und zuverlässigste Energiequelle ist aus unserer Sicht der Atomstrom. Mit Constellation und Vistra sind wir bei Atomstromerzeugern bereits positioniert. Doch gibt es für uns weitere Investitionsmöglichkeiten?
Der Markt befindet sich in einer schwierigen Lage. Der Uranpreis hält sich auf einem historisch hohen Niveau von rund 90 bis 96 Dollar pro Pfund. Die Nachfrage steigt rasant, das Angebot wächst nur langsam. Zwar werden in China 80 neue Reaktoren gebaut, doch das braucht Zeit.
Versorger halten noch Lagerbestände für knapp drei Jahre und meiden den Spotmarkt. Doch seit mehr als zehn Jahren decken langfristige Verträge den realen Verbrauch nicht. Allein in den USA gibt es eine Vertragslücke von über 180 Millionen Pfund Uran. Die „stille Beschaffung“ für die Jahre ab 2027 hat begonnen, und Produzenten können zunehmend höhere langfristige Preise durchsetzen.
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Cameco neu im Zukunfts-Depot
Cameco gehört zu den wenigen Unternehmen, die die Primärförderung dominieren. Hier haben wir eine kleine Position aufgebaut. Das Unternehmen läuft aufgrund von Lieferkettenengpässen und operativen Faktoren knapp unter seinen verfügbaren Kapazitäten, was die Verhandlungsmacht steigert. Mit Brookfield hat Cameco Westinghouse Electric übernommen und erhält damit Zugang zu einem der weltweit größten Portfolios für Reaktorservice, Brennstoff und Nukleartechnologie.
Andere Titel sind dagegen vor allem Risikokapitalwetten. Entwickler kleiner modularer Reaktoren, sogenannter SMRs, wie Nuscale oder Oklo stehen wegen regulatorischer Hürden und steigender Kosten unter Druck.
Mehr: Goldener Herbst für Edelmetalle trotz steigender Zinsen? Die Chancen stehen gut
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Der Uranpreis wird mittelfristig weiter steigen aufgrund der anhaltenden Versorgungslücke und steigender Nachfrage aus dem KI-Sektor.
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Die Aktien von Gesundheitsunternehmen mit KI-Bezug werden weiterhin von positiven Quartalsberichten und prognostischen Aufwärtskorrekturen profitieren.
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Open Questions
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